Netzwelt-Ticker Spiele ins Museum
Standards für Download-Musik
Die großen der Download-Musik-Branche haben sich zusammengeschlossen, den Datenaustausch untereinander zu verbessern. Insgesamt elf Firmen, darunter EMI Music, Sony BMG, die Warner Music Group, die Universal Music Group, Apple Computer, Microsoft und RealNetworks gehören zu den Gründungsmitgliedern der Digital Data Exchange, kurz DDEX.
Als erstes Ziel haben sich die Firmen vorgenommen, ihre Methoden zur Zählung von Online-Verkäufen zu vereinheitlichen. Das wird den Anwendern erstmal nichts bringen, ermöglicht es jedoch, endlich verlässliche Aussagen über Marktanteile zu machen. Bisher gab es darüber häufig Streit. Während sich Marketing-Abteilungen über diese Entwicklung freuen dürfen, werden die Konsumenten wohl vorerst keine Vorteile aus der DDEX ziehen können, glaubt "Ars Technica" . Immerhin plant die Gruppe jedoch, zumindest langfristig die Meta-Daten zu vereinheitlichen, mit denen man als Anwender seine Musik organisiert. Laut "CNet" würde das bedeuten, dass beispielsweise Informationen über Titel- und Künstlernamen in allen Musikprogrammen und auf allen Abspielgeräten in einem einheitlichen Format erscheinen würden. Bis es tatsächlich soweit ist, dürften allerdings noch einige Jahre ins Land ziehen.
PC-Spiele sind schützenwertes Kulturgut
Wer hätte das gedacht? Die US-amerikanische Library of Congress erwägt doch tatsächlich, Computer- und Videospiele als Teil der amerikanischen Kultur zu klassifizieren und zu archivieren. Unter dem Titel "Preserving Creative America" wurde ein Programm gestartet, welches dazu dienen soll, digitale Inhalte zu konservieren, die verloren zu gehen drohen. Zu den Aufgaben der Initiative zählt es, ein tragfähiges Geschäftsmodell für dieses Unterfangen zu erstellen, Archive zu betreuen und Kontakte mit den Produzenten der Inhalte aufzubauen. Das Blog "gamepolitics" orakelt nun, dass demnächst Klassiker wie "Grand Theft Auto San Andreas", "Leisure Suit Larry" oder auch "Zork" Aufnahme in die große Bibliothek finden. Warum auch nicht?
Schnelles WLAN verschoben
Der neue WLAN-Standard IEEE 802.11n hat Startprobleme. Während einige Hersteller bereits Geräte auf Basis einer Vorabfassung der neuen schnellen drahtlosen Funktechnologie in den Verkauf bringen, ist eine erste Abstimmung zur Ratifizierung des Standards gescheitert. Dabei könnte es so schön werden, denn gegenüber den derzeit üblichen Methoden verspricht 802.11n mit bis zu 600 MBit/s fast zehnmal höhere Datenübertragungsraten. Doch es hilft alles nichts: Einige Mitglieder der so genannten WiFi-Alliance waren mit den bisherigen Ergebnissen auf Basis der Vorabversion nicht zufrieden und fordern Nachbesserung. "Ars Technica" rät daher strikt davon ab, Produkte zu kaufen, die mit den hohen Übertragungsraten des neuen Standards werben. Dem kann ich mich nur anschließen.
Computer-Grid gegen Vogelgrippe
Auf der Suche nach einem möglichen Impfstoff gegen die Vogelgrippe setzen britische und asiatische Wissenschaftler auf massive Rechnerleistung. Dazu verwendendeten sie ein als "The Grid" bekanntes Netzwerk von 2000 weltweit miteinander verschalteten Hochleistungsrechnern. Den gesamten April verbrachte das ursprünglich für Anwendungen der Teilchenphysik konzipierte Grid mit der Analyse von 30.000 möglicherweise nutzbaren Substanzen. Nach einem Bericht von "CNet" hätte ein normaler PC für dieselbe Aufgabe rund 100 Jahre gebraucht. Das Resultat sind 600 Gigabyte Analysedaten, die nun von den Wissenschaftlern ausgewertet werden müssen.
Dell will Macs verkaufen
In einem Podcast der PC World heißt es, Michael Dell, Gründer und Chef des weltweit größten PC-Herstellers, möge sich nicht mehr ausschließlich auf Microsofts Windows verlassen. In einem Interview mit dem "PC Magazine" gab er zu Protokoll, dass er "überaus gerne Laptops und PCs mit Mac OS X verkaufen würde." Ob es tatsächlich einmal Dell-Macs geben wird, steht freilich in den Sternen. Schließlich beharken sich Apple-Chef Steve Jobs und Michael Dell spätestens seit 1997 mit Inbrunst. Damals hatte Dell Jobs aufgefordert, den Laden "dichtzumachen und den Anlegern ihr Geld zurückzugeben" .
Das massive Multiplayer Mosaik
Es muss nicht immer World of Warcraft sein, wenn man online mit vielen anderen etwas gemeinsam spielen will. Stattdessen kann man auch einfach an "The Broth" mitbasteln. Das "globale Mosaik" erlaubt es einer nicht näher genannten Zahl von Online-Spielern, in Echtzeit gemeinsam an einem Mosaik zu arbeiten. Das mag zwar keine große Kunst sein, ist aber dennoch ausgesprochen kurzweilig und mitunter sogar fast stressig. Etwa, wenn man unbedingt einen schöne Sonne zusammenstellen will, während jemand anders alle gelben Steinchen in eine Blume einzubauen versucht. Ausprobieren!
Kleiner kanns keiner
Den nach eigenen Angaben kleinsten PC der Welt hat der wenig bekannte japanische Hersteller Shimafuji in Form des Space Cube vorgestellt. Bei einer Kantenlänge von rund fünf Zentimetern ist der würfelförmige Rechner rundum mit allen wichtigen Schnittstellen wie USB und Ethernet ausgestattet. Als Treibsatz dient eine 300 MHz CPU, der 64 MB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Als Betriebssystem dient dem Winzling eine Linux-Variante.
Elektronische Erzieherin
In Südkorea traut man Maschinen-Menschen so einiges zu. Auf einer Messe in Seoul wurde nun der erste weibliche Android des Landes vorgestellt. Stolz berichten die Entwickler, die 2,5 Millionen Euro teure Elektro-Dame könne lippensynchron reden und würde im Gespräch mit Menschen Augenkontakt halten. Zudem sorgen 15 kleine Motoren unter ihrer Silikonhaut dafür, dass sie sage und schreibe vier verschiedene Gesichtsausdrücke beherrscht. Als Anwendung können sich die Entwickler ihren Eva-Roboter gut als Kindererzieherin vorstellen, die den kleinen Rackern Geschichten vorliest. Wenn die darauf keine Lust mehr haben, können sie ja einfach gehen. Denn verfolgen kann Eve-R1 sie nicht, da sie von der Hüfte an abwärts bewegungsunfähig ist.