Netzwelt-Ticker Notruf per Handyfoto
Wundersame Wendung
Im Prozess gegen die ehemalige Hewlett-Packard-Vorstandsvorsitzende Patricia Dunn und vier ihrer ehemaligen Mitstreiter hat der anklagende Staatsanwalt den Angeklagten Medienberichten zufolge einen Handel vorgeschlagen. Sollten sich die fünf schuldig bekennen, wäre er bereit, die Klage gegen sie fallen zu lassen. Den Ex-Managern werden unter anderem Identitätsdiebstahl, Betrug, Verschwörung und illegale Nutzung von Computerdaten vorgeworfen. Auf der Suche nach einer undichten Stelle, die vertrauliche Informationen aus dem HP-Vorstand an die Presse weitergab, sollen sie sich seinerzeit unter anderem auf illegale Weise Telefonaufzeichnungen einiger Journalisten besorgt haben. In einem ersten verfahren hatte sich HP bereits mit dem damaligen Staatsanwalt auf eine Entschädigungszahlung in Höhe von 14,5 Millionen US-Dollar geeinigt. Warum dessen Nachfolger nun plötzlich darauf drängt, das Verfahren ohne Prozess zu beenden, ist unklar. Allerdings scheinen nicht alle Angeklagten Interesse an dem Deal zu haben. Der Anwalt des Mitangeklagten Kevin Hunsaker gab Associated Press gegenüber zu Protokoll, sein Mandat habe kein Interesse an einem Deal. Schließlich sei er unschuldig.
Notruf-Bildchen
Eines der größten Probleme, mit denen sich Notruf-Zentren herumplagen, ist die Unfähigkeit der meist sehr aufgeregten Anrufer, die Notsituation klar zu schildern. In New York soll sich das bald ändern. Bürgermeister Bloomberg kündigte an, man könne dort in Zukunft auch Handyfotos und -videos an die Notrufnummer 911 senden oder via Internet abliefern. Getreu dem Motto Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte sollen die Einsatzleiter die Lage auf diese Weise besser einschätzen können. Die notwendige Technologie für den bebilderten Notruf sei bereits installiert, heißt es aus Kreisen der Stadtverwaltung. Darüber, wann der neue Dienst seinen Betrieb aufnimmt, mochte Bloomberg allerdings keine genauen Angaben machen und legte sich nur darauf fest, dass es noch in diesem Jahr soweit sein werde. Mitte Januar ist das natürlich leicht gesagt.
Bessere Kontrolle von .eu-Domains
Das European Registry of Internet Domain Names (Eurid) will künftig schärfer gegen den Missbrauch von .eu-Domains vorgehen. Häufig, so schreibt PC World , werden solche Domains beispielsweise von Spammern für illegale Zwecke genutzt und dann schnell an andere Inhaber überschrieben, um eine Strafverfolgung zu erschweren. Bisher mussten die Registrare den Eigentümern für einen solchen Transfer 14 Tage Zeit gewähren. Auf diese Weise sollen jedoch Domains ständig verschoben und der eigentliche Betreiber verschleiert worden sein. Damit soll es bald vorbei sein. Ein neues Regelwerk soll es ermöglichen, einen Domain-Transfer sofort zu unterbinden, sofern ein Verdacht auf Missbrauch besteht. Bis zum 19. Februar nimmt Eurid noch Kommentare zum neuen Regelentwurf entgegen. Ab Ende März soll das neue Verfahren dann in Kraft treten.
AOLs erster Live-Streaming-Kanal
Endlich ist es soweit: AOL macht ernst und sendet Live-TV als Streaming-Video ins Netz. Toll. Schöner wäre es allerdings gewesen, man hätte sich dafür ein etwas spannenderes Programm ausgesucht als ausgerechnet den Shopping-Sender QVC. So wird es also bald auch aus dem Computer tönen: Oh, schau mal Ted, was ich hier habe....
Mach die Werbung leiser
Wer kennt das nicht: Da liegt man gemütlich auf dem Sofa, schaut im Fernsehen ein bewegendes Drama und wird in der Werbepause unsanft und mit übermäßiger Lautstärke aus seinem Dämmerzustand gerissen. Auf diese Weise versuchen die Werbeschaffenden offenbar, die Aufmerksamkeit des TV-Volkes auf ihre Kurzfilmchen zu lenken. Schaffen sie auch. Schließlich muss man unweigerlich zur Fernbedienung greifen, um den Ton leiser zu machen. Da kann man auch gleich mal umschalten. Die Dolby Laboratories wollen dieser Technik nun den Garaus machen und zeigten im Umfeld der CES in Las Vegas ihre Dolby Volume-Technologie . Damit ausgestattete TV-Geräte sollen die Lautstärke zwischen Hauptfilm und Werbung sowie zwischen unterschiedlichen Sendern automatisch nivellieren. Erste Geräte mit integriertem Dolby Volume erwarten die Entwickler zum kommenden Weihnachtsgeschäft. Es besteht also Aussicht auf eine wirklich besinnliche Weihnachtszeit.