Netzwelt-Ticker Porno-MySpace und Spionage-Teppich
Rotlicht-MySpace für Sexual Networking
Die Betreiber des mehr oder weniger erotischen Online-Spiels RedlightCenter.com haben gestern ihren MySpace-Klon Utherverse.com vorgestellt. Eine Seite nur für Erwachsene, die den Erfolg von MySpace.com wiederholen und vor allem mit erotischen Inhalten, die von Usern gepostet werden, zu punkten versucht. Bis Ende des Jahres wollen die Seitenbetreiber eine Millionen User gesammelt haben alle müssen über achtzehn Jahre alt sein, so die Nachrichtenagentur Reuters .
Ein Kreditkartencheck soll Minderjährige fern halten, Seitenadministratoren überprüfen die Posts und Bilder. "Unsere Kunden können sich sicher und entspannt fühlen im Wissen, dass sie es nur mit anderen Erwachsenen zu tun haben." Ob der Kreditkartencheck nicht nur das Alter, sondern auch das Geschlecht überprüft, konnte man den ersten Meldungen nicht entnehmen. Problem Nummer 1 solcher Erotikseiten ist natürlich viel eher: Toni, 45 Jahre, 95 Kilo, schwerer Raucher, der sich unter einem so falschen wie feschen Bild als 20-jährige Natascha ausgibt
In den letzten Wochen sind immer mehr Pornoseiten aufgetaucht, die erfolgreiche Social-Networking-Seiten imitieren. Digg.com und YouTube.com, praktisch pornfrei und sfw Safe for Work haben längst ihre "Not Safe for Work"-Pendants im Netz gefunden. Ein Porno-Browser mit speziellen Sicherheitsfeatures gibt sich als Firefoxxx.
Microsoft: IE7 ein "High Priority"-Update
Sobald der Internet Explorer 7 fertig gestellt ist, so schreibt News.com , wird Microsoft das Browser-Update per Autoupdate mit der höchsten Prioritätsstufe auf Windows-XP-Rechner befördern. Allerdings soll der User über ein Dialogfeld vor der Installation gefragt werden, ob er auch wirklich den IE7 herunterladen und installieren will. Damit die Server größerer Unternehmen nicht unter der Downloadlast von Dutzenden bis Hunderten IE7-Downloads zusammenbrechen, hat Microsoft ein Tool veröffentlicht , mit dem sich dieses Autoupdate deaktivieren lässt.
Als Rechtfertigung für dieses kritisch betrachtete Autoupdate gilt natürlich die deutlich verbesserte Sicherheit im Vergleich zum aktuellen Internet Explorer. Microsoft empfiehlt jedem Windows-User, den Browser zu installieren, sobald er veröffentlicht wird. Dass das allerdings nur auf Windows-XP-Rechnern funktioniert, dürfte noch nicht jedem klar sein. Vor allem in vielen Firmen laufen Computer noch auf dem als sehr stabil geltenden Windows 2000 auf dem IE7 allerdings nicht funktionieren wird
Firefox 1.5.0.5 erschienen
Die Mozilla Foundation hat heute die neue Firefox-Version 1.5.0.5 ins Netz gestellt. Einige als "kritisch" eingestufte Sicherheitsprobleme wurden behoben, die Stabilität des Browsers verbessert. Wessen Firefox sich nicht selbst updatet, kann das Update hier herunterladen .
Trojaner installiert sich als Firefox-Extension
Wie die Sicherheitsfirma McAfee berichtet , macht gerade ein Trojaner die Runde, der sich selbst als Firefox-Extension installiert. Der FormSpy-Trojaner kann dabei nur Computer überlisten, die bereits vom Downloader-AXM-Trojaner angegriffen wurden eine kursierende Spam-Mail installiert diesen und lädt dann auch gleich automatisch FormSpy herunter. Der bringt sich als Extension des Webbrowsers (unter dem Namen der harmlosen Erweiterung Numberedlinks) unter und sammelt brisante Daten Kreditkartennummern, Onlinebanking-Logins und anderes wertvolles Material, das er dann an einen bestimmten Server überträgt. Aber der Trojaner hat noch weitere Tricks drauf: Er findet ICQ-, FTP-, und E-Mail-Passwörter (IMAP und POP3) heraus, die er ebenso überträgt. Trotz alledem wird der FormSpy-Trojaner als geringes Risiko angesehen, nicht zuletzt, weil der notwendige Downloader-AXM-Trojaner bereits ein bekanntes und bekämpftes Ziel für Virenscanner ist.
Klinik für Spielsüchtige wird überrannt
Eine niederländische Klinik, die sich auf die Behandlung von Computerspielsüchtigen spezialisiert hat, wird nach einer Meldung von "The Sunday Times" von Hilfesuchenden Eltern und Kindern aus aller Welt förmlich überrannt. Die Telefone der "Smith & Jones"-Klinik in Amsterdam stünden nicht mehr still, so Keith Bakker, American Director der Anstalt. Eigentlich kümmert sich die private Einrichtung um alle möglichen Arten von Suchterscheinungen. Mit Computerspielen will man nun aber ein unterschätztes Problem ausfindig gemacht haben. Dabei ist das Suchtpotential, das von Computerspielen ausgeht, in der Fachwelt durchaus umstritten. Unstrittig ist lediglich, dass es exzessives Gaming gibt stundenlang vor dem Rechner, manchmal bis zum körperlichen Kollaps; Berliner Forscher sehen bei Extremspielern Ähnlichkeiten zu Alkoholabhängigkeit. In wie weit aber - und ob überhaupt - von einer eigenen Form von Sucht gesprochen werden kann, darüber streiten die Experten. Für jugendliche Zuviel-Spieler aus Deutschland gab es bis 2005 die Möglichkeit auf einen Reset in Boltenhagen.
Der Super-Teppich
Ein vom japanischen National Institute of Advanced Industrial Science and Technology entwickelter Teppich soll anhand von Sensoren so allerhand über denjenigen herausfinden, der über ihn hinüberläuft: Alter, Gewicht und dank Schwerpunkt-Vergleich sogar relativ sicher das Geschlecht. In Shops könnte der Superteppich das Einkaufsverhalten der Kunden analysieren, wie der Inquirer unter Berufung auf Nikkei.net Interactive berichtet . Besucherströme in Entertainment-Tempeln ließen sich detailliert untersuchen. Aber auch Personalabteilungen könnten sich die neue Technik zunutze machen. Bewerber könnten auf ihre Schrittgeschwindigkeit, Schrittweite oder gar Schuhgröße untersucht werden und damit vermeintlich interessante Details preisgeben: Wer zu langsam läuft, ist lahm. Wer zu große Füße hat, rutscht weniger oft aus, wer weit ausholt könnte sich im Fußball-Firmenteam gut machen. Das einzige, was scheinbar nicht mit dem Teppich klappt, ist Fliegen. Aber dazu braucht man ja auch seine Füße nicht ...