Netzwelt-Ticker: Linux für Christen - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Linux für Christen

Von Ubuntu - der mittlerweile populärsten Linux-Version - gibt's was Neues: Ein Betriebssystem für Christen. Außerdem im Überblick: "New York Times" sperrt Briten aus, Hacker fischen AT&T-Kundendaten ab, RTL setzt auf Pay-TV, Blu-ray hat Probleme und mehr.
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"New York Times" blockiert Briten

Die Online-Ausgabe der "New York Times" verwendet ein aufwendiges System, um ihre Leser ihren Heimatland zuordnen zu können. So kann jedem Leser passende Werbung zugeschoben werden. Einer Meldung von Associated Press  zufolge wird dieses System nun aber genutzt, um britischen Usern das Lesen eines Artikels über die vereitelten Bombenanschläge von London unmöglich zu machen. Klickt ein Brite auf einem Link zu besagtem Text, landet er bei einer Meldung, die darüber aufklärt, dass die britische Rechtslage die Veröffentlichung vorverurteilender Informationen über Angeklagte vor Prozessbeginn verbietet. "Wir hatten das Gefühl, wir sollten dieses Landesrecht respektieren", so eine Sprecherin der "Times".

Michael Geist, Jura-Professor in Ottawa, glaubt jedoch nicht, dass dieser Versuch der lokalen Zensur idiotensicher sei. Schließlich könne jeder fortgeschritten PC-Anwender diese Sperre umgehen oder die Informationen einfach in anderen Online-Quellen nachlesen, die auf den "Times"-Artikel verweisen. Der britische Jura-Professor Jonathan Zittrain sieht in der Aktion ohnehin nur heiße Luft und tote Fliegen. Nach seiner Meinung gehe es nur darum, dass die "Times" sagen kann, sie habe britisches Recht respektiert, was die Briten wiederum glücklich machen würde. Lesen könne den Artikel trotzdem jeder, der es will.

AT&T-Kundendaten abgefischt

Der US-Telekommunikationsriese AT&T ist nach eigenen Angaben Opfer von Hackern geworden, meldet Reuters . Diese hätten die Kreditkartennummern von fast 19.000 Kunden im ganzen Land abgefischt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. AT&T hatte nach eigenen Angaben die Kartennummern von Kunden gespeichert, die Ausrüstung für schnelle Internet-Zugänge gekauft hatten. Am vergangenen Wochenende sei es Hackern gelungen, in das System einzudringen. Die betreffende Internetseite sei inzwischen gesperrt, die betroffenen Kunden informiert worden, hieß es in der Erklärung weiter. Das Unternehmen kündigte an, für die entstandenen Schäden aufzukommen.

Office und Vista kommen im Januar

Amazon hat's mal wieder getan. Obwohl Microsoft sich standhaft weigert, irgendwelche Informationen zum geplanten Veröffentlichungstermin von Windows Vista preiszugeben, weiß jetzt alle Welt, wann es soweit sein soll. Schließlich kann man Vista seit gestern bei Amazon vorbestellen . Dort wird der 30. Januar 2007 als Lieferdatum angegeben. Als wäre das nicht schon genug, bietet das Online-Kaufhaus auch noch Office 2007 zur Vorbestellung  an. Vom Hersteller selbst gibt es für diese Daten freilich keine Bestätigung. Alles was man von Microsoft-Sprechern zu hören bekommt ist, dass sie diesen Termin liebend gern bestätigen würden, es aber leider nicht können . Ein richtiges Dementi klingt anders.

RTL startet Kabel-Pay TV

Noch in diesem Jahr will es RTL der ProsiebenSat1-Gruppe nachmachen und ebenfalls Pay-TV-Sender ins digitale Kabelnetz einspeisen. Einer Meldung des Medienmagazins DWDL  zufolge sollen die drei Spartenkanäle auf die Namen RTL Crime, RTL Living und Passion getauft worden sein. Alle drei Kanäle sollen ohne Mehrkosten in bestehende Pay-TV-Pakete, wie etwa Kabel Digital HOME, integriert werden.

Probleme mit Blu Ray

Der HD-DVD-Konkurrent Blu-ray-Disc scheint nicht so recht aus den Startlöchern zu kommen. Offenbar bereiten die doppellagigen 50-GB-Medien mehr Probleme als zuvor angenommen. Dabei wird gerade diese hohe Kapazität immer wieder als Argument vorgebracht, weshalb Blu-ray besser sei als die nur 30 GB fassende HD DVD.

Bisher jedoch sind 50-GB-Scheiben Mangelware, da ihre Herstellung noch nicht problemlos läuft. Darunter leiden nun offenbar auch Besitzer des ersten Blu-ray-Players, des BD-P1000 von Samsung. Der, so heißt es bei "HD Beat"  sei nämlich möglicherweise gar nicht kompatibel zu den 50-GB-Scheiben und kann nur die bereits seit Monaten erhältlichen Medien mit 25 GB Kapazität wiedergeben. Der Player konnte vor seiner Auslieferung möglicherweise gar nicht auf 50-GB-Kompatibilität getestet werden.

Dennoch geben die Autoren von "HD Beat" den BD-P1000 noch nicht verloren. Schließlich könnte ein Firmware-Update das Problem beheben. Das wäre auch dringend nötig, denn es wäre wohl keiner der Samsung-Kunden glücklich, jetzt zu erfahren, dass das 1000 US-Dollar teure Gerät nur mit 25 GB-Medien umgehen kann.

Linux Top Ten

DesktopLinux.com  hat gefragt und 15.000 antworteten. Heraus kam eine Rangliste der beliebtesten Linux-Distributionen. Ganz vorne liegt Ubuntu mit 29,2 Prozent, während die Plätze Zwei und Drei von Debian und openSUSE belegt werden. Für eine Überraschung bei den Autoren sorgte jedoch, dass bereits auf dem vierten Platz Gentoo Linux zu finden ist, eine Software, die laut DesktopLinux.com eher von fortgeschrittenen Anwendern benutzt wird, um Linux besser zu begreifen.

Eine Erklärung für das gute Abschneiden der Community-basierten Distributionen hat der Autor der Umfrage bereits parat. Seiner Meinung nach neigen jene, die ohnehin viel Zeit in ihr Linux investieren, eher dazu, an einer solchen Umfrage teilzunehmen. Wer einfach in einen Laden geht, sich ein Linux-Paket kauft und installiert, ist dagegen weniger daran interessiert, sich der Gemeinschaft mitzuteilen.

Ichtux: Linux für Christen

Bei "BoingBoing"  ist zu lesen, dass es von Ubuntu Linux jetzt auch eine spezielle Edition für Christen gibt. Das nicht offiziell vom Ubuntu-Hersteller Canonical unterstützte, auf der Anfänger-freundlichen Kubuntu-Distribution basierende Paket enthält gegenüber der Standard-Version unter anderem ein Programm für Bibel-Studien, etliche Bibeltexte und -Kommentare zum Heimstudium sowie ein Tool, mit dem Eltern ihren Sprösslingen den Zugriff auf allzu offenherzige Websites blockieren können.

Und ökumenisch ist Ichthux  auch noch: Laut Hersteller ist die Software für Protestanten und Katholiken gleichermaßen geeignet.

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