Netzwelt-Ticker: Klosprüche aus dem All - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Klosprüche aus dem All

Gute Nachricht: In den USA sinkt der Schaden durch ID-Diebstahl auf bescheidene 38 Milliarden Euro im Jahr. Handys kann man nun mit in die Wanne nehmen, Kornkreise sind dagegen out, der Zune-Chef geht und Microsoft plant modulares Betriebsystem. Das und mehr im Überblick.
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Google Earth/maps: Klosprüche aus dem All gesehen

Wenn Halbwüchsige sich langweilen, dann verzieren sie Toiletten mit mehr oder weniger phantasievollen Klosprüchen und die Hauswände braver Immobilienbesitzer mit Graffiti. In Zeiten von Google Earth scheint dergleichen Zeitvertreib allerdings sehr vorgestrig, wie der "Sydney Morning Herald" zu berichten weiß .

Das hat zum Beispiel zwei elfjährige Schüler in Großbritannien zu der Idee bewogen, unter Verwendung von Unkrautvernichter das Bild eines sechs Meter großen Phallus auf die Wiese vor ihrer Schule zu zeichnen - groß genug, um auch vom Himmel aus gesehen zu werden. Allerdings ließ die Schulverwaltung neues Gras einsäen, sodass der Streich auf Google Earth nicht zu sehen ist. Mit der Schimpfwortvariante der Kornkreise ist das dagegen gelungen: in einem Feld bei Edinburgh erscheint in 20 Meter großen Buchstaben das Wort "POO" (Kacke) unübersehbar auch bei Google maps .

BBC: Hü und hott bei Downloadplänen

Noch vor gar nicht so langer Zeit erfreute die BBC die Internetgemeinde mit der Ankündigung, verschiedene Inhalte aus dem TV- und Radiobereich on-demand zum Download freizugeben. Dabei ging es unter anderem um Einspielungen aller Beethovensinfonien oder die Folgen der Serie "Dr. Who".

Noch vor Veröffentlichung der hauseigenen Software "iPlayer" zum Download und Abspielen von Senderinhalten hat die BBC-Leitung diese Pläne bereits wieder strikt reglementiert . Ursprünglich sollten heruntergeladene Inhalte ein Vierteljahr für den User nutzbar sein, diese Frist wurde nun auf 30 Tage gekürzt. Wer sich eine Episode bereits angeschaut hat, hat für eine Wiederholung sogar nur noch weitere sieben Tage Zeit. BBC-Finanzchef Chris Woolard verteidigte diese Einschränkungen: "Wer sich etwas nicht in den ersten 48 Stunden anschaut, der schaut es sich gar nicht mehr an."

Suchmaschinen-Marktanteile: Google + Yahoo legen zu, MSN verliert

Die neuen Zahlen für die Suchmaschinennutzung in den USA sind draußen . Erwartungsgemäß lag Google im Dezember mit einem Marktanteil von 50,8 Prozent an der Spitze, gefolgt von Yahoo mit 23,6 Prozent, abgeschlagen auf den Plätzen mit 8,4 Prozent Microsofts Suchdienst MSN/Windows Live Search. Konnten die beiden Großen im Vorjahresvergleich um 22,6 Prozent beziehungsweise 30,1 Prozent zulegen, überrascht MSN Search sogar noch mit weiteren Verlusten auf sowieso schon niedrigem Niveau.

Microsoft-Vize und Zune-Chef geht

Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet? Kaum wird offenbar, dass der als "iPod-Killer" geplante MP3-Player Zune von Microsoft mit mauen Verkaufszahlen nicht so richtig in die Gänge kommt, nimmt Brian Lee seinen Hut. Offiziell gibt es keinen Zusammenhang für den Rückzug des Chefs der Microsoft-Unterhaltungsabteilung, vielmehr spielten "persönliche Gründe" die Hauptrolle. Lee wolle zukünftig "persönliche Interessen verfolgen" . An seine Stelle soll nun J. Allard treten, Vizepräsident und bisher zuständig für die Projekte Zune und Xbox. Allard war maßgeblich an der Entwicklung der Windows NT-basierten Produktfamilie wie auch des Netzwerkstandards TCP/IP beteiligt.

