Netzwelt-Ticker Lausch-Trojaner von Schweizer Behörde
Schweiz will bei VoIP mithören
Einem Bericht der "Sonntagszeitung" zufolge wollen Schweizer Behörden künftig auch bei Internet-Telefonaten mithören können. Da man sich dabei aber nicht einfach, wie im herkömmlichen Telefonnetz, in eine Leitung einschalten kann, haben die Gesetzeshüter eine spezielle Abhörsoftware entwickeln lassen. Die soll vom jeweiligen Internet-Provider unbemerkt auf den Rechner der Zielperson eingeschleust werden. Wie es in dem Bericht heißt, sind weder Virenscanner noch Firewalls in der Lage, diesen Trojaner zu erkennen. Ist die Software installiert, schneidet sie Gespräche unerkannt mit und sendet sie, in kleinen Datenpaketen, an einem Server. Verschlüsselungstechniken, wie sie beispielsweise Skype verwendet, sollen dabei umgangen werden. Zudem kann die Software genutzt werden, um per Fernsteuerung beispielsweise das Mikrofon eines Notebooks oder eine Webcam zu aktivieren. So könnten sogar Gepräche in der Nähe des jeweiligen PCs mitgehört werden. In den normalen Verkauf soll die Software jedoch nicht gelangen. Vielmehr gibt der Geschäftsführer der Firma ERA IT Solutions, die das Programm entwickelt hat, der Zeitung gegenüber zu verstehen, dass die Software "ausschließlich für die Verwendung durch Behörden vorgesehen [ist] und auch nur an diese verkauft [wird]."
Eine Auskunft darüber, unter welchen Betriebssystemen der Behörden-Trojaner läuft, bleibt der Artikel leider schuldig. Wahrscheinlich wird es Windows sein. So kann man nur spekulieren, dass böse Buben sich möglicherweise einfach dadurch vor derartigen Abhöraktionen schützen können, dass sie sich einen Mac oder Linux-Rechner zulegen.
Kupfer soll schneller werden
Derzeit sind Internet-Provider schwer damit beschäftigt, ihre Infrastruktur mit Glasfaserkabeln auszubauen. Deren hohe Übertragungsraten bilden die Grundlage für die moderne Multimedia-Anwendungen wie etwa Video-on-Demand via VDSL. Bedauerlicherweise ist dieser Netzausbau mit erheblichen Kosten verbunden. So sollen die Glasfaseranschlüsse bei der Deutschen Telekom Kosten zwischen 1000 und 1500 Euro pro Haushalt verursachen.
Doch das könnte sich ändern. Wie Reuters berichtet , arbeitet eine Gruppe von Telekommunikations- und Technologie-Firmen daran, die Übertragungskapazität der guten alten Kupferleitungen nahezu auf das Niveau von Glasfaser-Leitungen zu katapultieren. Damit wäre die Dynamic Spectrum Management (DSM) getaufte Technologie eine ausgesprochen attraktive Alternative für Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugänge. Darüber, wann es soweit sein soll, ließen die beteiligten Firmen bisher allerdings noch nichts verlauten.
DVD-Kopierschutz gegen PC-Anwender
Man könnte den Eindruck bekommen, die Filmindustrie sei nicht sonderlich lernfähig. Wie bei CNets Hardware Blog zu lesen ist, heißt deren neuster Streich "Protect DVD-Video." Dieser neue Mechanismus verwendet ein modifiziertes Dateisystem, welches PCs gegenüber erscheint, als sei das Inhaltsverzeichnis der DVD leer. Das Resultat ist bestechend: jeder Versuch die DVD auf einem Computer, das kann auch ein Media Center PC sein, abzuspielen, ist zum Scheitern verurteilt. Damit entmündigt die Industrie einmal mehr den Anwender, indem sie es unmöglich macht, legal erworbene Inhalte auf einem Gerät der Wahl zu nutzen. Der Blog-Autor Adrian Kingsley-Hughes fürchtet nun, Anwender könnten sich gezwungen sehen, ihre legal erworbenen DVDs mit illegalen Mitteln ihres Kopierschutzes berauben, um sie überhaupt nutzen zu können. Schlimmer noch, befürchtet er, die User könnten sich derart bevormundet fühlen, dass sie sich Filme und Musik lieber gleich auf illegalem Weg, dafür aber ohne lästigen Kopierschutz besorgen. Muss es wirklich soweit kommen?
