Netzwelt-Ticker: Mexikanerhatz für jedermann - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Netzwelt-Ticker Mexikanerhatz für jedermann

Nichts los im Fernsehen, Langeweile auf allen Kanälen? Der texanische Gouverneur Rick Perry hat da eine Idee: Er schlägt vor, die Bevölkerung per Internet an der Hatz auf illegale Einwanderer zu beteiligen. Außerdem im Überblick: Ein bisschen Windows, ein wenig Mac, Porno-Browser und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sei ein Grenzsoldat

Der texanische Gouverneur Rick Perry hat sich einen tollen Plan  ausgedacht, wie man die Grenze zum Nachbarland Mexiko dicht machen und illegale Einwanderer aussperren kann. Entlang der 1600 Kilometer langen Grenze will er Hunderte Überwachungskameras installieren lassen. Deren Videobilder will er online stellen, so dass Internet-Nutzer dabei mithelfen können, die Grenze zu überwachen. Wer bei dieser Grenzerfahrung tatsächlich einen illegalen Grenzübertritt erspäht, soll die Behörden über eine gebührenfreie Hotline alarmieren. Darüber, wann das fünf Millionen US-Dollar teure Projekt gestartet werden soll, schweigt sich Perry aus. Wichtig war aber ohnehin nur die Ankündigung. Schließlich stehen im November Wahlen an und da will sich der Republikaner Perry sicherlich rechtzeitig der Unterstützung seiner Anhänger versichern

20 Dinge...

...die Sie an Windows Vista nicht mögen werden. So betitelt Scot Finnie von der  "Computerworld"  seinen Bericht über die aktuelle Beta-Version des Windows XP-Nachfolgers Windows Vista. Dabei beklagt er zuallererst, dass es für ihn so einfach war, 20 Dinge die Sie an Windows Vista nicht mögen werden zu finden. Dann aber legt er los und bemängelt zuerst einmal, dass selbst Microsofts minimale Anforderungen an eine Vista-fähige Grafikkarte noch viel zu hoch gegriffen seien. Schließlich, so Finnie, läuft die Vista Beta 2 auf seinem Notebook mit nur halb so großem Grafikspeicher auch ganz ordentlich. Auf den folgenden Seiten lässt der Autor kein gutes Haar an Vista, beklagt umständliche Benutzerführung, übereifrige Sicherheitsmechanismen und schließlich auch das Fehlen eigener Ideen sowie die hohen Preise der verschiedenen Vista-Varianten. Dass der Artikel dennoch nicht vollends zum Windows-Bashing wird, verdankt er Finnies Einsicht, dass Vista ja auch einige sehr gute, hübsche und sogar nützliche neue Funktionen mitbringen wird. Besser als Windows XP stuft er es allemal ein, findet aber dennoch, dass Apples Mac OS X Tiger immer noch das bessere Betriebssystem sei. Eine Antwort auf die Frage, weshalb das so ist, hat er auch parat: Er glaubt, dass Microsoft den Kontakt zu den Anwendern verloren hat.

AMDs 4X4

Wie "Infoworld"  vermeldet gab AMDs Cheftechnologe Phil Hester gestern bekannt, seine Firma wolle bis Mitte 2007 Prozessoren mit vier Rechenkernen auf den Markt bringen, die Server, Workstations und High-End-PCs antreiben sollen. Damit gleicht AMD seine Plänen denen des großen Konkurrenten Intel an, der ebenfalls Mitte nächsten Jahres die ersten Vierkern-CPUs ausliefern will.

Nichts wirklich Neues also im Zweikampf der Prozessorhersteller. Bedeutend interessanter sind dagegen AMDs Ankündigungen in Kürze lieferbarer Produkte. So verspricht laut Associated Press  eine Technologie besonders spannend zu werden, die bei AMD unter dem Codenamen 4X4 entwickelt wurde. Damit soll es möglich sein, zwei Doppelkern-Prozessoren, als vier CPU-Kerne, in einem PC zu betreiben. Derart ausgestattete Rechner sollen, laut Hester, deutlich besser mit anspruchsvollen Aufgaben wie Videoschnitt und 3D-Spielen klarkommen. Muss wohl so sein, denn ambitionierte Videoamateure und Hardcore-Gamer sind mit Sicherheit die Einzigen, die bereit sind den vermutlich deftigen Aufpreis für derartige Oberklasse-PCs zu zahlen.

