Netzwelt-Ticker Linux soll mobil werden
Linux soll mobil werden
Bis Ende 2007 will eine Allianz verschiedener Handy-Hersteller ein mobiles Linux-Betriebssystem für Handys, PDAs und andere tragbare Geräte entwickeln. Neben Samsung und Motorola haben sich auch NTT DoCoMo, NEC, Panasonic und Vodafone der Arbeitsgruppe angeschlossen. Laut "Newsfactor" hätte ein solches freies Open-Source-System den Vorteil, dass Handy-Produzenten weniger von proprietären Systemen wie etwa Microsofts Windows Mobile abhängig wären. Zudem glauben die Autoren, dass sich die typischen Linux-Vorteile, wie Stabilität und Standardisierung, problemlos auf mobile Geräte übertragen lassen. Mit "ars technica" teilen sie zudem die Ansicht, ein solches Betriebssystem könne enorm von der Open-Source-Bewegung profitieren.
Seth Jayson von "Motley Fool" ist da etwas weniger euphorisch. Er sieht in der Allianz nur eine weitere Hightech-Häkelgruppe, die miteinander schwatzt, Kaffee trinkt, ein paar Standards entwickelt und vielleicht sogar etwas Software schreibt. Er führt an, dass es mit dem Linux Phone Standards Forum und der Mobile Linux Initiative bereits zwei vergleichbare Gremien gibt. Zudem, so Jayson, nutzen bereits 14 Prozent aller Mobiltelefone ein Linux-System, während Palm OS und Windows Mobile sich mit jeweils fünf Prozent bescheiden müssen. Der Rest verwendet das mit weitem Abstand führende Symbian OS. Jaysons Fazit: Es interessiert keinen Menschen, welches Betriebssystem auf seinem Mobiltelefon läuft. Wichtiger als eine Vielzahl unterschiedlicher Oberflächen, egal ob mit Linux oder ohne, sei es, dass moderne Mobilgeräte alle angesagten Funktionen bieten. Für ihn erfüllt Motorolas "Q" diesen Anspruch und darauf läuft Windows Mobile.
Der erste Bluy-ray-Player
Mit einer großen Zeremonie hat das koreanische Elektronik-Unternehmen Samsung in New York das erste Abspielgerät für Blu-ray-Disks vorgestellt. Damit geht der Kampf um das Videoformat der nächsten Generation in die nächste Runde. Als Einstandspreis des BD-P1000 genannten Geräts gibt Samsung 999 US-Dollar an.
Obwohl er damit doppelt so teuer ist wie Toshibas Konkurrenzprodukt für die HD DVD, gab sich Samsungs Marketing-Manager Jim Sanduski gegenüber "PCmag.com" optimistisch: "Ja, wir sind doppelt so teuer wie die HD DVD, aber wir sind zuversichtlich, dass die Leute so viele kaufen werden, wie wir bauen können."
Sein Kollege Yang Dae-oh scheint da weniger euphorisch. So zitiert ihn "The Korea Times" mit den Worten "in diesem Jahr erwarten wir keine großen Verkäufe". Zudem geht Dae-oh davon aus, dass der Preis langsam sinken werde, bis er dem der Playstation 3 entspricht. Letztere soll zu ihrer Einführung im November inklusive Blu-ray-Player 499 bis 599 US-Dollar kosten. In den USA soll der BD-P1000 ab dem 25. Juni in den Regalen stehen. Der Verkaufsstart in Europa wird erst für September erwartet.
AOL schickt den Messenger zur Arbeit
Wie die "PCWorld" meldet, hat AOL mit dem öffentlichen Betatest von AIM Pro begonnen. Die Profi-Variante des Instant Messengers soll mehr Sicherheitsfunktionen als die Standard-Version enthalten und zudem frei von Werbebannern laufen. Dafür plant AOL allerdings auch, eine monatliche Abo-Gebühr zu verlangen. Neben der Text-Kommunikation soll die Software auch Sprach-Übertragungen, Videokonferenzen und Web-Meetings unterstützen. Zudem arbeitet sie mit Microsoft Outlook zusammen. Der öffentliche Betatest hat unter beta.aol.com begonnen.
Nielsen misst TV im Web und auf Mobilgeräten
Wie Reuters meldet , plant Nielsen Media Research in Zukunft, seine Untersuchungen über das Fernsehverhalten von Konsumenten auf Internet-TV und mobile TV-Anbote auszuweiten. Damit will das Unternehmen besser auf die veränderten Konsumgewohnheiten eingehen. Unter anderem soll ab Jahresende mit 400 Testpersonen geprüft werden, welche Auswirkungen Video-Downloaddienste auf die Fernsehgewohnheiten haben. Außerdem soll die Nutzung von Streaming-Angeboten untersucht werden.
Damit soll endlich Klarheit darüber geschaffen werden, welchen Einfluss Internet-Services tatsächlich auf den Medien-Konsum haben. Dass es dort noch einige Unsicherheiten gibt, fasst der ESPN-Manager Artie Bulgrin zusammen, wenn er fragt: Schafft es der Download vom Computer auf das Mobilgerät? Und wenn ja, schaut ihn sich der Anwender an? Und für wie lange?
Um dieses Nutzungsverhalten untersuchen zu können, prüft Nielsen derzeit verschiedene neue Technologien. Darunter auch einen tragbaren Sender, der festhält, wann sich sein Träger nahe einem TV-Gerät aufhält. Während die Resonanz auf Nielsens Pläne überwiegend positiv ausfällt, gibt es auch einige Kritik. Viel zu lange habe das Unternehmen gebraucht, um auf die Veränderung der Medienlandschaft zu reagieren.
Ab 2008 geht HSPDA ab
Mit HSDPA soll das mobile Internet in DSL-Geschwindigkeit durch den Äther flutschen. Vorerst werden davon jedoch in erster Linie berufliche Anwender profitieren, die mit speziellen Datenkarten in ihren Laptops unterwegs online gehen, glaubt der Analyst Julien Grivolas vom Marktforschungsunternehmen Ovum. Erst wenn bezahlbare HSDPA-Handys verfügbar sind, wird die Technologie sich wirklich durchsetzen.
Wann das sein wird glaubt Grivolas bereits zu wissen : "2008 wird das Jahr sein, in dem HSDPA wirklich abhebt." Dann nämlich soll es nach einer Untersuchung seiner Firma allein in Westeuropa 16,5 Millionen Verbindungspunkte geben. Ganz vorne mit dabei wird Deutschland sein. Das hat seinen Grund, denn hierzulande sind die UMTS-Netzwerke bereits bestens ausgebaut. Um diese auf HSDPA aufzurüsten, genügt es laut Grivolas, ein Software-Update einzuspielen. Für die Betreiber hat das den Vorteil, dass sie ihre enormen Investitionen in die UMTS-Infrastruktur mit wenig Aufwand ausbauen können. Na dann mal los bitte!
Strom aus der Kopfhörerbuchse
Während Steckdosen in Flugzeugen immer noch Mangelware sind und häufig auch noch spezielle Adapter erfordern, ist an jedem Sitz ein Kopfhöreranschluss zu finden. Den nutzt die InFlight Power USB Unit , um Geräte wie etwa einen MP3-Player, ein Handy oder einen PDA mit Strom zu versorgen. Man steckt einfach den Stecker in die Buchse, dreht die Lautstärke auf voll und hat nach drei bis fünf Minuten genug Strom gespeichert, um das angeschlossene Gerät für eine Minute zu laden, bevor sich der Zyklus wiederholt. Für 34,99 US-Dollar ist das Mini-Umspannwerk zu haben.