Netzwelt-Ticker: Microsoft verschenkt Software - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Microsoft verschenkt Software

Der kostenlose Windows Live Writer kann bereits, was Word erst nächstes Jahr lernt: Blogs webgerecht produzieren. Mit "XNA Game Studio Express" soll prinzipiell jeder Spiele für die Xbox programmieren können. Für die Veröffentlichung zahlt man allerdings. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Blog-Tool von Microsoft

Seit Sonntag können sich Blogger und solche, die es werden wollen, eine Beta-Version der Software Windows Live Writer  von Microsofts Servern herunterladen. Das macht zunächst stutzig, hat der Konzern doch erst vor wenigen Monaten angekündigt, Word 2007 mit Blogging-Funktionen ausstatten zu wollen. Allerdings wird Windows Live Writer im Gegensatz zu Microsofts Textverarbeitungs-Boliden wohl kostenlos zu bekommen sein. Zudem verfügt die Software über einige Funktionen, die Blogging-Einsteigern das Leben leichter machen könnten.

Dazu zählt z.B. die Möglichkeit, vorbereitete Blog-Einträge in WYSIWYG-Darstellung (What You See Is What You Get) anzeigen zu lassen. So kann man sich schon vor der Veröffentlichung ein Bild vom späteren Erscheinungsbild eines Postings machen. Fortgeschrittene können jedoch mit dem reinen HTML-Code arbeiten. Darüber hinaus verfügt die Software über eine "Blog This" genannte Funktion, die es ermöglicht, Passagen aus Webseiten inklusive HTML-Code auszuschneiden und zu zitieren. Das herausragende Merkmal ist jedoch, dass sich das Programm nicht nur darauf versteht, mit der Microsoft-eigenen Blog-Plattform Windows Live Spaces zusammenzuarbeiten. Stattdessen werden eine ganze Reihe populärer Plattformen und Formate wie etwa Blogger, LiveJournal, TypePad, Wordpress und Moveable Type unterstützt.

Wer sich wundert, wie der Windows-Produzent dazu kommt, ein derart sinnvolles und durchdachtes Tool zu entwickeln, wird von Mary Jo Foley  darüber aufgeklärt, das die Software noch bis März 2006 unter dem Titel Onfolio Writer entwickelt wurde. Erst nachdem Microsoft die Hersteller-Firma Onfolio Inc. aufkaufte, wurde der Titel in Windows Live Writer geändert.

Amateure sollen Xbox programmieren

Geht es nach Microsoft-Vizepräsident Peter Moore, wird der Xbox Online-Dienst "Xbox Live" demnächst zu einem "YouTube für Videospiele" mutieren. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, will die Firma ab dem 30. August eine abgespeckte Variante seiner Xbox Entwickler-Umgebung XNA Framework  verfügbar machen.

Mit der XNA Game Studio Express genannten Software sollen ambitionierte Amateure in die Lage versetzt werden, auf einem handelsüblichen Windows PC eigene Xbox 360-Spiele zu erstellen und diese auf Xbox Live zu veröffentlichen. Gegenüber Associated Press  schränkte Moore den potenziellen Nutzerkreis jedoch sogleich ein. Denn obwohl die Software sehr einfach zu bedienen sein soll, würden immer noch grundlegende Programmierkenntnisse gebraucht. Selbst für rudimentäre Spiele wird man mit einigen Wochen Entwicklungszeit rechnen müssen.

Laut "CNet"  werden derart erstellte Spiele vorerst nur zwischen Entwicklern ausgetauscht werden können, die sich gegen Zahlung einer Jahresgebühr in Höhe von 99 US-Dollar in den sogenannten Creators’ Club eingeschrieben haben. Erst im Frühjahr 2007 will der Hersteller weitere Software-Tools herausgeben, mit denen die von Amateuren entwickelten Spiele dann auch öffentlich vermarktet werden können.

Handy-Händler als Terroristen verhaftet

Die Terror-Angst in den USA treibt seltsame Blüten. Im Bundesstaat Michigan wurden am Wochenende drei Männer offensichtlich arabischer Herkunft festgenommen, nachdem sie in einer Wal Mart-Filiale 80 Billig-Handys gekauft hatte. Bei der Durchsuchung ihres Mini-Vans fand die herbeigerufene Polizei rund 1000 baugleicher Prepaid-Mobiltelefone. Laut "BoingBoing"  wurden die Drei daraufhin unter Terrorverdacht festgenommen. Der Vorwurf: sie hätten Materialien für terroristische Anschläge besorgt und Informationen über potentielle Ziele ausgespäht. Die Kaution wurde vom Untersuchungsrichter auf 750.000 US-Dollar pro Mann festgelegt.

Aus Sicht der Angeklagten stellt sich der Sachverhalt freilich etwas anders dar. Nach ihren Angaben waren sie bereits längere Zeit auf Einkaufstour, um in verschiedenen Bundesstaaten die gefragten Lowcost-Handys zu besorgen, welche in ihrem Heimatstaat Texas bereits ausverkauft sind. Mit einem Gewinn von fünf Dollar pro Gerät, so ihr Plan, wollten sie ihre Beute an einen Händler in Dallas weiter veräußern.

RFID-Ausweise und wie man sie schützen kann

In den USA werden ab heute neue Reisepässe mit integriertem Mikrochip ausgegeben. Die US-Behörden wollen mit Hilfe dieser maschinenlesbaren Ausweispapiere unter anderem die Abfertigung an Flughäfen beschleunigen und die Sicherheit erhöhen. Kritiker fürchten jedoch um die Sicherheit der auf den Chips gespeicherten Daten.

Mit Recht, wie der deutsche Sicherheitsexperte Lukas Grunwald, Geschäftsführer der Hildesheimer Firma DN-Systems, Anfang des Monats auf der Black-Hat-Konferenz in Las Vegas demonstrierte. Ihm war es gelungen, die Chip-Daten zu klonen. Mit seiner Methode wäre es grundsätzlich möglich, Ausweise mit gefälschten Identitäten zu erstellen. Die Daten dazu könnten Kriminelle aus fremden Pässen auslesen. Ein Mittel gegen das unbemerkte Auslesen von Funkchips ist allerdings bereits bei "Gizmodo"  zu bestaunen. Die dort gezeigten Brieftaschen und Portemonnaies sind wie ein Faradayischer Käfig aufgebaut und sollen derart gerüstet das Auslesen darin aufbewahrter RFID-Ausweise verhindern. Und gegen Blitzschlag schützen sie noch dazu – allerdings nur die Ausweise.

Schneller durch den Sicherheits-Check

Die aufgrund der jüngsten Terrorwarnungen drastisch verstärkten Sicherheitsmaßnahmen sorgen für reichlich Verspätungen im internationalen Flugverkehr. Dabei kann jeder Flugreisende mithelfen, die notwendigen Kontrollen zu beschleunigen. Bei airportfriendly  gibt es eine Auswahl passender Reise-Accesoires. Von der wasserdichten, transparenten Tragetasche bis zum Kofferschloss, das sich von den Grenzbeamten zerstörungsfrei öffnen lässt, wird einiges geboten. Besonders sinnvoll: der "Airport Transit Guide" mit Anleitungen zum schnellen Umsteigen auf 450 internationalen Flughäfen. Vielleicht holt man damit die Verspätungen wieder auf.

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