Netzwelt-Ticker: Microsofts Anti-iPod im Anmarsch - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Microsofts Anti-iPod im Anmarsch

Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern - nun sind neue Details zu Microsofts angeblichem iPod-Herausforderer durchgesickert. Außerdem im täglichen Newsüberblick: Mooresches Virengesetz, Klickbetrügereien und ein GPS-Gerät, das auch Musik beherrscht.
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MS-Pod

Wie Reuters  mit Bezug auf nicht näher genannte Quellen berichtet, geht Microsoft derzeit bei den Plattenfirmen mit einem eigenen Audio- und Videoplayer hausieren. Gerüchten zufolge soll der Player über eine nicht näher spezifizierte Luftschnittstelle, vermutlich WLAN, zum drahtlosen Download von Musik und Videos verfügen. Solche Player gab und gibt es bereits, sie spielen am Markt aber bisher eine untergeordnete Rolle. Zusätzlich, so heißt es in dem Artikel, führt Microsoft den Plattenbossen eine neue Medien-Software vor, die, ganz dem iPod/iTunes-Vorbild folgend, als integrierte Lösung für Kauf, Verwaltung und Übertragung digitaler Inhalte auf den Player dienen soll. Einen passenden Dienst zum Vertrieb von Musik und Videos, ähnlich dem iTunes Music Store, bereitet der Software-Riese angeblich ebenfalls vor.

Analysten zufolge muss Microsoft sein neues System noch vor dem Weihnachtsgeschäft in Stellung bringen, um Apples derzeitiger Übermacht etwas entgegensetzen zu können. Das sieht man im Hauptquartier der Firma offenbar ebenso und will den Marktstart Reuters zufolge mit einer signifikanten Summe an Marketing-Dollars unterstützen. Mike McGuire, Analyst von Gartner Research, gibt jedoch zu bedenken, dass der Erfolg damit noch lange nicht garantiert sei. Schließlich habe bereits Sony das Apple-Konzept aus integrierter Hard- und Software in Kombination mit einem Online-Store kopiert und damit nicht einmal ansatzweise einen ähnlichen Erfolg wie das Vorbild erreicht. Ob das Microsoft besser gelingt?

Klick-Betrug nimmt zu

Einer Studie der Outsell Inc. zufolge zahlen Online-Werber jährlich 800 Millionen Dollar für fingierte Klicks. Insgesamt seien 14,6 Prozent aller Klicks auf Online-Anzeigen gefälscht. Das Problem liegt offenbar in der Art, wie beispielsweise Google seine Adwords-Werbung abrechnet. Da pro Klick bezahlt wird, erzeugen manche Betrüger beispielsweise künstliche Klicks auf die Anzeigen ihrer Konkurrenten, um diese durch überhöhte Werbeausgaben auszubooten oder deren Werbe-Budget vorzeitig auszuschöpfen. Als Folge dieses Missbrauchs haben der Studie zufolge 27 Prozent der Inserenten ihre Investitionen in klickbasierte Werbung reduziert oder sogar ganz eingestellt. Zudem fordern sieben Prozent der betrogenen Werbekunden nun Rückzahlungen. Chuck Richard, Vize-Präsident von Outsell, glaubt, dass es so nicht weitergehen kann und neue Methoden der Online-Werbung entwickelt werden müssen: „Pay-per-klick ist wirkliche rudimentäre Werbung – ein winziger Schritt – es ist vom Aussterben bedroht und wird von anderen Werbeformen abgelöst werden.“

400.000 Viren

Offenbar trifft das Mooresche Gesetz, wonach sich die Zahl der Transistoren auf einem Mikrochip alle zwei Jahre verdoppelt, jetzt in abgewandelter Form auch auf Viren zu. Das legt zumindest der Antivirensoftware-Hersteller McAffee nahe. Laut „Infoworld“  wurde der Virendatenbank der Firma am Dienstag der 200.000ste Virus hinzugefügt. Diese Zahl, so McAffee, werde sich bis 2008 verdoppeln. Zum Vergleich: Zwischen 1999 und 2002 lag die Zahl der katalogisierten Viren kontinuierlich bei rund 50.000. Gleichzeitig sei jedoch die Zahl der großflächigen Virenausbrüche von 48 im Jahr 2004 auf nur noch 12 in 2005 zurückgegangen, heißt es bei McAffee. Den Grund für diese Verschiebung sieht der Viren-Forscher Jimmy Kuo in der zunehmenden Professionalisierung der Viren-Programmierer. Statt öffentlichkeitswirksame Aktionen loszutreten, lassen die Viren-Profis ihre Schädlinge lieber im Verborgenen agieren. Schließlich, so Kuo, ginge es jetzt nicht mehr darum in die Presse zu kommen, sondern zum Beispiel mit gezielten Phishing-Kampagnen Geld zu verdienen.

