Netzwelt-Ticker: Live gegen Viiv - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Live gegen Viiv

Reine Geschwindigkeit ist out, das neue Kriterium für die Güte von PC-Chips ist Multimedia-Performance: AMD antwortet nun mit Live! auf Intels Viiv-Konzept. Außerdem im Überblick: Google will keinen Browser, 100-Dollar-PC kostet 130 Dollar, Sony verliert MGM und mehr.
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Mit Live! gegen Viiv

Der Prozessorhersteller AMD hat den offiziellen Startschuss für seine AMD LIVE!  genannte Plattform für Multimedia-Heim-PCs gegeben. Laut Pressemeldung soll AMDs Antwort auf Intels Viiv-Technologie den "ungetrübten Genuss von digitaler Unterhaltung in den eigenen vier Wänden oder unterwegs" garantieren. Wie "Reg Hardware"  berichtet sind die Anforderungen, die ein PC erfüllen muss, um das werbeträchtige Logo tragen zu dürfen, allerdings ungleich niedriger als bei Intels Viiv. Demnach muss ein Athlon 64 X2 Dual-Core-Prozessor und ein Gigabyte Arbeitsspeicher drin stecken – viel mehr ist nicht festgelegt.

Ob "fortschrittliche Grafikkarten", 7.1 Surround-Sound oder auch nur eine TV-Karte eingebaut werden, bleibt dem jeweiligen PC-Hersteller überlassen. Selbst eine HDMI-Schnittstelle, Voraussetzung für hochauflösende Videos und TV, wird nicht vorausgesetzt. Intel ist da sehr viel restriktiver und schreibt seinen Viiv-Partnern haarklein vor, welche Komponenten in so einem Multimedia-Boliden stecken müssen.

Was Live!-PCs aber wirklich auszeichnen soll, ist das Software- und Content-Paket "AMD LIVE! Entertainment Suite". Ausgehend von Microsofts Windows CP Media Center Edition soll man damit beispielsweise auch von unterwegs auf Filme und andere Inhalte zugreifen können, die zuhause auf dem Live!-PC gespeichert sind. Zudem soll ein Software-Assistent bei der Einrichtung des Heimnetzwerks helfen, während ein anderes Programm automatisch Filme komprimiert, um den Speicherplatz optimal auszunutzen. Darüber hinaus erhalten Live!-Anwender 25 Gigabyte kostenlosen Online-Speicherplatz für Backups. Weitere Tools und Dienste will AMD sukzessive anbieten.

Die ersten Live!-Rechner sollen laut AMD Ende Juni bei den Händlern stehen. Preise dafür sind noch nicht bekannt, aber billig werden sie kaum sein.

Kein Google-Browser

Während einer Konferenzschaltung mit Analysten von der Wall Street machte Google-CEO Eric Schmidt den Gerüchten um einen von Google angeblich geplanten Webbrowser ein Ende. "Wir würden keinen Browser nur so zum Spaß bauen," sagte Schmidt. Schließlich, so seine Begründung, gäbe es ja schon eine Menge guter Browser zur Auswahl. Allerdings, so heißt es bei Reuters , hielt Schmidt sich eine Hintertür offen, als er zu Protokoll gab "wir würden nur etwas machen [also einen Browser entwickeln, Anm. der Red.] ... wenn wir darin einen echten Zusatznutzen für den Anwender sehen". Kann also noch kommen, der Google-Browser. Nur eben jetzt noch nicht.

Online-Werbeumsatz steigt

Und zwar rasant. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers wurden in den USA im ersten Quartal 2006 satte 3,9 Milliarden US-Dollar mit Online-Werbung umgesetzt. Das sind zwar immer noch nur rund fünf Prozent des gesamten Werbeumsatzes der USA, bedeutet aber dennoch einen Zuwachs um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Greg Stuart, Chef der Auftrag gebenden "Advertising Bureau industry group" sieht in dem Wachstum denn auch "einen klaren Indikator dafür, dass die Verkäufer weiterhin an die Möglichkeiten und die Effektivität, die ihnen dieses Mediums bietet", glauben. Die meisten Werbetreibenden scheinen vor allem das sogenannte Keyword-Advertising zu glauben, welches, laut Associated Press , die treibende Kraft für dieses Wachstum darstellt.

