Netzwelt-Ticker Passwortklau übers VoIP-Telefon
60 Milliarden E-Mails täglich
Pro Tag schwappt eine Flut von 60 Milliarden E-Mails um die Welt, viele davon Spam- und Scam-Mails. Wolfang Schäuble, Innenminister, der zusammen mit Kai-Uwe Ricke von der Deutschen Telekom und Microsoft-Geschäftsführer Steve Ballmer an einer deutschen Sicherheitskonferenz teilnahm, warnte speziell vor Phishing: "2005 wuchsen die Phishing-Versuche um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es wird vermutet, dass Phishing bei 5 Prozent aller User erfolgreich ist." Dieser große Erfolg verursache weltweit unschätzbaren wirtschaftlichen Schaden. Das Sicherheitsunternehmen Symantec registrierte vergangenes Jahr 8 Millionen Phishing-Versuche. Sowohl Schäuble als auch Ballmer nannten laut Associated Press mangelndes Bedrohungsgefühl als größte Herausforderung. Viele Deutsche, so Schäuble, benutzten keinerlei Internet-Schutz jeder vierte Bundesbürger habe keinen Virenscanner installiert, die Hälfte aller User habe keine Firewall. Laut Ballmer sieht es in den USA wohl noch schlechter aus.
Der neue Phishing-Trick: VoIP
Phishing ist eine einträgliche Betrugsmöglichkeit, wie Schäuble, Ballmer, Ricke wissen. Mittels Voice-Over-IP haben Phisher nun einen ganz neuen Trick entwickelt, berichtet Techweb.com . Per Mail werden die potentiellen Opfer gebeten, sich bei der Hotline der vermeintlichen Bank zu melden. Dort wartet ein sprachgesteuertes System, das die Kontonummer und PIN-Daten abfragt. Die Rufnummer, die in der Mail angegeben wird, führt dabei jedoch nicht zu einem Festnetzanschluss sondern einem VoIP-Konto. Die Scammer, die diese Phishing-Attacke zum ersten Mal benutzten, verwendeten die freie Software Asterisk, um einen Computer in einen PBX, Private Branch Exchange, zu verwandeln und ein automatisches Telefon-Informationssystem zu betreiben, das genau so klingt, wie das Telefonsystem der echten Bank. Wie viele auf das Phishing hereingefallen sind, ist nicht bekannt.
iTunes und der verbotene Apfel: Werbung
Berichten der Werber-Seite AdvertisingAge zufolge wird Apple bald Werbung in iTunes integrieren. Zunächst drehe es sich dabei nur um kleine Anzeigen in der linken unteren Ecke. Allerdings ist damit zu rechnen, dass nun auch in bislang werbefreie Zonen die "Produkthinweise" einbrechen werden. Noch limitiert Apple Werbeunterbrechungen in Podcasts für iTunes. Zusammen mit ESPN Radio, einem werbefinanzierten Podcast-Partner von Apple, werde nun aber an neuen Modellen gearbeitet. Ein ESPN-Manager dazu: "Wir freuen uns auf neue Technologien, die ein viel besseres Werbe-Erlebnis möglich machen und wollen das schon bald umsetzen." Die große Frage ist nun, ob Steve Jobs, Fan von werbefinanzierten Podcasts, auch Jingles und Unterbrechungen in den kostenpflichtigen Premium-Angeboten erlauben wird und ihnen damit genau den Vorteil nimmt, den Premium-Angebote bisher haben: frei zu sein von nerviger Werbung
Skype macht auf Ringtones
Skype, Vorreiter der Internet-Telefonie, hat angekündigt , in Kooperation mit Plattenfirmen Audioclips, unter anderem von Madonna, Green Day und den Red Hot Chili Peppers, als Klingeltöne für das Voice-Over-IP-Angebot verfügbar zu machen.
Skype gilt mit fast 100 Millionen Usern als größter VoIP-Anbieter. Letztes Jahr kaufte das Online-Auktionshaus eBay die junge Firma für 2,6 Milliarden Dollar auf. Mit den Ringtones verspricht sich Skype/eBay nun den Erfolg, den Firmen wie Jamba mit Mobiltelefonen eingefahren haben. Das Billboard-Magazin schätzt die weltweiten Erlöse mit Klingeltönen auf 4,4 Milliarden Dollar im Jahr 2005 (3,7 Milliarden für 2003). Pro Ringtone wird Skype 1,5 Dollar verlangen ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass man bereits jetzt jedes erdenkliche Musikfile ganz einfach als .wav-Datei in Skype als Klingelton importieren kann
Google Maps wird schärfer und grüner
Nach den Google-Earth-Updates strahlen auch die Google Maps nun in ganz neuem, detailliertem Glanze. Vor allem die Darstellung Deutschland wurde um viele hochauflösende Satellitenbilder ergänzt. Außerdem dürften weite Teile der Erde nun grüner aussehen, da das neue Satellitenmaterial von einem neuen Anbieter von stammt. Außerdem hat Google beinahe unbemerkt die Möglichkeit eingebaut, wie in Google Earth Anfahrtsbeschreibungen zu erfragen, wie dieser Blogeintrag erklärt. Und dass man aus der "Link to this page"-URL durch einen kleinen Trick einen Google-Earth-Link machen kann, weiß bislang auch fast nur diese Website .
EA einigt sich bei Überstunden-Verfahren
Im Prozess um die Ausbezahlung von Überstunden haben die Softwareentwickler des Spiele-Konzerns Electronic Arts einen Sieg eingefahren. Das Verfahren, das am Dienstag endete, sprach den Klagenden eine Abfindung in Höhe von 14,0 Millionen Dollar zu. EA ist seit 2004 heftig dafür kritisiert worden, Angestellte in der sogenannten Crunch-Time auszubeuten und für die zusätzlichen Strapazen nicht zu entschädigen. Der Aufschrei gegen Electronic Arts begann, als die Ehefrau eines EA-Angestellten einen Blogeintrag veröffentlichte, der den Umgang von EA gegenüber seinen Arbeitnehmern und die ihrer Meinung nach ausbeuterische Praxis aufzeigte.