Netzwelt-Ticker: Kopfgeld für Microsoft-Bugs - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Kopfgeld für Microsoft-Bugs

Vista muss sicher werden, und Bill Gates ist bereit, dafür in die Tasche zu greifen. Außerdem im Überblick: MTV verkauft online Musik, MySpace blockiert die Netze, Searchengine-Suchergebnisse sind gefährlich und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frag die Anderen

Nach einer Studie von Nielsen/NetRatings ging im April fast die Hälfte des gesamten Internet-Verkehrs in den USA auf die Konten von Community-Websites. Demnach verzeichneten allein die zehn beliebtesten Community-Websites der USA 68,8 Millionen Besucher, was einem Zuwachs von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht, berichtet "TechWeb" . Ganz oben auf der Liste steht MySpace.com mit einer Wachstumsrate von 367 Prozent und 38,4 Millionen Besuchern. Nielsen/NetRatings-Manager Jon Gibs verleiteten diese Zahlen zu der Aussage, Community-Website seien "das Reality-TV des Internet". "Die Inhalte sind für die Anbieter vergleichsweise günstig zu produzieren", fügt er hinzu und meint, dass dieses Genre uns noch lange begleiten werde. Genauso, wie Reality-TV heute ein ganz normaler Bestandteil vieler Fernsehprogramme ist.

Kopfgeld für Vista-Bugs

Per E-Mail wurden Microsoft-Angestellte aufgefordert die neueste Version des für Anfang 2007 versprochenen Betriebssystems Windows Vista genau unter die Lupe zu nehmen. Als Lockmittel wurde eine Prämie in Höhe von 100 US-Dollar pro gefundenem Programmierfehler ("Bug") ausgelobt. Der Angestellte, der die meisten Bug sichtet, soll darüber hinaus eine Siegprämie von weiteren 500 US-Dollar erhalten, schreibt Mary Jo Foley . Tja, da scheint man es im Windows-Team eilig zu haben, noch schnell die ärgsten Fehler auszumerzen, bevor die für Ende Mai erwartete öffentliche Beta-Version an den Start geht.

Gefahr durch Suchmaschinen

"Wer nicht fragt bleibt dumm" tönt seit Jahrzehnten die Devise des Bildungsmagazins "Sesamstraße" aus dem Fernseher. "Wer das Falsche fragt ist der Dumme" könnte hingegen die Kurzfassung eines Berichts lauten, den das McAffee-Tochterunternehmen Site Advisor jüngst veröffentlichte. Darin heißt es, dass "alle großen Suchmaschinen in ihren Suchergebnissen zu populären Begriffen riskante Websites aufführen."

Grob überschlagen bedeute dies, dass allein die US-Websurfer monatlich 285 Millionen Mal von Suchmaschinen auf gefährliche Online-Angebote geführt werden, heißt es in einer Pressemitteilung  des Unternehmens. Besonders fahrlässig handelt demnach, wer bei Yahoo, Google und Co. nach den Begriffen "free screensavers", "Bearshare", "KaZaA" und "download music" sucht. Bis zu 72 Prozent der angezeigten Suchergebnisse führen zu Seiten, die über Exploits, also Sicherheitslücken im Browser, böswillige Software wie etwa Adware oder Spyware auf dem PC installieren. Das gilt auch für so genannte "Sponsored Links", die bezahlten Suchergebnisse. Entsprechend empfehlen die Autoren der Studie fremden Sites ausgesprochen misstrauisch zu begegnen. Oder besser noch, man solle doch gleich das hauseigene Tool "SiteAdvisor" verwenden, das rechtzeitig vor potenziell gefährlichen Websites warnt, sagt zumindest McAffee.

MTV macht ernst

Jetzt soll’s tatsächlich losgehen. Einem Bericht von Associated Press  zufolge plant der Musikvideo-Sender MTV, am Mittwoch eine öffentliche Beta-Version seines Online-Musikshops URGE zu starten. Zwei Millionen Titel sollen zu Preisen in Höhe von 99 US-Cent pro Track und 9,95 US-Dollar pro Album zu Verfügung stehen. Darüber hinaus soll es ein Abo-Angebot geben, bei dem man gegen Zahlung von 9,95 oder 14,95 US-Dollar pro Monat beliebig viele Songs auf einen von mehr als 100 kompatiblen Playern laden kann.