Steigende Wachsamkeit: Geringere Schäden durch Identitätsklau

Anscheinend verhallen die unablässigen Warnungen vor ID-Betrug, Trojanern und Phishing doch nicht ganz ungehört. Wie news.com berichtet , sanken in den Vereinigten Staaten die Schäden durch Identitätsdiebstahl im letzten Jahr um fast zehn Prozent. Zwar beträgt die Summe des abgängigen Geldes immer noch schwindelerregende 38 Milliarden Euro, ist aber gegen die 43 Milliarden des Vorjahres eine deutliche Verbesserung.

Auch die durchschnittliche Schadensumme hat sich um beinahe zehn Prozent verringert, insgsamt wurden 8,1 Millionen Amerikaner Opfer eines Betruges. 2003 waren noch über zehn Millionen betroffen. Allerdings warnen Experten davor, dass trotz des Rückgangs der Betrugsfälle Identitätsklau gerade im Internet nach wie vor ein großes Problem bleibt, denn die Betrüger versuchen natürlich, der Wirtschaft und den Strafverfolgungsbehörden immer einen Schritt voraus zu sein.

Microsoft plant fürs nächste OS modularen Aufbau

Unter dem Namen "Windows Anytime Upgrade" hat Microsoft ein modular erweiterbares Betriebsystem zum Patent angemeldet . Die bereits im neuen Vista integrierte Technik erlaubt, schrittweise Erweiterungen auf Software- genauso wie auf Hardwarebasis vorzunehmen.

Der Vorteil: der Nutzer muss nicht jedes Mal das komplette Betriebssystem upgraden oder gar neu kaufen, wenn er seinem Arbeitsbereich neue Applikationen hinzufügen will. Der Nachteil: Der modulare Zukauf könnte sehr viel teuerer werden. Noch ärgerlicher ist die Integration eines digitalen Rechtemanagements (DRM), was die Installation von nicht zertifizierten Erweiterungen von Drittanbietern unterbinden würde. Microsoft hält also unbeirrt an seiner Monopolisierungsstrategie fest.

Disney: In drei Monaten 1,3 Mio Spielfilme über iTunes verkauft

Der Einstieg bei Apples iTunes Music Store hat sich für den amerikanischen Filmkonzern Disney gelohnt: seit Oktober verkaufte die Mickymausfirma über 1,3 Millionen Filme über die Plattform. Wenn man außerdem die verkauften Episoden von Fernsehserien berücksichtigt, steigt die Zahl sogar auf 20 Millionen, zitiert die "Financial Times" Disney-Boss Bob Iger . Der Unternehmenschef sieht auch keinen Grund für Befürchtungen, der Online-Verkauf könne den Absatz von DVDs beeinträchtigen: er verwies auf Filme wie "Cars" oder "Fluch der Karibik 2", die sowohl als Datenscheibe wie im iTunes-Shop zu den Topsellern gehörten. Mit dem Online-Angebot wolle Disney neue Käuferschichten erschließen.

Das Handy für die Badewanne

Die Lösung für Telefonjunkies mit Hygienebedürfnis bringt Fujitsu mit einem wasserdichten Mobiltelefon, wie Zdnet berichtet . Das Klapphandy F703i ist mit knapp 18 Millimetern nicht nur recht dünn, es soll bis zu einer Tiefe von einem Meter problemlos dem nassen Element ausgesetzt werden können, eine halbe Stunde könne das Gerät ohne Schaden überstehen. Von nun an sind Telefonaten sogar bei strömendem Regen oder in der Dampfsauna keine Grenzen mehr gesetzt.

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