Netzwelt-Ticker: Pirat ist nicht Pirat - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Pirat ist nicht Pirat

Yahoo verteilt kostenlose "Media Center"-Software. Microsoft will Werbung in Spielen vermarkten. Seagate produziert Monster-Platte. In Singapur formiert sich die Opposition online. Gerätehersteller protestieren gegen die Piraterie-Kampagnen der Unterhaltungsbranche. Das und mehr im Überblick.
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Yahoo will ins Wohnzimmer

Mit der Software Yahoo Go for TV bieten die Internet-Pioniere aus dem kalifornischen Sunnyvale nun eine kostenlose Alternative zu Microsofts Windows Media Center Edition zum Download an, berichtet "cNet".  Das nur 9,5 Megabyte große Programm ermöglicht es, auf dem PC gespeicherte Inhalte wie Fotos, Musik und Videos über Stereoanlage und Fernseher zu nutzen oder den PC gar als digitalen Videorekorder zu verwenden. Screenshots, die das Interface der Software zeigen, hat "TechCrunch"  bereitgestellt. Bevor man loslegen kann, muss der Rechner freilich zuerst mit der Unterhaltungselektronik verkabelt werden. Eine Anleitung wie das geht sowie eine Einkaufsliste sind auf der Yahoo Go-Seite  zu finden.

Um das neue Angebot nutzen zu können benötigt man einen Windows-PC der 1 GHz-Klasse mit 512 MB RAM und 20 GB freiem Plattenspeicher. Die TV-Funktionen setzen zudem eine TV-Karte sowie einen Wohnort in den USA und eine Breitband-Internet-Anbindung voraus, denn derzeit liefert Yahoo ausschließlich Programminformationen zu US-Sendern.

Microsoft will Spiele plakatieren

Zu einem Preis zwischen 200 und 400 Millionen US-Dollar will Microsoft die Firma Massive Inc kaufen, deren Spezialgebiet es ist, Werbung in PC- und Konsolenspielen zu platzieren, berichtet Reuters . Dabei verfügt die Firma über Technologien, die es ermöglichen, Anzeigen via Internet in die jeweiligen Games einzubinden. Laut "ars technica"  hat die Firma auf diese Weise bereits mehr als 35 Millionen Online-Spiele-Sessions mit Werbung versorgt und auf diese Weise im letzten Jahr 56 Millionen US-Dollar eingenommen. In einem Reuters-Interview hatte Massive-Chef Mitchell Davis vergangenen Dezember vorhergesagt, der Markt für Werbung innerhalb von Computerspielen werde bis 2010 auf drei Milliarden US-Dollar weltweit ansteigen. Sprecher beider Firmen lehnten es ab, die Nachricht gegenüber Reuters zu kommentieren.

Privatiers sind keine Piraten

Ausgerechnet die CEA, die US-Herstellerorganisation von Unterhaltungsgeräten, schießt eine Breitseite auf die Content-Industrie  ab. Mit einer ganzseitigen Anzeige wirbt die Organisation in diversen Zeitschriften für die Rechte der Verbraucher. Unter dem Titel "Es wird Zeit, dass die Content-Industrie den Unterschied erkennt" setzt sich die CEA dafür ein, dass beispielsweise Mitschnitte digitaler Radiosendungen legal sein sollen. Nicht ganz uneigennützig, aber dennoch gut.

Singapurs Regierung bekommt Gegenwind aus dem Web

Seit 1959 wird Singapur von der People's Action Party (PAP) regiert, die sich immer wieder Vorwürfen ausgesetzt sieht, Wahlen zu manipulieren und sich Oppositioneller durch gezielte Verleumdungskampagnen zu entledigen.

Nun aber macht den Machthabern das Internet zu schaffen. Wie die "Asia Times Online"  schreibt, nutzen vor allem jüngere Wähler zunehmend Online-Medien, um sich über das Wahlverfahren und politische Themen auszutauschen. Als Reaktion darauf hat die Regierung nun ein Gesetz erlassen, welches die politische Berichterstattung im Internet während der zehntägigen Wahlperiode verbietet. So sind politische orientierte Podcats, Vodcasts und Weblogs ebenso untersagt, wie das Hochladen von Fotos oppositioneller Veranstaltungen auf Websites.

