Netzwelt-Ticker: Mini-Hubschrauber fürs Büro - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Mini-Hubschrauber fürs Büro

Für 70 US-Dollar kann man sich künftig Zwerghubschrauber zur Kollegenbelästigung zulegen, Windows Vista kommt vielleicht doch pünktlich, Yahoo erzielt einen Punktsieg gegen Google, und ein USB-Hamsterrad quält Mensch und Tier. Das und mehr im Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Google hilft beim Sourcecode-Recycling

Warum das Rad zweimal erfinden? Diese Frage stellen sich viele Programmierer schon lange. Statt bei jedem Software-Projekt sämtliche Funktionen neu zu erstellen, tauschen sie untereinander Programmfragmente aus, die sie in ihre jeweiligen Programme einbauen. So können sie sich darauf konzentrieren, wirklich neue Funktionen zu programmieren und müssen sich nicht mit wiederkehrenden Routineaufgaben abplagen. Das einzige Problem: Wie findet man genau jene Programmzeilen, die man gerade benötigt? Die Antwort darauf kommt von Google. Unter dem Titel Google Code Search  hat das Unternehmen eine Suchmaschine speziell für Programmierer eingerichtet. Mit deren Hilfe soll man sich durch Millionen Zeilen frei verfügbarer Sourcecodes hangeln können. Hervorgegangen ist Code Search aus einem internen Projekt mit dem sich Googles Programmierer selbst das Durchforsten hausinterner Programme erleichtern wollten. Sollte die neue Suchmaschine erfolgreich sein, plant man, sie mit Werbung zu finanzieren.

Der Mini-Hubschrabschrab

Im Kampf gegen den Büroschlaf führt die US-Elektronikkette Radio Shack einen neuen Verbündeten ins Feld: den Mini-Helikopter „Micro Mosquito“ . Dem 15 Zentimeter langen Rotorflügler genügt ein Post-it als Landefläche. Besser aber, man nutzt die mitgelieferte Landeplattform. Erstens ist dabei die fliegerische Herausforderung größer, und zweitens werden darauf auch gleich die Akkus geladen. Da bekommt der Ausspruch „Müller, Sie fliegen“, doch gleich eine ganz andere Bedeutung. Und wer gleich in großem Maßstab gegen die Bürokollegen zu Felde ziehen möchte, sollte vielleicht auch noch über den Ankauf eines USB-Raketenwerfers  nachdenken ...

Vista doch pünktlich

Es ist alles nicht so schlimm, wie es die Miesepeter immer darstellen. So sieht es auf jeden Fall der Goldman-Sachs-Analyst Rick Sherlund. Nach seiner Einschätzung wird Microsoft spätestens nächste Woche die letzte Vorab-Version des Windows-XP-Nachfolgers an Tester verteilen. „Wir waren zunächst skeptisch, was den Start-Termin angeht,“ zitiert Reuters  Sherlund. „Doch jetzt scheinen die Teams große Fortschritte bei Leistung, Zuverlässigkeit und Kompatibilität zu machen.“ Demnach könnte Windows Vista pünktlich im November an Geschäftskunden ausgeliefert werden und ab Ende Januar in den Läden stehen. Um die Kunden bis dahin bei der Stange zu halten, wird Microsoft PC-Hersteller vorläufig mit kostenlosen Upgrade-Gutscheinen ausstatten, die sie ihren PCs beilegen können, so Sherlund. So will man nach fünf Jahren Arbeit und etlichen Verzögerungen versuchen, wenigstens noch das Weihnachtsgeschäft zu retten.

