Netzwelt-Ticker Jetzt kommt GoogTube
Google wappnet sich
Jetzt ist es so weit: Die Absorbierung von YouTube durch Google ist vollzogen. Aktien im Wert von 1,65 Milliarden Dollar wechselten ihren Besitzer, und ab sofort hat Google bei YouTube die Zügel in der Hand. Und weil es nun einmal der Fahrer ist, der bei Verstößen gegen die Verkehrordnung eins auf den Deckel kriegt, legte Google schon einmal einen Notgroschen in Höhe von 200 Millionen Dollar beiseite - denn YouTubes Fahrstil in Sachen Copyrights hat es in sich.
Seit einigen Wochen verhandelt Google intensiv mit diversen Firmen der Entertainmentbranche, um diesen Notgroschen nach Möglichkeit nicht anbrechen zu müssen: Mit Übernahme von YouTube durch das finanzstarke Google steigt das Risiko, dass jemand versuchen könnte, sich für die unzähligen Copyright-Verstöße dort schadlos zu halten.
Google nimmt die Gefahr wohl gern in Kauf. Web-Videos sind der Hype der Saison, und mit dem Doppel YouTube/Google Video verfügt die Suchmaschinenfirma nun über ein Quasi-Monopol von microsoftschem Ausmaß auf dem keimenden Markt. Das einzige, was dort noch nicht so recht keimen will, sind Einnahmemöglichkeiten: Verschenken ist wie immer im Web die erfolgreichste Marketingstrategie. Doch wie man Google kennt, fällt denen dazu bestimmt auch noch was ein, wie man das ändern - respektive versilbern - kann.
China: Wikipedia wieder frei, Userzahlen explodieren
In China gehen die Zugriffe auf die chinesische Version der Wikipedia durch die Decke, nachdem der vor rund einem Jahr verhängte Bann auf die Online-Enzyklopädie aufgehoben wurde. Seit der offiziellen Neueröffnung am 10. November haben sich pro Tag bis zu 1200 Neumitglieder registriert vor der Blockade waren es 300 bis 400. Auch die Zahl der neuen Artikel ist stark gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche um 75 Prozent gerade wurde der hunderttausendste Artikel online gestellt, berichtet das "Wall Street Journal" .
Chinas Regierung blockiert routinemäßig Webseiten aus Übersee, die sie als potentiell gefährlich einstuft. Offiziell wird diese Praxis aber nicht diskutiert, die Sperrung einzelner Seiten wird erst gar nicht zugegeben. So wurde der Zugriff auf die englische und chinesische Version der Wikipedia seit Oktober 2005 kontinuierlich behindert, zuvor war das Angebot zeitweise gesperrt.
Die Öffnung der chinesischen Wikipedia macht das erfolgreiche Web-Nachschlagewerk bis zu 120 Millionen chinesischen Internetusern zugänglich. Doch inwieweit diese Möglichkeiten haben, frei Artikel zu veröffentlichen, bleibt zunächst unklar. Auch kann sich niemand sicher sein, wie lang ein freier Zugang gewährt wird. "Ich lasse die Sektkorken erst einmal noch nicht knallen", so Wikipedia-Sysadmin Tim Starling gegenüber dem "Wall Street Journal". Und Einträge in der chinesischen Baidupedia unterlägen auch nach wie vor der Zensur, so ein AFP-Bericht .
Apple: Angeblich zwölf Millionen iPhones geordert
Nach Informationen der "Commercial Times" ist der taiwansche Elektronikhersteller Hon Hai Precision (auch: Foxconn) von Apple mit einer Order über zwölf Millionen iPhones gesegnet worden. Auf beiden Seiten schweigt man sich jedoch zu dieser angeblichen Enthüllung durch die "Commercial Times" aus.
Eine Zusammenarbeit wäre jedoch keine Überraschung: Apple und Hon Hai Precision sind schon lange Partner im iPod-Geschäft, die Chinesen zudem erfolgreich im Bau von Mobiltelefonen, so Bloomberg.com .
Doch neben dem großen Auftragsvolumen wurde scheinbar noch mehr bekannt: "Apple hat eine Lektion aus der Enttäuschung um Motorolas iPod-Handy Rokr gelernt". Das neue iPod-Handy werde eine deutliche Verbesserung zum Rokr werden, vor allem viel mehr Songs speichern können.
