Netzwelt-Ticker Neue Robofrau aus Japan
Robofrau 2.0
Sie soll realistischer wirkende Gliedmaßen haben, mehr Gesichtsausdrücke beherrschen und überhaupt viel toller sein als ihre Vorgängerin. Gemeint ist nicht etwa ein neues Mitglied einer deutschen Girlgroup, sondern DER, das jüngste Produkt der japanischen Roboterschmiede Kokoro. Laut Techdigest glaubt der Hersteller sogar, unbedarfte Betrachter könnten die elektrische Dame für ein Wesen aus Fleisch und Blut halten. Diese Annahme darf man wohl als ausgesprochen optimistisch klassifizieren. Zumindest, sofern sich bei der zweiten Version nicht wirklich Bahnbrechendes gegenüber der 1.0-Version getan hat, deren beeindruckendes Mienenspiel man beim Hersteller selbst bewundern kann .
USA wollen russische MP3-Seite dicht machen
Seit nunmehr 13 Jahren bemüht sich Russland darum, endlich Einlass in die Welthandelsorganisation WTO zu bekommen. Bisher jedoch sträuben sich die USA vehement dagegen, dieser Bitte nachzukommen. Zuletzt scheiterten Verhandlungen im Juli. Neben Streit um landwirtschaftliche Produkte waren dabei Urheberrechtsverletzungen in Russland ausschlaggebend. Nun, eine Woche vor dem Beginn neuer Verhandlungen in Genf, hat die US-Regierungsvertreterin Susan Schwab klargestellt, was sie von ihren Verhandlungspartnern erwartet. Gegenüber Journalisten sagte sie , sie könne sich nur schwer vorstellen, dass Russland ein Mitglied der WTO wird, solange dort eine Website läuft, die so eindeutig gegen Urheberrechte verstößt". Gemeint ist damit der russische Online-Musik-Discounter AllOfMP3, bei dem Internet-Nutzer zu haarsträubend niedrigen Preisen Musik herunterladen können. Dass es ihr damit ernst ist, betonte Schwab bereits vergangene Woche , als die russische Website vor der US-Handelskammer als Nummer eins auf der Liste berüchtigter Märkte anprangerte. Dabei verwies sie darauf, dass das Gros der dort angebotenen Musik aus illegalen Kopien der Werke US-amerikanischer Künstler bestehe. Russland hatte bereits mehrfach angekündigt, gegen die Urheberrechtsverletzungen im eigenen Land vorgehen zu wollen bisher allerdings ohne den Ankündigungen Taten folgen zu lassen. Aber wer weiß, vielleicht wird ja nächste Woche tatsächlich bei AllOfMP3 der Stecker gezogen.
Sony BMG: Online-Musik hebt ab
Statt das Ende der Musikindustrie einzuläuten, erweisen sich Online-Musikverkäufe mehr und mehr als Goldesel für die nach eigenem Bekunden darbende Musikindustrie. Wie Thomas Hesse, Präsident des Bereichs Global Digital Business von Sony BMG Music Entertainment, in einem Interview verlauten ließ, sind digitale Verkäufe bei seiner Firma bereits für 20 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Dieser Anteil, so Hesse, könnte noch deutlich ansteigen, wenn die unterschiedlichen Plattformen endlich zueinander kompatibel wären. Aber auch so erwartet er für dieses Jahr ein Umsatzplus von 50 bis 60 Prozent. Regional scheint es jedoch noch gewaltige Unterschiede zu geben. Während Sony in Korea bereits ein Drittel seines Umsatzes digital erwirtschaftet und in den USA immerhin ein Fünftel auf diese Weise verdient, sind es hierzulande lediglich vier Prozent. Da ist also noch reichlich Spiel drin.
Internet-Telefonie wenig beliebt
Das Telefonieren per Internet, kurz VoIP, tritt auf der Stelle. Nach einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen hat sich in Sachen Internet-Telefonie kaum etwas bewegt. Derzeit nutzen elf Prozent aller Deutschen VoIP-Dienste, was einer Zunahme um nur ein Prozent gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres entspricht. Den Löwenanteil machen dabei junge Internet-Nutzer aus. Mit steigendem Alter der Befragten sinkt aber das Interesse: So telefonierte jeder Fünfte zwischen 18 und 24 Jahren über das Internet, jeder Zehnte zwischen 50 und 59 Jahren, aber nur jeder 25. ab 60 Jahren. Zudem wird Internet-Telefonie deutlich häufiger von Männern genutzt als von Frauen. Scheint so, als hätten VoIP-Anbieter noch einiges zu tun, um wirklich massenmarkttauglich zu werden.
Auch in anderen Bereichen, so die Studie, verändert sich die Nutzung des Internet nur sehr wenig. So nutzen die rund zwei Drittel aller Deutschen, die Zugang zum Datennetz haben, das Web vornehmlich, um Preisvergleiche anzustellen, einzukaufen oder Bankgeschäfte zu erledigen und natürlich, um Nachrichten zu lesen.
George Lucas: die Masse machts
Der Star-Wars-Schöpfer George Lucas will keine mega-teuren Filme mehr machen, oder zumindest nicht mehr so viele. Stattdessen will sich der Hollywood-Gigant darauf verlegen, lieber viele TV-Filme zu produzieren. Die heutigen Hollywood-Produktionen seien viel zu aufwendig, zu teuer und mit zu hohen Risiken verbunden, sagte Lucas gegenüber Variety . Mit dem Budget eines Hollywood-Films, also etwa 200 Millionen US-Dollar, könne er locker 50 bis 60 zweistündige TV-Produktionen durchziehen, gab er an. Als Vertriebskanäle hat er Pay-per-View-Sender sowie das Internet auserkoren. In einem Gespräch mit den Pixar-Chefs Steve Jobs und John Lasseter soll er seine Idee bereits vertieft haben. Ein bisschen großes Kino will er sich aber dennoch vorbehalten. Zumindest "Indiana Jones 4" will er noch auf die Leinwand bringen so er sich denn mit seinem Partner Steven Spielberg auf ein gemeinsames Konzept einigen kann.
China bekommt eigene HD-DVD
Auf Bitten verschiedener chinesischer Industrie-Organisationen hat das DVD Forum beschlossen, dem Reich der Mitte eine eigene Variante des HD-DVD-Formats zu widmen. Während sich dies in seinen physischen Abmessungen nicht von der internationalen Version unterscheidet, sollen die Daten darauf mit einem anderen Codec gespeichert werden. Passend dazu wird in China ein eigenes Videoformat entwickelt. Damit wäre der chinesische HD-DVD-Markt komplett vom Rest der Welt isoliert. Aber das wäre für China ja nichts wirklich Neues.