Netzwelt-Ticker: Venedig heißt jetzt Joost - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Venedig heißt jetzt Joost

Das Netz-TV der Skype-Gründer hat einen neuen Namen, in China heult die Musikindustrie mit den Wölfen, animierte iPhone-Häme, die schnellste Festplatte der Welt, kostenlose Musik aus Deutschland: das und mehr im heutigen Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Venice Project hat einen Namen

Niklas Zennström und Janus Friis, die sich durch den 2,6 Milliarden Dollar schweren Verkauf ihres IP-Telefonie Dienstes Skype an eBay die Taschen füllten, haben ihr jüngstes Kind getauft. Der bisher als "Venice Project" bezeichnete Online TV-Service soll künftig unter dem Titel "Joost"  firmieren, berichtet Associated Press . Damit ist die Test- und Entwicklungsphase des neuen Angebots aber noch lange nicht abgeschlossen. Allerdings habe man bereits Abkommen mit Warner Music, September Films und Endemol (den Produzenten von Big Brother) unter Dach und Fach, sagte Joost-CEO Fredrik de Wahl. Wer schon mal einen Blick auf das künftige Internet-TV werfen will, hat nun auch wieder die Chance ins Beta-Programm aufgenommen zu werden. darf sich jeder, mitmachen darf aber nur, wer von Joost ausgewählt oder von einem anderen Beta-Tester eingeladen wird.

100 Millionen Mal IE7

Microsoft verkündet stolz, der neue Internet Explorer 7 sei binnen drei Monaten insgesamt 100 Millionen Mal heruntergeladen worden. Ein Viertel der US-amerikanischen Websurfer benutzen bereits den neuen Browser, so das Unternehmen. Damit sei IE7 gleich nach IE6 der am zweit-häufigsten genutzte Browser, schreibt Microsoft-Manager Tony Chor im IEBlog . Ist das nun gut oder schlecht? Zunächst einmal gut. Schließlich ist die neue Version des Microsoft-Browsers nicht nur sicherer geworden, sondern bringt auch längst überfällige Funktionen wie Tabbed Browsing mit. Andererseits, so schreibt die "InformationWeek" , hat Chor bei seinem Posting ein paar Details ausgelassen. Denn offenbar gehen alle IE7-Neuinstallationen zulasten des alten IE6. Insgesamt, so wird das Marktforschungsunternehmen netshare zitiert , sei der Marktanteil der beiden Internet-Explorer sogar gesunken. Davon profitieren in erster Linie der Open Source-Browser Firefox sowie Apples Safari. Beide konnten im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs ihrer Popularität verzeichnen, der auch nach der Veröffentlichung des IE7 weiter anhielt. Der Analyst Geoff Johnston von Web metrics orakelt bereits, die Windows-Company könnte in Firefox ihren Meister gefunden haben. Vielleicht, so glaubt er, sei es für Microsoft einfach nicht möglich, gegen das Open Source-System zu bestehen, bei dem quasi die ganze Welt bei der Entwicklung mithelfen kann.

Kostenlose Musik für China

Wenn man seine Feinde nicht besiegen kann, soll man sich mit ihnen zusammentun. Getreu diesem Motto hat sich das Plattenlabel EMI mit Baidu, der größten Suchmaschine Chinas zusammengetan. Ein Versuch der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), Baidu den Prozess zu machen, war gescheitert. Die Organisation der Plattenfirmen wollte Baidu für Links zu urheberrechtlich geschütztem Material zur Rechenschaft ziehen, die im Katalog der Suchmaschine zu finden fahren. Weil das aber nicht geklappt hat, will EMI nun den gesamten Katalog seines Ablegers Typhoon Music via Baidu als kostenlosen Stream anbieten. Einnahmen aus diesem Dienst will das Unternehmen laut "ars technica"  durch Werbung generieren. Sollte dieser Versuch erfolgreich verlaufen, planen die beiden Firmen, künftig auch werbefinanzierte Downloads anzubieten.

Geld für kostenlose Musik in Deutschland

Das Musik-Portal Jamendo  will Künstler, die ihre Musik unter Creative Commons Lizenz stellen und via Jamendo zum anhören und laden bereitstellen, künftig an den Werbeeinnahmen beteiligen, meldet "Gulli".  Allerdings nur, wenn diese das auch wirklich wollen. Wer seine Kunst nicht durch schnöden Mammon kommerzialisieren will, muss nichts nehmen. Immerhin 50 Prozent der Einnahmen sollen auf diese Weise verteilt werden. Vorerst handelt es sich dabei allerdings nur um einen Pilotversuch, der bis zum März laufen soll. Die Erfahrungen daraus sollen helfen, das "System zu verbessern im Hinblick auf eine andere Verteilung der Einnahmen". Mit großen Reichtümern sollten die beteiligten Musiker jedoch nicht rechnen. So wird auf der Jamendo-Homepage, natürlich rein hypothetisch, vorgerechnet, dass ein Künstler, der 20.000 Seitenzugriffe bei einer Gesamtzahl von einer Million Seitenzugriffen für alle Künstler zusammen verzeichnet, bei einem monatlichen Werbeumsatz von 2000 Euro mit einer Ausschüttung von 20 Euro rechnen kann. Naja: Für ein paar Sätze Gitarrensaiten reicht das schon.

15.000 U/Min

Auf die Größe kommt es an. Findet zumindest Seagate und stellt die nach eigenen Angaben schnellste 2,5 Zoll-Festplatte der Welt vor. Mit rasanten 15.000 Umdrehungen pro Minute rotieren in der Savvio 15K  die Speicherscheiben. Bisher lag der Höchstwert bei 10.000. Wer nun hofft, damit sein Notebook beschleunigen zu können, wird aber enttäuscht. Ein solches Unterfangen scheitert schon an der Serial Attached SCSI-Schittstelle (SAS) des Laufwerks. Laptops fehlt ein solcher Anschluss. Stattdessen ist der rasante Massenspeicher ausschließlich für den Einsatz in Servern gedacht. Insbesondere flache Blade- und Rack-Server sollen von dem kleinen Speicher-Sprinter profitieren. Und das nicht nur, weil die Platte Platz spart und schnell ist, sondern vor allem, weil sie 30 Prozent weniger Strom verbraucht als vergleichbar schnell drehende 3,5 Zoll-Festplatten. Sehr öko also.

Schmierkram

Während die Einen in Erwartung des iPhones schon mal ihre Sparstrümpfe lockern, vertreiben sich andere die Wartezeit bis zum Verkaufsstart des Apple-Handys damit, via Flash-Programm auf einen der wenigen offensichtlichen Nachteile des iPod-Mobiltelefon-PDAs hinzuweisen. So tut es zumindest der Belgier Bram Van Damme, mit dessen iSmudginator  man schon jetzt, und natürlich rein virtuell, auf dem Top-Gadget des Frühjahrs herumtatschen und -kratzen kann. Sehr anschaulich.

iPod wichtiger als Freundin

Der Untergang des Abendlandes ist nah. Das lässt zumindest einen Gfk-NOP-Umfrage befürchten, von der "Tech Digest" berichtet . Demnach würde jeder achte Mann seine Freundin liebend gern gegen einen iPod, einen Flatscreen-Fernseher oder gar einen Kühlschrank eintauschen. Bei den Frauen sieht es ein wenig besser aus. Allerdings gaben immerhin sechs Prozent der befragten Damen an, ihren Kerl gegen ein neues Spielzeug tauschen zu wollen. Sind die alle verrückt? Einen iPod könnte man ja noch verstehen, aber einen Kühlschrank?

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