Netzwelt-Ticker Sony auf iPod-Jagd
Portable Nutzerkonten?
Wird Apple portable User-Accounts in OSX 10.5 einführen? Zumindest weißt darauf ein Patent hin, das Apple vor ein paar Tagen unter der Nummer 7120785 angemeldet hat . Zwar werden keine Details beschrieben, trotzdem geht aus dem Text hervor, dass Account-Daten von einem externen Datenspeicher abgerufen werden und der User damit seinen eigenen Desktop auf einem USB-Stick, einer Festplatte oder gar einem portablen Audioplayer mit sich herumtragen kann. Zwar gibt es diese Herangehensweise bereits als Do-it-Yourself-Experiment, doch könnte Apple mit der Integration in OSX damit einen wichtigen Schritt in eine Richtung gehen, die User-Daten und persönliche Desktops unabhängig von bestimmten Maschinen machen. Mit webbasierten Office-Anwendungen und nicht zuletzt E-Mail-Services im Netz geschieht so etwas ja bereits.
Übelcode lauert im Cache
Wenn sich gefährlicher Programmcode auf Webseiten schleicht, kann jeder davon befallen werden, der mit einem ungeschützten Browser oder Computersystem im Internet unterwegs ist. Sobald Seitenbetreiber von solch schädlichem Code erfahren, entfernen sie ihn normalerweise so schnell wie möglich, um weitere Infektionen zu vermeiden. Das war zum Beispiel der Fall bei infizierten MySpace-Profilen, die ihren Schadcode bei bloßem Betrachten des Profils weiterverbreiteten. Doch nun schreiben die Sicherheitsexperten von Finjan Software, dass in gecachten, also von einem Server zum Beispiel zu Archivzwecken gespeicherte Websiten, eben jener Schadcode am Leben bleiben kann, dem die Seitenbetreiber eigentlich den Garaus machen wollten. Bis zu zwei Wochen kann dieser "Infected-by-Proxy"-Code in Cache-Services wie dem Google Cache oder der Wayback-Machine bleiben. Das sei mehr als nur eine theoretische Gefahr, so Yuval Ben-Itzhak, Technik-Chef bei Finjan gegenüber Techweb . "Jeder Archiv- und Cacheserver könnte damit ungewollt zu einem der größten legitimen Lagerhallen für bösartigen Code werden." Jede von Malware befallene Website habe eine Kopie auf einem Caching-Server. Selbst wenn die Ursprungsseite also aus dem Netz genommen ist - aus dem Cache heraus kann sie weiterhin ihr Unheil treiben.
Sony: Ungestört wider dem iPod
Sony gibt sich richtig Mühe, gegen die Dominanz des iPod auf dem Portable-Audio-Markt anzukommen. Die letzte, auf stylisch getrimmte, digitale Walkman-Reihe scheiterte grandios, jetzt soll ein neues Technik-Feature zukünftige Musikspieler-Käufer überzeugen: Ein Rauschunterdrücker. Damit soll es möglich sein, vorrangig im Auto, Zug oder Flugzeug ständig präsente Störgeräusche auszublenden und damit ungestörter und in besserer Qualität Musik und Hörbücher zu konsumieren. Der technische Hintergrund dazu ist altbekannt und einfach zu verstehen. Ein Mikrofon am Player nimmt Außengeräusche auf und spielt sie phasenverschoben, also etwas verzögert zum Audiosignal ein. Damit löschen sich die "echten" Außengeräusche und die künstlich verzögerten im Ohr des Hörers gegenseitig aus - übrig bleibt die Musik. So zumindest in der Theorie. In der Praxis wird zwar merklich der Geräuschpegel gesenkt - dafür nervt ein seltsames Drücken im Ohr. Ob die Sony-Techniker da etwas gegen machen können, muss sich erst herausstellen. Aber Michael Gartenberg von Jupiter Research bringt es bei Newsfactor eh auf den Punkt : Viele Versuchen dem iPod Konkurrenz zu machen. Aber dazu sind nicht neue Spielereien nötig - sondern etwas radikal Neues.
