Netzwelt-Ticker Microsoft macht auf MySpace
Firefox 2 - fast fertige Version
Nach einigen frühen Betaversionen ist nun der erste Release-Kandidat des neuen Firefox veröffentlicht worden . Ein Release-Kandidat ist eine fast fertige, relativ stabile Version, die alle Features des endgültigen Produkts bietet und dem Feinschliff dient. Jetzt können sich nicht nur mehr erfahrene User mit Bugs und Bugchen herumschlagen - auch unerfahrenere Firefox-Fans können den Release-Kandidat weitgehend sorgenfrei installieren und den Entwicklern bei den letzten Schritten zum fertigen Produkt helfen. Bereits jetzt, so Techweb, rechnen die Entwickler damit, dass mindestens noch eine weitere Vorabversion veröffentlicht werden wird.
Firefox 2 wird gegenüber der aktuellen 1.5-Version einige Ergänzungen und Verbesserungen mitbringen. Dazu gehören Anti-Phising-Hinweise, Rechtschreibkorrektur, Such-Vorschläge und Session-Wiederherstellung. Die endgültige Version soll dann, wie der Internet Explorer 7, im Verlauf des Jahres erscheinen.
Microsoft veröffentlicht IE-Patch früher
Microsoft hat gestern einen Patch für ein als kritisch eingestuftes Sicherheitsloch im Internet Explorer veröffentlicht, über das ein Angreifer Kontrolle über den attackierten Computer erlangen könnte. Microsoft, so Reuters, habe von Angriffsversuchen erfahren und deshalb das Sicherheitsloch zwei Wochen vor dem Release des monatlichen Security-Updates gestopft.
Microsoft macht MySpace-Konkurrenz
Dass kostenpflichtige Social-Networking-Portale durchaus Erfolg haben können, zeigt schon seit Jahren das lettische Draugiem.lv (Mein Freund). Dort zahlt man für alle interessanten Features - und trotzdem scheint fast jeder Jugendliche in Lettland Mitglied im Netzwerk zu sein, der junge Firmengründer Lauris Liberts ist angeblich durch seinen Service steinreich geworden.
Erst plant Microsoft eine YouTube-Konkurrenz und jetzt geht mit Wallop auch Microsofts eigene Social-Networking-Seite in einer Testversion online. Ähnlich wie bei Googles Service Orkut darf bei Wallop aber nur mitmachen, wer von einem Mitglied eingeladen wurde - eine Herangehensweise, die Facebook, die dritte große Networking-Seite, bald aufgeben wird, wie AP berichtet. Wallop will aber im Gegensatz zu MySpace und Co nicht auf Werbeeinnahmen durch Bannerschaltungen vertrauen, sondern für Widgets und grafische Gimmicks in den Profilen kassieren. Zwischen 99 Dollarcent und 4 Dollar soll Pimp-my-Profile kosten.
Der Spaß ist vorbei: Uni-Vorlesungen bei Google Video und Wahlanmeldung bei MySpace
Rumhängen, Freunde treffen, Zeit verdaddeln - Community- und Videoseiten sind der perfekte Zeitfresser. Das Unterhaltungsangebot ist größer als jede Disziplin: Elternschreck! Doch wenn Ihr Sprössling demnächst stundenlang auf Googles Videoseite herumsurft, dann kann es sein, dass er sich nicht die neusten Musikvideos oder Extremsport-Clips anschaut, sondern schon mal fleißig für die Universität lernt. Denn unter Mithilfe von Google hat die Universität von Berkeley nun eine eigene Webseite auf Google Videos eingerichtet , auf der Aufnahmen von Vorlesungen und Symposien online abrufbar sein sollen. Damit ist die amerikanische Universität die erste Hochschule, die so einen Service anbietet, wie Reuters schreibt .
Und auch die erfolgreichste Community-Website MySpace.com wird nicht mehr nur wildfremde Leute rund um den Globus zusammenbringen - oder dem US-Marine-Corps Neuzugänge einbringen - sondern auch die Jugend im wahlfaulen Amerika zur Wahl animieren. Am 7. November stehen die Kongress- und Governeurs-Wahlen an - bei den letzten Abstimmungen lag die Wahlbeteiligung bei weniger als 30 Prozent. Zusammen mit der politisch neutralen Bewegung "Declare Yourself" wird MySpace nun zum einen Werbeanzeigen schalten, die zur Registrierung als Wähler auffordern, zum einen wahlfördernde Banner und so genannte Badges anbieten, die User in ihre Profile einbinden können. Damit, so der Plan, überzeugen sich die MySpace-User gegenseitig, zur Wahl zu gehen. Von den 114 Millionen MySpace-Usern sind laut AP 80 Prozent im wahlfähigen Alter.
Nackt in Google Earth
Davon träumt jeder Exhibitionist: Nackt in Google Earth und die ganze Welt schaut zu! Doch ob die beiden nackten Sonnenanbeter aus Den Haag, von denen der Sydney Morning Herald berichtet , so erfreut über den Fund (=sie selbst!) der Google-Earth-Community sind, darf bezweifelt werden. Wer rechnet schon damit, dass das Flugzeug, das am warmen Sommertag langsam über den Himmel zieht in Wirklichkeit unfreiwillige Nacktaufnahmen von einem macht, und die dann auch noch in Google Earth der ganzen Welt zur Verfügung gestellt werden?
Als einziger Trost bleibt da, dass die Auflösung des Fotos nun wirklich nicht optimal ist - ob es wirklich ein Mann und eine Frau sind, die da in der Sonne liegen, ist eher Interpretationssache. Und ob der Mann wirklich ein Mann und nicht in Wirklichkeit eine große Aufblaspuppe (geschätze 2 Meter 75) ist, steht auch nicht fest. Schlimm nur: Über Google Earth lässt sich leicht die Adresse der beiden herausfinden - und was das bedeutet, davon können unzählige unfreiwillig erkannte im Netz ein Lied singen. Anrufe, Besucher, Enthüllungen der Enthüllten.