Netzwelt-Ticker Vielguck-Videos bringen Kohle
Geld mit Video-Sharing verdienen
Noch ist nicht so ganz klar, wie all die Video-Communitys eigentlich Geld machen wollen. Wahnsinniger Traffic kostet nicht nur viel Geld, sondern stößt auf Copyright-Probleme und Werbeallergie. So sind Youtube, Google Video und Konsorten zwar erfolgreiche Menschenfänger, Zeitfresser und Web-Vorreiter. Reich wird mit den 150 Videosites und den Onlinevideos bislang aber niemand. Neuankömmling Eefoof.com will dem nun ein Ende machen und verspricht Nachwuchsregisseuren eine Gewinnbeteiligung.
Besser: je nachdem, wie viele Leute ein bestimmtes Video anschauen, wird man an den Werbeeinnahmen von Eefoof.com beteiligt. Wer sein Portemonnaie jedoch mit der letzten Folge der NBC-Show "Saturday Night Life" auffüttern will, so News.com, hat sich geschnitten . Dafür gibt's kein Geld. Aber das ist ja sowieso so eine Sache: Ausgeschüttet wird das Video-Vermögen erst, wenn das Userkonto 25 Dollar Werbebeteiligung überschreitet da kann man sich ja schon denken, wie lange es dauern wird, bis man etwas vom Geld sieht
Geschmierte Fesplatten
Mit Schmiermittel will Seagate die Kapazität und Lebensdauer von Festplatten erhöhen. Ein Reservoir aus Nanoröhrchen soll zehn Jahre lang die Festplattenoberfläche mit Gleitmittel ölen. So sei es möglich, den Lese und Schreibkopf näher an die Harddisk-Oberfläche zu bringen und eine zehnfach höhere Datendichte von mehreren Terrabit pro Quadrat-Inch zu erreichen. Das geht aus einem Patent hervor, das Plattenhersteller Seagate beantragt hat . Wann die neue Technik die Supermarkt-Regale erreichen wird, ist noch nicht klar. Allerdings ist Seagate nicht die einzige Firma, die sich um die Verbesserung von Festplatten mittels Gleitmittel Gedanken macht. Fujitsu hat erst kürzlich einen Durchbruch für die Gleitschicht ihrer Festplatten angemeldet. Indem sie nun extra dünne, harte und reibungsarme Materialien verwenden, kann der magnetische Lese und Schreibekopf ebenfalls näher an die rotierende Platte gebracht werden, was der Schlüssel zu höherer Datendichte ist.
Musikindustrie klagt (1): Yahoo China
Wegen Verstoßes gegen ein neues Kopierschutzgesetz wird die International Federation for the Phonographic Industry (IFPI) den chinesischen Ableger der Suchmaschine Yahoo verklagen zumindest, wenn Yahoo China sich nicht auf Verhandlungen einlässt. Der Service wird von Alibaba.com betrieben, eine Firma, die zu 40 Prozent Yahoo gehört. Wie Bloomberg berichtet , wird Yahoo China vorgeworfen, auf Websites mit illegalen Kopien von Musik zu verlinken. 90 Prozent der Musik in China sei illegal kopiert, jedes Jahr werde Musik im Wert von 400 Millionen Dollar illegal verkauft, so der Verband.
Letztes Jahr haben sieben Labels bereits gegen Chinas größte Suchmaschine Baidu geklagt zwischen Baidu und den Plattenfirmen kam es bis zum 30. Juni dieses Jahres allerdings zu keiner Einigung. Wie es jetzt weitergeht, ist nicht klar. Yahoo China will man nun über ein neues chinesisches Gesetz beikommen, das seit 1. Juli den Vertrieb von illegal kopierter Musik unter Strafe stellt.
Musikindustrie klagt (2): Allofmp3
Nach iTunes soll die russische Seite Allofmp3 mit 14 Prozent Marktanteil der zweitgrößte Online-Musikshop in Großbritannien sein und ist Plattenfirmen weltweit ein Dorn im Auge. Denn, so der Vorwurf, Allofmp3 mag zwar vielleicht in Russland legal sein, aber sicherlich nicht in Großbritannien. Das zumindest ist die Grundlage, mit der die Lobbygruppe der British Phonographic Industry (BPI) nun eine Klage gegen den Webshop gewährt bekommen hat. Gegenüber der BBC-Website erklärte ein Vertreter der BPI : "Wir haben schon immer gesagt, dass diese Seite illegal ist und dass der Betreiber britisches Recht bricht, indem er Kunden in Großbritannien Aufnahmen ohne das Einverständnis der Copyright-Inhaber zur Verfügung stellt. Jetzt können wir vor Gericht zeigen, dass diese Seite illegal ist."
Allofmp3 hingegen argumentiert, dass sämtliche vertriebene Musik von der Russischen Multimedia und Internetgesellschaft ROMS und der Rightholders Federation for Collective Copyright Management of Works Used Interactively (FAIR) lizensiert sei. Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) hält dagegen, dass die ROMS-Lizenzen nicht gültig seien und schon gar nicht den Verkauf in anderen Ländern deckten, selbst wenn sie legal wären.
Die BPI verlautbarte, dass sie die Betreiber von Allofmp3 vor Gericht zerren wollen Kunden der Website sollen jedoch nicht belangt werden. Experten weisen derweil darauf hin, dass es selbst im Falle eines Erfolgs vor Gericht "enorme praktische Schwierigkeiten" geben dürfte, die Entscheidung in Moskau durchzusetzen
Senator Stevens erklärt uns das Internet
Kaum etwas erregt momentan mehr die Gemüter der Internet-Aktivisten als das Gezerre um die Netzneutralität (siehe auch heutiger Bericht auf SPIEGEL ONLINE). Die einen sehen das Internet, wie wir es kennen in Gefahr, falls Breitbandanbieter zum Beispiel kommerzielle Webservices in Sachen Bandbreite bevorzugen und User für Breitband-Inhalte zur Kasse bitten können. Die anderen wollen den Markt durch ein "Net Neutrality"-Gesetz nicht reguliert sehen. In der letzten Abstimmung blockierte sich der Wirtschaftsausschuss des amerikanischen Senats mit 11 Stimmen gegen 11 Stimmen. Für große Freude sorgte dabei Senator Ted Stevens (Republikaner, Alaska), der erklärte, warum er gegen ein Gesetz für Netzneutralität gestimmt hat und dabei "eine verblüffende Einführung gibt, wie das Internet funktioniert", so das Wired-Blog .
Darunter Perlen wie: "Erst neulich haben meine Angestellten um 10 Uhr morgens ein Internet verschickt und ich habe es einen Tag später bekommen. Warum?" Zum Glück wartet er nicht mit der Antwort: "Weil es in all dem Zeug, was kommerziell im Internet los ist, hängenblieb." Stellt sich doch die Frage, wie das nun funktioniert, dieses Internet: "Sie wollen große Informationsmengen über das Internet übertragen. Und nochmal: Das Internet ist nichts, wo man einfach etwas drauf abladen kann. Es ist kein Laster. Es ist eine Reihe von Röhren." Und falls man das nicht verstünde: "Diese Röhren können gefüllt sein und wenn sie gefüllt sind, wenn man seine Nachricht reintut, dann muss sie sich einreihen und wird von jedem ausgebremst, der enorme Mengen Material in die Röhre packt." Aha.
Das ganze Audiolog gibt es bei Publickknowledge.org ( Stevens-on-nn.mp3 ) Auf keinen Fall verpassen, wenn man über dieses Internet, von dem alle sprechen, mitreden will