Und genau das ist der Knackpunkt von URGE, denn der Dienst ist untrennbar mit Microsofts neuem Windows Media Player 11 verheiratet, welcher dieser Tage veröffentlich werden soll. Damit ist auch klar, dass URGE nicht mit den marktführenden iPod MP3-Playern von Apple zusammenarbeitet. Der Analyst Phil Leigh von "Inside Digital Media" glaubt dennoch, dass der MTV-Shop Erfolg haben könnte. Schließlich habe die Marke MTV bei den potenziellen Käufern einen hohen Bekanntheitsgrad. Ob das ausreicht, stellt Anwalt und Buchautor Steve Gordon in Frage. Für ihn ist ausschlaggebend, "ob die Anwender einen Service wollen, der nur mit nicht-iPod-Playern kompatibel ist". Recht hat er.

Yahoo lässt User User fragen

Wie Yahoo heute bekannt gab startet das soziale Suchportal Yahoo Answers  heute seinen Regelbetrieb. Anwender in den USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Indien können damit ab sofort gezielte Fragen an die Online-Community stellen und erhalten, wenn alles gut läuft, ebenso persönliche Antworten. Gegenüber Internet-Suchmaschinen soll dies den Vorteil bieten, dass man direkt auf die Erfahrungen und Erlebnisse anderer Anwender zurückgreifen kann, wenn es etwa darum geht, eine Kaufentscheidung zu fällen oder beispielsweise ein Urlaubshotel auszuwählen. Damit nicht jede Frage doppelt und dreifach gestellt wird, steht ein thematisch sortiertes Archiv zur Verfügung. Laut einer Pressemeldung vom heutigen Monat soll das Angebot ab dem Sommer auch hierzulande verfügbar sein. Dann allerdings unter dem Namen Yahoo Clever.

Im zweiten Teil: Apple-Gerüchte in Masse, Neues von Palm, Word wird Blogging-Software, die USA technologisches Dritte-Welt-Land und mehr. Weiter... 

Bloggen mit Word

Schon bei dem Gedanken daran, man würde Microsofts Textverarbeitungs-Programm Word als Editor für Blog-Text benutzen, bekommen Blogger Schweißausbrüche. Denn wenn man versucht, Word-Texte in ein Weblog einzubauen, muss man entweder jede Menge überflüssigen HTML-Code entfernen oder mit wenig ansehnlichen Ergebnissen leben. Mit Word 2007 soll das anders werden. Die kommende Version der Textverarbeitung wird alle Funktionen mitbringen, die man braucht, um ein Blog mit Texten und Bildern zu befeuern. Das verspricht zumindest Word-Entwickler Joe Friend in seinem Blog . Allerdings, so muss er einräumen, befinden sich die Blogging-Funktionen noch im frühen Beta-Stadium.

Die USA ein Dritte-Welt-Staat?

Steven Schwankert vom IDG News Service hat etwas, das vielen US-Amerikaner fehlt: Auslandserfahrung. Seit zehn Jahren lebt er in Peking. Doch statt, wie man es von einem US-Bürger erwarten könnte, über die Schwächen des kommunistischen Systems herzuziehen, schreibt er darüber, wie sehr sein Heimatland seiner Wahl-Heimat China technologisch hinterher hinkt .

"Die Bagels sind besser, das chinesische Essen ist furchtbar und vor allem ist die Technologie auf Dritte-Welt-Niveau," fasst Schwankert seine Eindrücke von seinen Reisen in die alte Heimat zusammen. Seinen Techno-Frust untermalt er mit Schilderungen über seine Schwierigkeiten dabei, in den USA eine Prepaid-Handykarte zu bekommen oder einen kostenlosen Hotspot zum Websurfen zu finden.