Offenbar mit gutem Grund, denn wie Tan Tarn How, Medienforscher an Singapurs Institut für Politische Studien sagt, gehören Blogger aus Singapur bei der Weblog-Suchmaschine Technorati zu den meist gesuchten Begriffen. Daran, dass die derzeitige Online-Bewegung einen deutlichen Einfluss auf das Ergebnis der anstehenden Wahlen haben wird, glaubt die Zeitung dennoch nicht. Stattdessen vermutet der Autor, die derzeitigen Bemühungen, das Internet "abzuschalten", könnten "der Same für einen künftigen Untergang der derzeit herrschenden Regierung" sein.

Dänemark ist "e-bereit"

Flächendeckend verfügbare Breitband- und WLAN-Internet-Zugänge sowie eine Vielzahl von Internet-Banking und Online-Behörden-Angeboten sind der Grund, weshalb die Dänen in Sachen Online-Nutzung weltweit Spitze sind. Das geht aus den "e-readiness rankings"  hervor, die IBM gemeinsam mit "The Economist" veröffentlicht hat. Deutschland dagegen verharrt, wie schon im Vorjahr, auf Platz Zwölf.

Seagates Speicher-Protz

Mit der Barracuda 7200.10 lässt Festplatten-Hersteller Seagate die Konkurrenz weit hinter sich. Enorme 750 Gigabyte Kapazität bietet das Speichermonster. Wie "Newsfactor" vorrechnet  reicht das aus, um darauf 25 DVDs, 50 Stunden Video, 15.000 Musiktitel, 15.000 Fotos und 50 PC-Spiele abzulegen und dennoch komfortable 300 Gigabyte frei zu behalten. Bisher lag die maximale Speicherkapazität bei 500 Gigabyte. Ein neues Aufzeichnungsverfahren namens Perpendicular Recording ermöglicht es nun, mehr Bytes pro Flächeneinheit unterzubringen. Wie "ars technica"  zu berichten weiß, stützt sich Seagate dabei auf Herstellungsverfahren des ehemaligen Konkurrenten Maxtor, den die Firma Ende vergangenen Jahres übernahm. Den Preis für das – vorläufige – Ende aller Speicherprobleme legt Seagate mit 559 US-Dollar fest.

Casios Pixel-Protz

Da sich Bildqualität schlecht in griffige Verkaufsargumente umwandeln lässt, bewerben Hersteller von Digitalkameras ihre Produkte lieber mit nackten Zahlen – wer die höchsten Auflösungswerte erreicht ist Sieger. Mit der Exilim EX-Z1000  folgt Casio diesem Trend nicht nur, sondern setzt eine neue Marke. Unglaubliche 10,1 Megapixel zeichnet der Fotochip der 139 Gramm leichten Schnappschusskamera auf. Ein optischer Dreifach-Zoom und 37 "Best Shot" genannte Motivprogramme sollen es auch Foto-Einsteigern ermöglichen, damit gute Bilder zu machen. Für Übersicht sorgt ein hochauflösendes Display. Ob man darauf auch das bei derart hohen Auflösungen in Mini-Kameras fast unausweichliche Bildrauschen zu sehen bekommt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Ab Ende Mai soll die EX-Z1000 für 429 Euro in den Läden stehen.

Katastrophen-Karte

Die Atom-Katastrophe von Tschernobyl war beileibe kein Einzelfall. Lastingnews' Karte der schlimmsten Nuklearunfälle  klärt darüber auf, dass es beispielsweise bereits 1957 einen schweren Unfall in der ehemaligen Sowjetunion gab. Damals starben in Mayak 200 Menschen bei einer Explosion, die große Mengen radioaktiven Materials freisetzte. Fast eine halbe Million Einwohner waren der Strahlung ausgesetzt. Als Grundlage für die Karte dient eine Wikipedia-Liste  ziviler Nuklearunfälle.

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