Sony verliert MGM-Content

Die Entscheidung kam überraschend. Obwohl Sony erst Ende 2004 gemeinsam mit dem Kabelnetzbetreiber Comcast knapp fünf Milliarden US-Dollar in die Film- und TV-Bibliothek des Medienkonzerns MGM gesteckt hat, trennt dieser sich nun von dem japanischen Unternehmen. Künftig soll das DVD-Programm mit 4000 Filmen und 10.000 TV-Episoden exklusiv von Twentieth Century Fox vertrieben werden, meldet "mediabiz" . Ein schwerer Schlag für Sony, sollte eben dieses Reservoir doch als Quelle für Blu-ray-Angebote dienen. Doch noch ist nicht alles verloren: Auch MGM hat sich zu Sonys hochauflösendem Videoformat bekannt.

Der 100 Dollar PC kostet 130 Dollar

Der Kinderlaptop des von Nicholas Negroponte ins Leben gerufenen Projektes "one laptop per child" wird teurer als geplant. So ist es im "ZDNet"-Blog "Between the lines" zu lesen. Darin heißt es, das als Entwicklungshilfe für die Dritte Welt geplante Gerät werde nun wohl 130 US-Dollar teuer werden. Das, so Negroponte hänge von Arbeitsspeicher und dem Display ab, welches "im Sonnenlicht lesbar sein muss". Etwa im August/September soll die Entwicklung abgeschlossen sein. Dann soll auch über das endgültige Design abgestimmt und die Produktion aufgenommen werden. Ab April 2007 sollen die mobilen Rechner dann verfügbar sein.

Ubuntu wird erklärt

Ubuntu, das "Linux für menschliche Wesen" soll heute in die sechste Runde gehen. Wie Associated Press  meldet wird ab heute die neue Version 6.06 des Linux-Derivats als Download und als CD verteilt. Bisher ist auf den Ubuntu-Seite allerdings lediglich die CD bestellbar, die Download-Seite verweist noch auf die Version 5.10. Laut Hersteller Canonical liegen bereits 50.000 Vorbestellungen vor. Dieser Andrang dürfte freilich nicht allein durch die technischen Neuerungen des Updates begründet sein. Schließlich liegt der Aktualisierung ein Videointerview bei, in dem der ehemalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, die Bedeutung des Begriffs "Ubuntu" erhellt.

Ein PC in der Steckdose

Als perfekte Lösung für gestresste IT-Manager preist die britische Firma Jade Integration ihren Jack PC  an, der ab nächsten Monat in den Verkauf gehen soll. Sein Markenzeichen: der komplette Rechner ist nur so groß wie eine Steckdose und kann problemlos "unter Putz" in die Wand eingebaut werden. Lediglich ein Netzwerkkabel, idealerweise auch in der Wand verlegt, ist zum Betrieb nötig, denn seinen Strom bezieht der Jack PC via "Power over Ethernet" (PoE), also durch das Netzwerkkabel. Den Vorteil dieser Konstruktion sieht der Hersteller nicht nur im gesparten Platz, sondern auch darin, dass so ein Rechner nicht vom Nutzer aufgeschraubt und um wertvolle Komponenten beraubt werden kann. Zudem liegt der Stromverbrauch des Geräts mit nur fünf Watt deutlich unter den Anforderungen eines Standards-PCs. Zum Betrieb benötigt der Jack-PC freilich noch einen dicken Server im Keller, denn für eine eigene Festplatte ist in der Steckdosen-Konstruktion kein Platz mehr. Jade-Geschäftsführer Andy MacLellan glaubt, der Steckdosen-Rechner sei "eine der größten Entwicklungen im PC-Bereich".  Eine der günstigsten wird er auf jeden Fall. Ab 209 Pfund Sterling, umgerechnet etwa 306 Euro, wird der Jack PC zu haben sein.

Die elf schrägsten Videospiele

Chris Dahlen vom "A.V. Club"  hat sich die Mühe oder vielmehr den Spaß gemacht, die merkwürdigsten Augenblicke der Videospielgeschichte zusammen zu fassen. Herausgekommen sind seine, sehr subjektiven, Top 11. Angefangen beim TRS-80-Klassiker "Download" (wer erinnert sich noch?), bei dem man durch geschicktes Hüpfen auf die "andere Seite" der digitalen Klötzchenwelt gelangen konnte, über "Total Distortion", in dem selbst der Tod zum Musikvideo wird, bis hin zum fast aktuellen "Rez", dem ein Vibrator beilag, schildert Dahlen skurrile Merkwürdigkeiten der Spiele-Welt. Sein aktueller Liebling: das Online-Spiel "Second Life". Wer dort gegen die Regeln verstößt, muss zusehen, wie sein Avatar stundenlang durch ein Maisfeld wandert, in dem irgendwo ein alter Film über Jugendkriminalität gezeigt wird. Geholfen hat diese Form der Bestrafung bisher offenbar nicht. Warum nur?

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