Doch neben schickem Design könnte vor allem ein Detail den Markt bewegen: Angeblich soll das rund 300 Dollar teure Gerät als Mobiltelefon nicht auf einen Anbieter SIM-locked, also beschränkt sein, sondern entsperrt sein. Damit stünde Apple weltweit der Handymarkt offen, da Kunden einfach nur ihre alte SIM-Karte einsetzen könnten, egal welchen Betreiber sie zuvor hatten.
Peinlich: Zwei Fluggesellschaften dementieren Apple-Mitteilung
Erst am Dienstag hat Apple bekannt gegeben, dass Verträge mit Air France, Continental, Delta, Emirates, KLM und United abgeschlossen wurden, im Flugzeug die Nutzung von iPods mit dem bordeigenen Entertainment-System ermöglichen zu wollen. Doch zwei Linien haben diese Meldung nun dementiert: "Es ist viel zu früh, um solche Details zu bestätigen", so eine Air-France-Sprecherin in Bezug auf einen iPod-Anschluss in den Flugzeugsesseln. Bei KLM verweist man auf rein "informelle Kontakte" zwischen Apple und der Fluglinie. "Das ist sehr verfrüht, was Apple da sagt. Wir haben noch keine Ahnung, ob das technisch machbar und finanziell brauchbar und überhaupt im Interesse der Kunden ist." Aktuell habe man absolut nicht vor, so etwas an Bord einzuführen, so Reuters .
Auf Apples Seite beschwichtigt ein Sprecher: "Das war ganz klar ein Missverständnis zwischen Air France, KLM und uns. Aber heute sind wir begeistert von der iPod-Integration in das Unterhaltungssystem an Bord von Contintental, Delta, Emirates und United".
Urgestein: MP3.com macht wieder auf
Na, wenn das keine Überraschung ist! Fast neun Jahre nach der Ersteröffnung macht das MP3-Portal MP3.com wieder auf. 1998, gerade rechtzeitig zum Start des großen Download-Hypes im Internet, machte MP3.com es Musikern möglich, über das erste große Musiknetzwerk ihre Songs einem breiten Publikum vorzustellen und zum Download anzubieten.
Doch spätestens mit dem Kauf von MP3.com durch Cnet Networks war der Plattform ein Ende gemacht die Datenbank über eine Million Tracks, die Bands dort seit 1998 hochgeladen hatten, übernahm CNET Networks laut AP nicht.
Zum Relaunch hat sich MP3.com nun aber einen mächtigen Gegner gesucht: Derzeit suchen Profi und Amateurmusiker ihr Internet-Promo-Heil vor allem auf MySpace.com. Um gegen die schiere Usermasse des News-Corp-Konkurrenten anzukommen, bietet das neue MP3.com deshalb auch bessere Leistungen: Bis zu 100 Megabyte Speicherplatz für Musik und unbegrenzter Upload von Videos. Ob das heute noch zieht, bleibt abzuwarten: Gerade das Beispiel MySpace zeigt, dass selbst Nachwuchsmusiker heute immer weniger verschenken und statt dessen mehr zum Hineinhören anbieten - gestreamt, ohne die Bereitstellung von Downloads.
Wie bitte? Microsofts Zune nicht mit Windows Vista kompatibel?
Noch diesen Monat soll Microsofts neues Betriebssystem Windows Vista für Geschäftskunden in den Verkauf gehen. Doch der gerade mit großem Tamtam eingeführte, nicht unumstrittene Audio und Videoplayer Zune ist nicht mit Vista kompatibel so ein etwas versteckter Hinweis auf der Zune-Website . Wann ein Update den peinlichen Mangel beheben soll, steht nicht fest: "Schauen Sie wegen Updates bald wieder vorbei". Gegenüber ElectricNews.net soll ein Microsoftsprecher jedoch einen Patch für Ende Januar versprochen haben wenn Vista auch für normale Konsumenten erscheint.
MIT-Forscher: Akkus drahtlos laden
Aus drei bis fünf Metern Entfernung könnte ein von Marin Soljacic vom MIT angedachtes System elektrische Energie drahtlos übertragen und damit zum Beispiel Akkus von Laptops oder Handys aus der Entfernung laden. Möglich machen sollen das magnetische Felder, die in Abwesenheit eines ladefähigen Geräts eng um den Sender liegen. Brächte man nun ein anderes, resonantes Gerät mit der selben Frequenz in die Nähe dieser Felder, so Professor Soljacic gegenüber der BBC , könnte die Energie von einem Objekt zum anderen "tunneln". Im Gegensatz zu anderen Ansätzen ginge dabei nicht die ganze Energie im Raum verloren, solange der Empfänger nicht anwesend ist.