Netzwelt-Ticker Microsoft kuschelt mit Hackern
Microsoft biedert sich an
Statt immer nur zu meckern, sucht Microsoft jetzt Kontakt zu Hackern. Im Rahmen der diesjährigen Black Hat Conference, einer Art Klassentreffen, auf dem Sicherheitsexperten und Hacker ihre neuesten Erkenntnisse austauschen, verteilte der Software-Konzern eine Test-Version von Windows Vista an die rund 3000 Teilnehmer, berichtet Associated Press . Erklärtes Ziel der Aktion: Die Profis sollen die Software bereits im Vorfeld der Veröffentlichung nach Sicherheitslücken durchforsten. So verhofft sich der Konzern, einen Vorsprung gegenüber böswilligen Programmierern erarbeiten zu können. Sie wagen sich direkt in die Höhle des Löwen, kommentiert Jon Callas vom Verschlüsselungssoftware-Hersteller PGP Corp. die Aktion.
Dennoch scheint das Vorgehen Früchte zu tragen. So bringt das Wall Street Journal einen Artikel über Microsofts Versuche, sich das Wissen und Vertrauen von Hackern wie dem 24-jährigen HD Moore aus Texas zu eigen zu machen. Der berichtet zwar von einigen Augenblicken angespannter Stille, als er seine Ansichten im Rahmen einer Microsoft-Sicherheitskonferenz kundtat. Letztlich empfindet der Texaner die Zusammenarbeit aber als hilfreich, da sie dem Software-Giganten zumindest in seinen Augen ein menschliches Antlitz gegeben hat. Und damit hat der Konzern exakt erreicht, was er wollte, denn man ist weniger gewillt, jemanden öffentlich zu demütigen, den man persönlich kennt, so Moore.
Internet-TV hebt ab
Nach einer Studie der Marktforschungsfirma iSuppli ist das IPTV genannte Internet-Fernsehen das nächste große Ding im Web. Bis 2010 soll die Zahl der IPTV-Nutzer demnach von heute rund fünf Millionen auf deutlich mehr als 60 Millionen steigen. Den Betreibern der Video-Dienste versprechen die Marktforscher Einnahmen in Höhe von 27 Milliarden US Dollar. Zwar seien derzeit noch die Europäer führend in diesem Bereich, allerdings glaubt man bei iSuppli, dass der asiatische Markt am schnellsten zulegen wird. Die höchsten Einnahmen pro Anwender werden allerdings aus dem amerikanischen Raum erwartet. Im Kampf um IPTV-Marktanteile sehen die Forscher von iSuppli ein großes Potential im Ausbau interaktiver Zusatzdienste und der Integration der TV-Inhalte mit anderen Diensten wie Sprach-, Daten- oder Spielangeboten. Noch sieht iSuppli den IPTV-Markt jedoch in seiner ersten Aufbau-Phase. Und in der gilt es, vornehmlich attraktive Pogrammangebote zusammenzustellen, die der Pay-TV-Konkurrenz Paroli bieten können.
Noch'n flickr-Klon
Die Welle der flickr-Adaptionen reißt nicht ab. Neu am Start: Radar . Dessen Unterscheidungsmerkmal: Es wendet sich in erster Linie an Benutzer von Kamera-Handys. Die sollen, so stellt es sich die Betreiberfirma Tiny Pictures vor, mit Freunden und Verwandten in Kontakt treten, indem sie ohne Unterlass Handy-Schnappschüsse auf ihr persönliches Radar-Portal laden. Indem die so informierten die Bilder kommentieren, soll sich ein eifriger Dialog per Bild und Text entwickeln. Die Netzbetreiber wirds freuen, denn die verdienen kräftig an den via Mobilnetz transportierten Bilddaten. Immerhin: Man muss die Fotos nicht als superteure MMS verschicken, sondern kann auch den preiswerteren Weg via E-Mail wählen.
Mehr Spiele für Macs
Das Gejammer, es gäbe für Apple-Rechner zu wenige Spiele und wenn, dann würden sie erst mit etlichen Monaten Verzögerung nach den Windows-Versionen auf den Markt kommen, wird nach dem Willen der US-Firma TransGaming bald ein Ende haben. Die hat nämlich, wie Gamerscan schreibt, eine Software entwickelt, mit der es für Windows-Spiele-Entwickler ein leichtes sein soll, ihre Unterhaltungssoftware auf Intel-Macs lauffähig zu machen. Das Funktionsprinzip der Cider genannten Technologie ähnelt Wine, einer Software, die Windows-Applikationen auch ohne Windows unter Linux laufen lässt. Ebenso wie das Linux-Vorbild bindet Cider den zum Betrieb der Spiele nötigen Windows-Code in die Spiele ein, ohne, dass ein echtes Windows installiert werden müsste. Nach Angaben des Herstellers werden die ersten derart am Mac lauffähigen Windows-Spiele innerhalb der nächsten Monate erwartet. Darüber, um welche Titel es sich dabei handeln soll, schweigt sich die Firma allerdings noch aus.
Upps, da war'n die E-Mails weg
Peinlicher Faux-pas beim britischen Internet-Provider PlusNET. Wie auf Slashdot zu lesen ist, kamen der Firma Anfang Juli 700 Gigabyte an E-Mails abhanden. Das allerdings nicht einfach so, sondern weil sie versehentlich gelöscht wurden. Gemeinsam mit Datenrettungs-Spezialisten hat die Firma nun einen Monat lang versucht, die gelöschten Daten wiederherzustellen. Wie der Technische Direktor Alistair Wyse nun eingestehen musste allerdings ohne Erfolg, weshalb man die Bemühungen nun einstellt. Aber eigentlich kann der Verlust gar nicht so schlimm sein, rechnet Wyse vor. Schließlich sei die Hälfte der verschollenen elektronischen Briefe ohnehin Spam gewesen. So kann man seine Kunden eben auch vor unerwünschten Mails schützen.
Plexeraser: der CD-Toaster
Die Firma Plextor, bekannt für ihre CD- und DVD-Brenner, hat mit dem Plexeraser den ultimativen CD/DVD-Shredder angekündigt. Seine einzige Aufgabe: gebrannten optischen Medien einen überbrennen und sie damit unlesbar machen. Wie hardmac vollkommen richtig anmerkt, könnte man ein ganz ähnliches Ergebnis wohl auch erreichen, indem man die zu löschende CD oder DVD für einige Sekunden in die Mikrowelle legt und danach zerbricht. Aber das wäre Profi-Paranoikern wohl nicht professionell genug.