Ask.com macht Mobil
Nun gesellt sich auch Ask.com in die Riege jener Suchmaschinen-Betreiber, die ihre Dienstleistung auch für Mobiltelefone anbieten. Dabei, so CNet, habe man sich bemüht, die Bedienung so zu vereinfachen, dass man am Handy mit einem Minimum an Tastenklicks zu Ergebnissen kommt. Zudem soll einen Technologie namens Skweezer zum Einsatz kommen, die Webseiten derart komprimiert, dass sie schneller geladen werden und auf kleinen Displays besser lesbar sind. Zudem kann man aus den Suchergebnissen heraus direkt Telefonnummern wählen lassen oder beispielsweise Wegbeschreibungen anzeigen lassen können. Wie die Finanzierung des mobilen Suchdienstes erfolgen soll bleibt allerdings unklar. Anzeigenwerbung ist laut CNet nicht geplant.
Qualcomm lässt Eudora frei
Wer sich Qualcomms E-Mail-Programm Eudora kaufen möchte, sollte sich beeilen. Spätestens Mitte des kommenden Jahres nämlich wird die Software kostenlos zu bekommen sein. Um das zu ermöglichen hat sich die Hersteller-Firma mit der Mozilla Foundation zusammengetan . Die soll dafür sorgen, dass künftige Eudora-Versionen als Open-Source-Software auf Basis der Thunderbird-Engine weiter entwickelt werden. Mit Erscheinen der Open-Source-Version will Qualcomm den kommerziellen Vertrieb einstellen. Damit geht Eudora bereits in seine dritte Lebensphase über. Ursprünglich von dem Studenten Steve Dorner entwickelt, wurde das Programm Anfang der neunziger Jahre von Qualcomm übernommen und parallel in kostenlosen und kostenpflichtigen Varianten produziert. Der Schritt, die Software nun der Open-Source-Gemeinde zu überlassen, deutet darauf hin, dass die Entwicklungskosten nicht mehr aus den Einnahmen zu decken waren.
WiMAX wird mobil
Mit der Vorstellung einer neuen Generation von Chips für die WiMAX-Funknetz-Technologie bereitet Intel den Weg für mobile WiMAX-Anwendungen. Anders als mit bisherigen Lösungen, ermöglichen die neuen WiMAX Connection 2250-Chips , einen nahtlosen Übergang zwischen WiMAX-Netzwerken. Nokia nahm das zum Anlass, zu verkünden, man werde 2008 mit dem Verkauf WiMAX-basierter Mobiltelefone beginnen . Der Vertrieb passender Basisstationen an die Provider hingegen soll bereits 2007 starten, kündigten sowohl Motorola als auch Nokia an. Bleibt nur noch abzuwarten, ob WiMAX es tatsächlich schaffen wird, sich gegen konkurrierende WLAN- und 3G-Technologien durchzusetzen.
Flash-Mac
Johnathon Schlemmer hat ein Problem: Ihm fehlt das Geld für einen neuen Mac, den er so dringend haben möchte. 1000 US-Dollar braucht er noch. Um die zusammenzubekommen hat er in Flash eine Website programmiert, die dem Besucher vorgaukelt, er habe einen Mac vor sich. Selbst iTunes-Musik, ein iPhoto-Album und ein Quicktime-Filmchen fehlen nicht. Schlemmers Angebot lautet nun, er werde seinen iFizzle genannten Mac-Simulator für jedermann frei verfügbar machen, sobald über seine Website jene 1000 US-Dollar an Spenden zusammengekommen sind. Das ist doch besser als betteln. Knapp 600 US-Dollar hat er schon zusammen.