In China sei das alles besser, so das Fazit seines Artikels. Da koste die Breitband-Flatrate viel weniger, das Handy funktioniere überall und man könne in vielen Restaurants und Cafés kostenlos per WLAN online gehen und arbeiten. Was das Erwirtschaften von Gewinnen angeht, so sein Resümee, hätten die kommunistischen Chinesen den kapitalistischen Amerikaner einiges voraus, schließlich müsse man sich bei denen nicht auf ewig binden, sondern könne auch mal einen Kommunikations-Quickie bekommen.

Palm macht’s wieder mit Palm OS

Der PDA- und Smartphone-Hersteller Palm hat in den USA eine Palm OS-Variante des Smartphones Treo 700 vorgestellt. Wie "PhoneScoop"  schreibt, ist der herausragende Unterschied des als Treo 700p bezeichnetes Geräts sein höher auflösendes Display. Während der Windows Mobile 5.0 basierte Treo 700w lediglich 240 mal 240 Bildpunkte darstellt, bildet der Treo 700p 320 mal 320 Pixel ab.

Die übrige Hardware scheint mit der Windows Mobile-Version übereinzustimmen. So verfügt das Gerät über eine 1,3 Megapixel Digicam, Bluetooth sowie einen Slot für SD-Karten. Letzterer akzeptiert aber weder Speicherkarten mit mehr als 2 GB Kapazität noch WLAN-Adapter. Wann und zu welchem Preis der Treo 700p auf den Markt kommt lässt Palm allerdings noch offen . Nur so viel ist sicher: wie den Treo 700w wird es ihn nur in den USA geben.

Gerüchte am Montag

Was wäre ein Montagmorgen ohne ein paar frisch duftende Gerüchte? Obwohl, das erste riecht irgendwie schon ein wenig komisch. Denn da geht es einmal mehr um die schon mehrfach erwarteten MacBooks von Apple.

Nachdem die auch vergangenen Woche nicht auf der Bildfläche erschienen, soll nun versehentlich eine Produktseite zu den neuen Geräten für kurze Zeit bei Apple zu sehen gewesen sein. Den Screenshot dazu hat "Spymac"  aufgetan. Wie allerdings die Mehrheit der Kommentatoren vollkommen richtig feststellt, sieht das arg nach Bildmontage aus. Aber es könnte ja auch neue iPods geben. Auf "Newsvine"  gibt es dazu eine ausgesprochene unterhaltsame Theorie zu lesen, wonach die durchschnittliche Zeitspanne zwischen der Herausgabe eines Quicktime-Updates und der Vorstellung eines neuen iPod-Modells rund 44 Tage beträgt. Daraus orakelt der Autor, kommenden Donnerstag wäre iPod-Tag.

Merkwürdige Logik, könnte man meinen, Schließlich ist das jüngste Quicktime-Update gerade erst wenige Tage alt. Dabei könnte der Termin durchaus passen, denn am Donnerstag wird Apples neues Ladengeschäft in Manhatten der Presse vorgeführt. Zumindest soviel ist sicher.

Sicher ist aber auch, dass mittlerweile auch Sony darauf setzt, mit gezielten Informations-Schnipseln eine große Erwartungshaltung zu schüren. Seit Kurzem ist auf deren Website ein Spot  zu sehen, in dem auf ein mysteriöses neues Gerät hingewiesen wird. Worum es sich dabei handelt, bleibt vollkommen unklar. Nur der Vorstellungstermin wird verraten: am Dienstag soll es soweit sein.

Bei "jkOnTheRun"  sind nun Bilder aufgetaucht, die das ominöse Gerät zeigen sollen. Demnach handelt es sich um einen UMPC ähnlichen Handflächen-PC mit Mini-Tastatur und diversen drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten. Ob es sich dabei tatsächlich um das mysteriöse Device handelt? Morgen wissen wir mehr.

Mach Movies mit Nokia

Das Nokias Video-Handy N90 durchaus vorzeigbare Ergebnisse hervorbringt, demonstriert Robert Nylund mit seinen Kurzfilmen. Das Highlight "Bad Quality Super Glue"  zeichnet sich nicht nur durch den feinen Akzent des Protagonisten, sondern auch dadurch aus, dass die Schlüsselszene gleich mit zehn N90-Handys aufgezeichnet wurde, um nur ja kein Detail zu verpassen. Der Aufwand hat sich gelohnt.

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