Netzwelt-Ticker Länger schwimmen mit Google
Google Maps Routenplaner lässt Anwender schwimmen
Der Google Maps Routenplaner ist ein Werkzeug für Wagemutige. Denn das Programm kennt keine Grenzen oder Hindernisse und legt das auch seinen Nutzern nahe. Wer zum Beispiel die beste Strecke von New York nach Dublin abfragt, erhält eine komplette, detaillierte Wegbeschreibung , die mit folgendem Punkt zu überraschen weiß: "Durchschwimme den Atlantischen Ozean. Strecke - 3462 Meilen. Voraussichtliche Zeit - 31 Tage." Auch etwas befremdlich könnte auf Ortskundige der Ratschlag wirken, nach Frankreich zu schwimmen, durch den Tunnel nach England zu reisen und die Fähre nach Irland zu nehmen.
Milliardenauftrag für US-Telcos
Die Telekommunikationsunternehmen in den USA dürfen sich freuen: Gestern hat die US-amerikanische Behörde zur Vermögensverwaltung (GSA) einen Großauftrag über 20 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 15 Milliarden Euro) an AT&T, Verizon und Qwest vergeben . Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, in diesem Zeitraum sollen für insgesamt 135 Bundesbehörden national und in 191 Ländern weltweit sichere Telefon-, Online- und Videonetze modernisiert oder eingerichtet werden.
Die Vertragsbedingungen der GSA erlauben überdies eine Zunahme des Auftragsvolumens auf bis zu 48 Milliarden US-Dollar. Verständlich, dass es bei Sprint Nextel lange Gesichter gab, denn der immerhin drittgrößte Mobilfunker der USA wurde bei der Auftragsvergabe nicht berücksichtigt. Obwohl das Unternehmen seit 18 Jahren auf der Lieferantenliste der US-Behörden steht. Die drei übrig gebliebenen haben allerdings noch eine Hürde vor sich: Sie müssen sich für jeden Vertrag mit den einzelnen Regierungsbehörden nochmals gesondert bewerben.
Urheberrecht: US-Schüler verklagen Anti-Betrugs-Service
Der Diebstahl geistigen Eigentums ist in Online-Zeiten einfacher denn je geworden. Davon können auch Prüfer an Schulen und Universitäten ein Lied singen, bekommen sie doch immer wieder Abschlussarbeiten vorgelegt, die zum Teil komplett aus dem Internet gestohlen wurden. Die Überprüfung von möglicherweise plagiierten Texten ist eine einträgliche Marktlücke für Unternehmen, die fragliche Texte mit ihren Datenbanken abgleichen, in denen Millionen von Haus-, Diplom- und Doktorarbeiten gespeichert sind.
Mehrere Schüler haben nun eine solche Firma auf 900.000 US-Dollar Entschädigung verklagt. Ihre Begründung ist laut "Washington Post" , dass die Praxis des Unternehmens, das geistige Eigentum der Schüler zu kommerziellen Zwecken zu verwenden, gegen geltendes Urheberrecht verstößt. "Alle sind erstklassige Einserschüler und haben es nicht nötig, zu betrügen", wird der Anwalt der Schüler zitiert. "Das Problem ist die Speicherung der Dokumente. Hier werden die Rechte der Schüler verletzt, denen die Kontrolle über ihr Eigentum zusteht."
Mit Apple Alben vervollständigen
Im Internet scheint die Zeit der Musik-Alben vorbei. Warum für ein oder zwei gewünschte Titel noch sieben weitere quasi als Beifang mitbezahlen, wenn man doch schon lange "on demand" an seine Musik kommt? Vielleicht deshalb, weil der Albenverkauf bei physischen Tonträgern nach wie vor stabil dasteht, Singles in diesem Bereich sogar zurückfallen. Das jedenfalls ist die Situation in Deutschland, wie die Deutschen Phonoverbände gestern meldeten .
Möglicherweise erwartet man bei ähnlicher Ausgangslage auch in den USA eine Renaissance der Alben im Onlineverkauf. Anders ist jedenfalls die Initiative von Apples iTunes Store nicht zu verstehen, der seinen Kunden einen neuen Service namens "Alben vervollständigen" anbietet. Wer ein komplettes Album kauft und herunterlädt, bekommt den Preis für bereits zuvor erworbene Einzeltitel angerechnet. So ganz scheint man dem eigenen Angebot allerdings doch nicht zu trauen, die Option zur Vervollständigung ist auf sechs Monate nach dem Kauf eines Songs begrenzt.
Ole online
Was die Kanzlerin in Berlin kann, das gelingt den weltstädtischen Hamburgern schon lange. Das scheint sich Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust gedacht zu haben. Drum gibt es ab sofort einen Podcast des Hamburger Senats, der in insgesamt zehn Folgen Senatoren zur Selbstdarstellung antreten lässt . Den Anfang machte gestern der oberste Hanseat selbst, der dabei aber keine "abgefilmten Regierungserklärungen" verbreiten will. Schonungslos soll offenbart werden, "was schlecht läuft und was besser laufen könnte". Senat 2.0? Noch nicht ganz, allfällige Kommentare aus Bürgermund sind vorerst nur via E-Mail oder über ein Kontaktformular möglich, öffentlich werden sie nicht.
China: Für obszöne SMS drohen zwei Wochen Knast
In China hat man kein Verständnis für Pornografie auf dem Handy. Wer überlegt, einem Freund oder einer Freundin ein schlüpfriges Foto oder einen anzügliche SMS zu schicken, sollte das besser lassen. "China Daily" berichtet von einer Mitteilung der Polizei in Peking , die jedem, der "sexuell eindeutige Nachrichten" versendet, mit einer Geldstrafe von 3000 Yuan (umgerechnet 290 Euro) droht. Außerdem muss bis zu zwei Wochen Haft gerechnet werden. Wer gar pornografischen Schweinkram verschickt, dem winken in China bis zu drei Jahre hinter schwedischen Gardinen.
Mit diesen Strafandrohungen wollen die Behörden offensichtlich den zunehmenden Handel mit Sexbildchen und Porno-Texten bekämpfen, der vor allem in der Hauptstadt floriert. Dort bekommt man ein schwüles Bild fürs Handy schon für 50 Cent, ein einstündiges Pornofilmchen kostet einen Euro. In den letzten drei Wochen wurden bereits 19 Handyverkäufer wegen Handels mit Pornografie eingesperrt. Bei mittlerweile über 460 Millionen Handynutzern in China werden die Tugendwächter ordentlich zu tun bekommen.