Netzwelt-Ticker Schweden verbietet Web-Attacken
Denial-of-Service-Attacken nennt man die in gewissen, äußerst unsympathischen Kreisen recht beliebte Vorgehensweise, mit der man Webserver angreifen und abschmieren lassen kann. Durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen werden dabei selbst die stärksten Server in die Knie gezwungen. Kriminelle Hacker benutzen dazu meist sogenannte Bot-Netze, also Heerscharen von PCs, die per Trojaner gekapert und gefügig gemacht wurden.
Solche DoS-Attacken haben sogar schon manches Web-Schwergewicht lahm gelegt. Im letzten Sommer wurde auf diese Weise schließlich auch die Webseite der schwedischen Polizei sowie die der dortigen Regierung unerreichbar gemacht. Wie sich herausstellte, war das aber gar nicht strafbar. Da haben die Schweden nun nachgebessert. Ab dem 1. Juni 2007 ist es auch bei ihnen verboten, Webseiten mit einer Flut von Anfragen böswillig zu attackieren. Welche Strafen drohen, wurde bislang nicht gemeldet .
Billige Alternative zu HD DVD
Der Streit darüber, wessen Silberling die offizielle Nachfolge der guten, alten DVD antreten darf, geht zwischen den Lagern der HD DVD- und Blu-ray-Anhänger in eine weitere Runde . Am Wochenende will man bei Doug Carson & Associates (DCA) den ersten Master einer abgespeckten HD DVD, eine 3X DVD hergestellt haben. So eine Scheibe lässt sich nur mit HD DVD-Laufwerken nutzen, ist aber deutlich billiger in der Herstellung als eine echte HD DVD. Dafür müssen Abstriche in der Videoauflösung hingenommen werden, will man HD-Inhalte auf eine 3X DVD packen. Mehr als 1080x720 Pixel sind nicht drin. Aber nicht nur Videophile bevorzugen eine höhere Auflösung, die meisten Filmstudios setzen nach wie vor weiter auf Blu-ray, weil damit ein besserer Kopierschutz möglich sein soll.
Google zählt RSS-Abfragen
Wer seine RSS-Abonnements mit dem hochgelobten Google Reader online liest, wird künftig offiziell gezählt. Noch lässt sich für einen RSS-Anbieter überaus schwierig ermitteln, wie viele Leser ein RSS-Newsfeed überhaupt hat. Diese Information könnte vielleicht gerade eben mal so aufgrund bestimmter Klickzahlen hochgerechnet werden. Anbieter dürften also begeistert sein über Googles Ankündigung . Die Leser jedoch, die sich über ihren Google-Account nun als Abonnenten erkannt fühlen dürfen, werden darüber unter Umständen etwas weniger erfreut sein.
Online-Handel mit Parkplätzen
Parkplatzsuche war gestern, jedenfalls wenn es nach dem US-Startup "SpotScout" geht. Demnächst will man in Boston, New York und San Francisco eine Parkplatzbörse online stellen. Die soll die mühselige Suche nach einem Stellplatz durch ein eBay-ähnliches Vermakelungssystem, das per PC und per Handy nutzbar sei soll, ersetzen. Natürlich inklusive GPS-Unterstützung.
Künftig können Parkhausbesitzer bei SpotScout freien Parkraum feilbieten. Darüber hinaus gibt es auch für Stellplatzmieter die Möglichkeit, beispielsweise für den Urlaub, einen Untermieter zu suchen. Oder man kann gegen Geld die Information verhökern, wann man seinen Parkplatz frei macht. Aber, darf man einen Parkplatz an einer vielbefahrenen Straße besetzen, nur um ihn dann an den Meistbietenden zu versteigern? Was, wenn einer nach dem Einparken die Zeche prellt? Kann man dann jemanden verklagen?
Mounties suchen Nachwuchs bei Straßen-Gang
Manchmal weiß man ja nicht, was man an einer Nachricht wie der folgenden mehr bestaunen soll. Dass die kanadische berittene Bergpolizei im Internet Stellenanzeigen für die Nachwuchssuche schaltet und eine dieser Annoncen auf der Homepage einer berüchtigten Mörderbande aus Los Angeles platziert wird aus Versehen natürlich. Oder dass eine berüchtigte Mörderbande in den Vereinigten Staaten tatsächlich eine Homepage betreibt, auf der sogar Anzeigen geschaltet werden können?
Gracenote deckt Schwindel mit Klavierkonzerten auf
Wer hat es noch nicht erlebt? Man schiebt eine Musik-CD ins Computerlaufwerk und die Abspielsoftware versucht automatisch über eine Online-Datenbank, wie etwa Gracenote, an Informationen zu eben dieser CD sowie den darauf abgelegten Titeln zu kommen. Das ist schick, bekommt man auf diese Weise statt nichtssagender Anzeigen wie "Titel1, Titel 2, " die richtigen Namen der jeweiligen Musikstücke angezeigt. Manchmal aber quakt die Software herum, kennt die Scheibe nicht oder liefert mehrere, seltsame Einträge zurück.
Was meistens nervt, enthüllte nun einen Schwindel um geklaute Konzertaufnahmen . Eine Liszt-Aufnahme des Pianisten László Simon wurde offenbar von der britischen Pianistin Joyce Hatto als ihre eigene ausgegeben. Hatto zog sich aufgrund einer Krebserkrankung bereits Mitte der 1970er Jahre von der Bühne zurück, veröffentlichte aber weiterhin CDs. Die Aufnahmen dazu habe sie im heimischen Studio angefertigt, hieß es. Erst durch die Dopplung in der Gracenote-Datenbank wurde aufgedeckt, dass die Künstlerin wohl einige Aufnahmen von anderen Interpreten "ausgeliehen" hat. Um wie viele es sich dabei handelt und welche Stücke auf diese Weise recycelt wurden, bleibt vorerst ungeklärt. Joyce Hatto kann nicht mehr befragt werden. Sie starb im vergangenen September im Alter von 77 Jahren.