Netzwelt-Ticker: Microsoft verdient am Fehler - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Microsoft verdient am Fehler

So lange es Sicherheitslecks bei Windows-Rechnern gibt, hat Microsoft erkannt, lässt sich mit Software dagegen prächtig Geld verdienen. So wie mit mobilen E-Mails, glauben Analysten, die in mobilen Mail-Clients "die nächste SMS" entdecken. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Microsoft macht mit Sicherheit Geld

Endlich hat Microsoft eine sinnvolle Anwendung für Sicherheitslücken gefunden. Ab Juni verkauft das Unternehmen ein eigenes Sicherheits-Paket, das PCs vor Viren, Spyware und Hacker-Angriffen schützen soll. Pro Jahr sollen Anwender für die Windows OneCare Live getaufte Software 49,95 US-Dollar Abo-Gebühr berappen, weiß "The Register"  zu berichten und verweist auf die Ankündigung des Windows-Chefentwicklers Jim Allchin, dass Windows Vista über keinen integrierten Virenschutz verfügen wird.

Den etablierten Herstellern derartiger Sicherheitspakete, wie etwa Symantec, will man mit OneCare Live allerdings keine Marktanteile abnehmen, sagt zumindest Microsofts General Manager der Technology Care and Safety Group, Ryan Hamlin. Er sieht vielmehr enorme ungenutzte Potentiale, da sich bisher ohnehin nur ein Drittel der Windows-Anwender solch kommerzieller Schutz-Software bedient. Im Interview mit der "Business Week"  vertrat er die Ansicht, dass "hier jede Menge Platz für uns alle" ist. Symantec sieht das wohl anders. Heute Morgen kündigte das Unternehmen ebenfalls einen Abo- Sicherheitsdienst mit erheblich erweiterten Funktionen an. Einen Preis für den vorläufig als "Genesis"  bezeichneten Service mochte der Hersteller noch nicht nennen, wohl aber einen groben Starttermin. Im Herbst, also noch rechtzeitig vor der Windows-Vista-Premiere, soll es soweit sein.

200 Millionen Mal Windows Vista

Nicht nur von ihrem neuen Sicherheits-Abo versprechen sich die Microsoft-Oberen fette Gewinne. Offenbar reiben sich die Geldzähler in Redmond jetzt schon die Hände in Erwartung zukünftiger Profite aus dem Verkauf von Windows Vista. Allein in den ersten zwei Jahren nach dem geplanten Verkaufsstart in der zweiten Jahreshälfte 2006 will der Konzern 200 Millionen Kopien absetzen, schreibt Mary Jo Foley in "Microsoft Watch"  - Upgrades bestehender Windows-XP-Installationen nicht mitgerechnet.

Nachfrage nach Kinderpornos verdreifacht

Mindestens 35.000 britische Internet-Surfer versuchen täglich, auf Webseiten zuzugreifen, die Kinder-Pornografie enthalten, meldet der "Guardian" . Die Zahlen stammen vom Telekommunikations-Unternehmen BT, dass rund ein Drittel der britischen Internet-Anschlüsse betreibt. Seit das Unternehmen im Juni 2004 damit begonnen hat, Kinderpornografie zu blockieren, sei die Zahl der täglichen Zugriffsversuche damit auf das Dreifache gestiegen. Die Dunkelziffer könnte aber noch weit darüber liegen, da die übrigen Provider über keine derartige Filter-Technologie verfügen.

Mobile E-Mail wird die nächste SMS

Die Analysten von Datamonitor sehen eine rosige Zukunft für mobile E-Mail-Dienste. Allein von den 650 Millionen geschäftlichen E-Mail-Adressen könnten 35 Prozent mobilisiert werden, schreibt "Newsfactor" . "Mobile E-Mail steht an der Schwelle zum Massenmarkt", sagt der Datamonitor-Analyst Alaa Owaineh und ergänzt: "Über die nächsten drei Jahre wird die Zahl mobiler Mail-Accounts explodieren." Bleibt zu hoffen, dass das Spam-Aufkommen nicht im gleichen Maße durch die Decke geht.

Schnüffel-Chips

Gute Nachrichten für Wein-Dilettanten. An der University of California wird an Biochips geforscht, die riechen können . So sollen die Sensoren beispielsweise erschnuppern, ob eine Arznei sich verändert hat oder ein Wein "umgekippt" ist. Ausgerüstet mit einem solchen Schnüffel-Chip kann selbst der letzte Biertrinker einem hochnäsigen Sommelier stichhaltig beweisen, dass sein Wein ungenießbar ist. Serienreif ist die Entwicklung freilich noch nicht. Die aktuellen Prototypen kosten noch mehrere hundert Dollar pro Stück. Dafür kauft man besser ein paar Kartons guten Wein.

Spiegelverkehrt

Ob das von zu viel Wodka kommt? Die nach eigenen Angaben erste Schweizer Uhr, die von Russen gestaltet wurde, ist vollkommen falsch. Nicht nur, dass man sie mit der Rückseite nach oben tragen soll, nein, zusätzlich läuft die Zeit darauf auch noch rückwärts ab. Logisch, dass die Beschriftung des "Backwards"-Chronografen  spiegelverkehrt ist. Ein Blick auf die Selbstdarstellung der Entwickler (per Klick auf "_WE") spricht Bände. Gut, dass die Auflage auf 99 Exemplare limitiert ist.

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