Microsoft will überall mitspielen

Gegen Ende 2007, spätestens jedoch Anfang 2008 wird Microsoft eine portable Spielkonsole auf den Markt bringen – glauben zumindest die Analysten der US-amerikanischen Diffusion Group. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie vertreten sie die Theorie, Microsoft werde auf den Erfolg der Xbox 360 aufbauend versuchen, ein Gegenstück zu Sonys Playstation Portable im Markt zu platzieren. Damit, so die Studie, will sich der Software-Konzern eine dicke Scheibe vom jährlichen drei-Milliarden-Dollar-Umsatz-Kuchen in diesem Segment abschneiden.

Die Autoren des "Gaming-Blog"  von "News.com" glauben, Microsoft könnte mit einer solchen Mobil-Konsole durchaus großen Erfolg haben – auf jeden Fall im ersten Schritt. Dass daraus jedoch eine dauerhafte Erfolgsstory werden könnte, scheinen die Spiele-Spezialisten in Zweifel zu ziehen. Warum nur?

AOL: Sie haben Verspätung

Statt des üblichen "Sie haben Post" vernahmen Millionen AOL-Kunden gestern bestenfalls das Lüfterrauschen ihres PCs. Rund fünf Stunden lang lieferte der Online-Provider keine E-Mails aus. Einem Bericht von Associated Press  zufolge blieben dabei etliche Millionen Nachrichten in einer Warteschleife stecken. Erst am Nachmittag amerikanischer Zeit konnte das Problem gelöst und mit dem Abarbeiten der aufgestauten Nachrichtenflut begonnen werden. Bei einer Rate von einer halben Million Mails pro Sekunde hoffte man, den Rückstand bis zum Abend aufgeholt zu haben.

Die Rückkehr des Porno-Browsers

Wie "eWeek"  erfahren hat, ist ein längst verschollen gehoffter alter Bekannter unerwartet wieder aufgetaucht, der Yapbrowser. Bereits im April hatte der Spyware-Experte Andrew Clover mit seinen Enthüllungen  dafür gesorgt, dass die Software vom Netz genommen werden musste. Er demonstrierte mit einem Video, dass das Programm, ganz gleich was man mit ihm anzustellen versucht, stets eine Seite mit Werbung für Kinderpornografie ansurft.

Nun ist der Porno-Browser wieder aufgetaucht. Diesmal allerdings nicht auf den Servern des ehemaligen US-Anbieters 180Solutions, sondern auf russischen Webservern, die offenbar von einem estnischen Unternehmen gehostet werden. Wayne Porter von der Sicherheitsfirma FaceTime Security Labs warnt eindringlich vor der Installation der Software und gibt an, dass die angebotene Datei zu 100 Prozent identisch mit dem Programm ist, dass vor einigen Wochen aus dem Netz entfernt wurde. Die Antiviren-Spezialisten von McAffee schließen sich dieser Einschätzung an und bezeichnen den Browser als "potentiell unerwünschtes Programm". Diese Warnung dürfte eindeutig sein.

Jeder Zweite spielt WoW

Mit dem Multiplayer-Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW) landete Hersteller Blizzard Entertainment einen Überraschungserfolg. Während sein erfolgreichster Vorgänger, EverQuest, schon über eine halbe Million Abonnenten frohlockte, verzeichnet das innovative Fantasy-Spiel von Blizzard mittlerweile sechs Millionen zahlende Kunden und hat sich damit einen Marktanteil von fünfzig Prozent erarbeitet. "Ars technica"  geht der Frage nach, was diesen enormen Erfolg begründet und ob WoW das hohe Niveau halten kann.

Richard Garriott, Erfinder der Klassiker Ultima und Ultima Online, glaubt ein Rezept dafür gefunden zu haben, die Online-Spieler in seinem aktuellen Spiel "Tabula Rasa" über längere Zeiträume bei der Stange zu halten. Statt Neuerungen kontinuierlich in die Online-Welt einfließen zu lassen, will er lieber quartalsweise ganze Pakete, die er Episoden nennt, veröffentlichen. So glaubt Garriott eine Erwartungshaltung erzeugen und Spannung schüren zu können. Ob das Konzept aufgeht? Warten wir’s ab.

Mehr lesen über