Yahoo geht in Vorlage

Wie „Red Herring“ berichtet  kann Yahoo einen Punktsieg gegen Google vorweisen. Wie das Unternehmen bekanntgab, hat es in Großbritannien und den USA mit dem Betatest von Online-Werbung für Mobiltelefone begonnen. Damit liegt Yahoo vor dem Erzrivalen, der ebenfalls an einem derartigen Projekt arbeitet. Laut Yahoo ermöglicht es der neue Dienst den Anwendern, per Klick auf bezahlte Suchergebnisse zur mobilen Website des jeweiligen Werbetreibenden zu gelangen. Auch sei es möglich, von einem Suchergebnis aus ein Telefongespräch mit dem jeweiligen Anzeigenkunden aufzubauen. Mit dem frühen Start, so Caris & Co.-Analyst Tim Boyd, folge Yahoo erstmals dem Beispiel Googles, die regelmäßig Produkte schon während des Beta-Stadiums veröffentlichen. Auf diese Weise könne man die Rückmeldungen der Anwender nutzen, um das Produkt noch zu verfeinern. Laut Boyd eine erfolgreiche Strategie. Darüber, wann und ob Yahoo auch deutsche Handy-Nutzer mit dieser neuen Werbeform beglücken will, gibt es noch keine Aussagen.

Google Undercover-Testplattform

Das „Search Blog“ von „CNet“  weist uns darauf hin, dass Google still und heimlich eine neue Suchmaschine ins Netz gestellt hat. Offenbar soll die SearchMash genannte Seite  dazu dienen, neue Technologien, vor allem aber neue Funktionen im Live-Betrieb zu testen. Wohl deshalb sind die Nutzer aufgefordert, die jeweils eingebauten Funktionen zu bewerten. Derzeit gehört dazu beispielsweise, dass man die Reihenfolge der Suchergebnisse mit der Maus verändern kann. Zudem ploppt durch einen Mausklick auf ein Suchergebnis ein URL-Menü auf, in dem man entscheiden kann, wie es nun weitergehen soll. Ob man also beispielsweise das Suchergebnis in einem neuen Fenster öffnen oder die letzte Version aus dem Cache laden möchte. Ganz nebenbei werden stets drei zur Suchanfrage passende Bilder angezeigt. Welche Funktionen aktuell gerade integriert sind und wie sie funktionieren, erfährt man nach einem Klick auf „Features“. Nun sollten aber bitte nicht alle Leser gleichzeitig versuchen, SearchMash auszuprobieren. Dessen Kapazitäten sind nämlich, wie man nach einem Klick auf „About“ erfährt, limitiert. Also bitte: nicht alle auf einmal.

Blitzschlag hilft Tauschbörsen-Nutzer

Im Juli 2005, als Musik-Downloads in Schweden für illegal erklärt wurden, zeigte sich der schwedische Kommunalpolitiker Ivar Wenster sofort selbst an. Mit seiner Aktion wollte er eine Diskussion in Gang setzen. Außerdem hoffte er, andere dazu motivieren zu können, seinem Beispiel zu folgen und auf diese Weise die Musikindustrie dazu zu bringen, ihren Standpunkt zu überdenken. Kein ungefährliches Unterfangen, schließlich riskierte Wenster durch seine Selbstanzeige bis zu zwei Jahre Haft. Genützt hat es nichts. Weder wurde die Gesetzgebung geändert, noch folgten ihm Heerscharen seiner Mitbürger auf die Polizeistationen. Was ein Glück, dass ihm die Natur zu Hilfe kam. Im Sommer, so „The Register“,  verschmorte ein Blitzschlag Wensters PC. Was für ein Zufall, denn dabei gingen alle Daten verloren, die zu einer Verurteilung hätten führen können. Die Strafverfolgungsbehörden stellten das Verfahren gegen ihn daraufhin ein. Dadurch, so „The Register“, will sich Wenster aber nicht von seinem Pfad abbringen lassen und sich weiterhin für die Tauschbörsen einsetzen – nur eben ohne Gefahr zu laufen, in den Knast zu wandern.

Das schlechteste USB-Gadget

Auf der Suche nach dem wirklich übelsten aller üblen USB-Gadgets ist Uber-Review fündig geworden : Man fand ein USB-Hamsterrad. Je schneller man auf der PC-Tastatur tippt, desto schneller dreht sich das Rad und treibt den niedlichen Nager zu Höchstleistungen an. Man male sich nur die Wettkämpfe aus, bei denen Haustier und Herrchen darum kämpfen, wer wohl zuerst schlapp machen wird.

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