YouTube vor schwierigen Zeiten
Der YouTube-Kauf durch Google hat große Wellen geschlagen. Aber wie es aussieht, könnten die ganz großen Brecher erst noch kommen. Denn eins ist klar: YouTube verliert dank Google den Rebellen-Status, wird zu einer noch (vermeintlich) größeren Gefahr für Contentproduzenten und zieht damit noch mehr Missgunst auf sich. Der Guardian vermutet deswegen : Google wird wegen YouTube einige Copyright-Kämpfe auszufechten haben und die AP sieht bereits das Ende des erfolgreichen Videoangebots dräuen . Denn eines ist klar, zusammen mit der Google-Macht ist YouTube nun ein Entscheider in Sachen Onlinevideos und Konsumverhalten. Nun wollen Plattenfirmen und die Filmindustrie am liebsten mitbestimmen. Mitspracherecht, Content-Filter und digitale Fingerabdrücke sind die Schlüsselworte. YouTube kaputtschlagen will niemand - dafür sind 35 Millionen regelmäßige User einfach ein zu attraktives Publikum - doch möglicherweise könnten genau diese Abmachungen YouTube zwar nicht umbringen, aber durch Zensur verkrüppeln, zum Ende der Videoseite führen. Joe Laszlo von Jupiter Research sieht das ganz nüchtern: "Es gibt nur wenig, das die YouTube-Nutzer an der Seite YouTube hält, außer der Glaube, dass sie dort das finden können, was sie gerade sehen wollen. Wenn die Videos zu einem neuen Ort im Netz abwandern, dann wird das Publikum mitgehen. YouTube muss also verdammt vorsichtig vorgehen." Googles Nordeuropa-Chef Philipp Schindler hatte den gleichen Punkt im Interview mit SPIEGEL ONLINE als nur begrenzt problematisch dargestellt: "Ich glaube, YouTube ist aus vielerlei Gründen attraktiv, nicht nur wegen urheberrechtlich geschützter Inhalte. Die Strategie muss sein, die Attraktivität zu wahren, und gleichzeitig die Rechte der Inhalte-Anbieter zu wahren."
Laser-Fernsehen und HDR-Monitore
Auf dem Bildschirmmarkt geht's endlich rund! Einerseits soll Laser-TV den guten, alten Plasma-Bildschirm ablösen und dabei, so AAP , leichter, brillanter und energieeffizienter sein, zum anderen ist zumindest Bit-Tech.net total aus dem Häuschen , seitdem sie einen Prototypen eines HRD-Monitors zu Gesicht bekommen haben. Der soll mit ungeahnten Kontrasten, absolutem Schwarz und blendendem Weiß das mit HDTV-Bildschirmen tun, was HDTV-Bildschirme mit normalen Displays getan haben: die alte Technik völlig veraltet und lahm aussehen zu lassen. Der mehrseitige Report ist dazu auch recht interessant, Bit-Tech.net gibt eine Einführung in High-Dynamic-Range-Technologie, die technischen Hintergründe des Prototypen und eine Menge überschwänglicher Kommentare zur Demonstration.
Wursthersteller kriegt kein Trademark auf SPAM
Miliarden ungewollte Werbemails fluten jeden Tag die Mailboxen des Planeten. Spam! Nervenräuber, Wut-Schnellkocher und Quell stetiger Frustration. Klar, dass man als Firma nicht mit so einem Image verbunden werden will - doch Hormel Foods, Hersteller von Dosenfleisch, ist genau von diesem Schicksal geschlagen. Ihr berühmtestes Produkt heißt SPAM - Spiced Ham - durch einen Monty-Python-Sketch schaffte es das Kunstwort schließlich in die Popkultur und damit am Ende auch zum Namen für Nervmail. Damit hat Hormel Foods auch gar kein Problem, findet das sogar gut. Doch dass ausgerechnet Antispam-Hersteller ihren Wurstnamen als Firmennamen wählen - das geht nicht an! SpamBop, Spam Arrest oder Spam Cube, sie alle sind Nutznießer der mühsam aufgebauten Marke.
Ja, wenn es denn eine Marke wäre, das Wort Spam... Denn die EU hat, wie die International Business Times berichtet , gerade den Trademark-Antrag von Hormel Foods abgelehnt. Spam gehört allen, ob man will oder nicht.