Netzwelt-Ticker: Nie wieder einsam - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Nie wieder einsam

...soll der sein, der sich ein Konferenzsystem für Video-Mahlzeiten leistet. Glaubt ernsthaft die Firma Accenture, die Esser virtuell wieder an einen Tisch bekommen will. Außerdem unter anderem im Überblick: heiße Kameras, neues Betriebssystem für Amiga, iPod-Hochhaus in Dubai und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Virtueller Mittagstisch

Die Briten von "ars technica"  berichten von einer Technologie, die uns künftig selbst zu den Weihnachts-Feiertagen freie Autobahnen bescheren könnte: Video-Mahlzeiten. Statt die Familienmitglieder aus allen Landesteilen zusammenzurufen, könnten die Teilnehmer solcher virtueller Speisungen bequem zu Hause Platz nehmen und dennoch miteinander plaudern, als säßen sie direkt beisammen.

Als großen Unterschied zu herkömmlichen Videokonferenz-Systemen preist die Consulting-Firma Accenture, dass die Webcam eines solchen Systems direkt auf den Esstisch ausgerichtet sein müsse und automatisch erkennen könnte, wenn jemand sein Mahl beginnt. Per Software würden dann die übrigen Familienmitglieder benachrichtigt und könnten sich ebenfalls zu Tisch begeben.

Als ungefähren Preis peilt Accenture 500 bis 1000 US-Dollar pro Haushalt an und geht davon aus, erste Prototypen könne es in ungefähr zwei Jahren geben. Vor allem ältere Mitbürger wolle man damit wieder in ihre Familien eingliedern, die oft über das ganze Land verstreut wohnen und wenig Zeit für Besuche haben. "Wir versuchen wirklich, jene familiären Beziehungen wieder zurückzubringen, die wir einmal für selbstverständlich erachtet haben", sagte der Accenture-Forscher Dadong Wan gegenüber Associated Press. Na dann: Mahlzeit.

Erst Akkus, jetzt Digicams

Als hätte es in den letzten Monaten nicht schon genug Ärger um überhitzende Akkus gegeben, müssen sich jetzt offenbar auch noch Besitzer bestimmten Digitalkameras vor Brandblasen schützen. So warnt "Wired",  dass einige Baureihen der Canon Powershot A530 und A540 am Batteriefach zu Überhitzung neigen. Schuld sei eine falsch platzierte Feder, die bei geschlossenem Batteriefach einen Kurzschluss erzeugen könne.

Explosionen oder Brände sind zwar noch nicht gemeldet worden, aber die Hitze könne zu leichten Verbrennungen führen und außerdem die Lebensdauer der Akkus drastisch verkürzen. Betroffen sind laut Canon Kameras, deren Seriennummern mit den Ziffernfolgen 21, 22, 23 oder 24 beginnen. Der Hersteller bietet einen kostenlosen Reparaturservice an.

IBM bremst Licht

Als nächste Entwicklungstufe der Computertechnologie werden immer mal wieder optische Rechner genannt. Statt mit elektrischer Energie sollen diese Rechenknechte der Zukunft mit Licht arbeiten. Schließlich könnte man auf diesem Weg größere Datenmengen schneller transportieren und verarbeiten.

Gerade diese Geschwindigkeit ist aber auch einer der großen Haken, mit denen sich die Entwickler herumschlagen. Denn um sinnvoll per Licht Daten verarbeiten zu können, muss man auch die Geschwindigkeit, mit der das geschieht, beeinflussen können.

Wie "TG Daily" meldet , scheint nun Forschern in IBM Entwicklungslabors genau das gelungen zu sein. Mit Hilfe von bis zu 100 sogenannter "Mikro-Ring-Resonatoren" haben sie es geschafft, Licht auf einem Mikrochip abzubremsen, also zwischenzuspeichern. Bisher liegt das Maximum allerdings bei zehn optischen Bits, die auf einer Fläche von 0,03 Quadratmillimetern kurzfristig abgefangen werden können. Laut "TG Daily" entspricht das etwa einem Zehntel der Speicherdichte einer Floppydisk. Man steht also noch ganz am Anfang.

Update für AmigaOS

Für viele Computerfreaks markiert der Commodore Amiga ihren Einstieg in die Welt digitaler Daten. Bei seiner Einführung 1985 überflügelte er mit bunter Grafik und beachtlicher Rechenleistung alle anderen Heimcomputer. Heute, gut zwei Jahrzehnte später, ist er immer noch nicht tot zu kriegen. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest veröffentlicht der heutige Hersteller Hyperion die finale Version des Betriebssystems AmigaOS 4 .

Ganze fünf Jahre Arbeit stecken in der Software, die nun auch auf Rechnern mit PowerPC-Prozessor laufen soll. Die entsprechende Hardware lässt allerdings noch auf sich warten und soll Anfang 2007 erscheinen. Vorerst läuft das System daher nur auf den AmigaOne-Rechnern des britischen Herstellers Eyetech. Für die Zukunft hat sich Hyperion allerdings einiges vorgenommen. So soll das neue Amiga-Betriebssystem künftig auch auf anderen Plattformen, beispielsweise Mobiltelefonen, laufen. Konkrete Umsetzungen in dieser Richtung stehen allerdings noch aus.

iPod-Architektur

Während die echten iPods immer kleiner werden, neigen iPod-Kopien zunehmend unter Gigantismus. Jüngstes Beispiel ist das iPad. Dabei handelt es sich weder um eine chinesische Kopie des amerikanischen Players, noch um eine aufgebohrte Tuning-Variante desselben. Stattdessen plant das Architekturbüro James Law Cybertecture, dem iPod in Dubai ein gigantisches Denkmal in Form eines 23-stöckigen Gebäudes zu setzen. Das soll, so heißt es beim "Guardian",  wie das Original, leicht abgewinkelt auf einer riesigen Docking Station thronen. Die Eröffnung des iPad soll, dem Artikel zufolge, für 2009 geplant sein.

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