20 Jahre Viren

Mit dem Brain-Virus machte sich „Techweb“  zufolge 1986 der erste Virus auf, die Laboratorien zu verlassen und sich in wenig atemberaubender Geschwindigkeit, nämlich per Floppy Disk, zu verbreiten. Dieses 20-jährige Jubiläum nehmen die Autoren zum Anlass, die Entwicklung böswilliger Software Revue passieren zu lassen. Dabei gehen sie nicht nur auf die geschichtliche Entwicklung ein, sondern stellen auch die Top Ten der bösartigsten Viren vor, zeigen Screenshots einiger Viren und berichten von den „frühen Tagen an der Antiviren-Front“. Kriegsberichterstattung der etwas anderen Art eben.

Sophos rät zum Mac-Kauf

Bei der BBC  ist zu lesen, dass die Firma Sophos, Hersteller von Antiviren-Software, zum Kauf von Macintosh-Computern rät. Schließlich habe eine Untersuchung der Firma ergeben, dass die zehn am weitesten verbreiteten Viren ausschließlich Windows-PCs attackieren. Im Gegensatz dazu gäbe es kaum Schad-Software, die Apples Mac OS X angreift. Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail haben die Viren-Forscher dabei allerdings außer acht gelassen. Während nämlich rund 90 Prozent der PCs weltweit unter Windows laufen, pendelt Apples Marktanteil irgendwo zwischen drei und vier Prozent – für Virenprogrammierer kein lukratives Ziel. Da wundert es auch nicht, dass es laut Sophos von den drei Viren und dem einen Wurm, die in den letzten Monaten auf Apple-Systemen aufgetaucht sind, keiner „in die freie Wildbahn“ geschafft hat. Wohl deshalb kommt Graham Cluley von Sophos zu dem Schluss, dass es „wahrscheinlich ist, dass Macs auf absehbare Zeit ein sicherer Platz für Computer-Anwender bleiben werden“ – zumindest, wenn die nicht auf die Idee kommen, Windows darauf zu installieren.

Ein Monat voller Fehler

HD Moore hat ein etwas merkwürdiges Verständnis von Spaß. Seine Leidenschaft ist es, Sicherheitslücken in Webbrowsern ausfindig zu machen. Um dieser Leidenschaft ein Podium zu geben, hat er das „Browser Fun“ -Weblog gestartet und den „Month of Browser Bugs (MoBB)“ ausgerufen. An jedem Tag im Juli, so Moores Vorhaben, will er einen Browser-Bug vorstellen. Eine Anleitung, um diese Sicherheitslücken auszunutzen, will er damit freilich nicht liefern. Vielmehr will er damit zeigen, von welchen typischen Unzulänglichkeiten aktuelle Browser geplagt werden und wie man sie ausfindig machen kann. Obwohl Moore sich neben dem Internet Explorer auch Mozillas Firefox und Apples Safari vorgenommen hat, steht es um seine Beziehung zu Microsoft offenbar nicht zum Besten. Wie „InfoWorld“  schreibt würde man es beim Windows-Hersteller wohl lieber sehen, wenn Moore seine Forschungsergebnisse nicht publizieren, sondern nur zwecks Patch-Programmierung an Microsoft weitergeben würde. Aber dafür ist Moores Ego offenbar zu groß. Man will ja schließlich seinen Spaß haben.

Mini-MP3-Navi

Auf der gestrigen IFA-Preview des Hightech Presseclubs in Hamburg stellte Fujitsu Siemens Computers ein Navigationsgerät der etwas anderen Art vor. Erstmals ist es den Konstrukteuren gelungen, ein Navi zu bauen, dass so klein und leicht (100 Gramm) ist, dass man es problemlos in der Jackentasche verschwinden lassen kann. Das ist auch gut so, denn wo man keine Navigation braucht, kann man den Pocket Loox N100  auch als MP3-Player verwenden. Die technischen Details zu dem Gerät hat „Tech Digest“  zusammengetragen, dabei aber vergessen darauf hinzuweisen, dass ein TMC-Modul für Verkehrsmeldungen optional erhältlich ist. Zudem können wir, anders als die Kollegen in England, bereits einen Preis nennen: 299 Euro soll das Gerät kosten, wenn es im August auf den Markt kommt.