Netzwelt-Ticker: Vista verboten - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Vista verboten

Behörden in den USA bremsen die Umstellung auf Microsofts Vista: Die Kompatibilität zu vielen Anwendungen ist noch nicht geprüft. Außerdem: Cebit-Messetickets zum Schleuderpreis, das Internet liest bald auch Chinesisch, falsche Polizisten bei MySpace. Das und mehr im Überblick.
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Falsche Polizeiwachen auf MySpace

Fake-Accounts von Usern, die sich im Internet eine andere Identität zulegen, sind ein alter Hut. Doch seitdem auch die Polizei auf sozialen Netzwerken mit eigenen Profilen Präsenz zu zeigen versucht, macht sich mancher daraus einen Spaß, die Ordnungswächter mit gefälschten Seiten zu veräppeln .

So erfreute die vorgebliche Seite der New Yorker Polizei auf "MySpace" Betrachter mit Pinup-Fotos. Diese und ähnliche Seiten aus New Jersey und Florida wurden von MySpace inzwischen entfernt. MySpace-Sprecher Hemanshu Nigam sagte, dass man um die Sicherheit gerade der jugendlichen Nutzer vor sexueller Belästigung sehr bemüht sei. Ansonsten arbeite man mit der Polizei zusammen, die eben dort sein müsste, wo die Menschen sind - real wie virtuell.

Erhöhte Thrombosegefahr für Computersüchtige

Büromenschen und andere Computersüchtige, die förmlich am Bildschirm kleben, laufen nicht nur Gefahr, sich die Augen zu verderben. Wired News berichtet von einer neuseeländischen Studie , derzufolge die Wahrscheinlichkeit, an einer gefährlichen Thrombose in den Beinen zu erkranken, für diese Gruppe höher ist als für Passagiere von Langstreckenflügen.

34 Prozent aller Patienten, die mit Blutgerinseln ins Krankenhaus überwiesen worden seien, hätten die meiste Zeit ihrer Arbeit im Sitzen verbracht. Und die Risikogruppe ist nicht gerade klein: "Es gibt eindeutig sehr viel mehr Leute, die lange Zeit im Sitzen arbeiten, als Reisende", wird Prof. Richard Beasley vom neuseeländischen medizinischen Forschungsinstitut zitiert. Eine Überraschung sei es zudem gewesen, wie viel Zeit so mancher am Rechner verbringt - zwölf bis 14 Stunden waren nicht ungewöhnlich.

US-Bundesbehörden: Upgrade zu Windows Vista für Mitarbeiter verboten

Microsoft bemüht sich zwar gerade, die Welt vom überragenden Erfolg seines neuen Betriebssystems Vista zu überzeugen, in den USA scheint das den Redmondern allerdings nicht ganz gelungen zu sein. Das Transportministerium wie auch das NIST, das amerikanische Gegenstück zum DIN-Institut, das unter anderem Industriestandards festlegt, haben ihren Angestellten und Mitarbeitern verboten, bei ihren Computern ein Upgrade auf Vista vorzunehmen.

"Zur Zeit erlauben wir es nicht, dass Computer auf Vista-Basis an unsere Netzwerke angeschlossen werden", wird ein NIST-Sprecher von news.com zitiert . Man sei gerade dabei, die diversen Institutsanwendungen auf ihre Kompatibilität zu Vista und ihre Sicherheit zu testen.

In den USA ist es nicht unüblich, dass sich Ministerien und Behörden mit dem Umstieg auf neue Programme Zeit lassen. So können Probleme im Zusammenhang mit den unvermeidlichen Kinderkrankheiten neuer Software vermieden werden. Der behördliche Bannstrahl richtet sich außerdem auf den Internet Explorer 7 und auf Office 2007.

Internet-Adressen auf Chinesisch

Ä, Ö und Ü waren erst der Anfang. 2004 begann der Einstieg in die Nach-ASCII-Zeit, die die Verwendung von bestimmten Sonderzeichen in Internetadressen erlaubt. Die Erkennung von Umlauten in Domainnamen funktioniert bei den Nameservern immer noch mit der Umwandlung in normalen ASCII-Code. Bei den neuen internationalisierten Domainnamen (IDN) können die Server fremde Schriftsätze direkt zutreffend interpretieren.

Erste Tests sind erfolgreich verlaufen, wie "futurezone" berichtet . Das ist besonders für den rasant wachsenden chinesischen Markt von Interesse. Auch in Korea, Russland oder im arabischen Raum sollen Internetnutzer Webseiten demnächst in ihren eigenen Sprachen und Schriftarten aufrufen können.

Cebit-Tickets für 98 Cent

Heute abend eröffnet die Kanzlerin höchstselbst die Cebit in Hannover im Glanze ihres Gefolges. Aber auch der Besuch von Angela Merkel kann nicht über die Probleme der Computerschau hinwegtäuschen. Schon wieder sind weniger Aussteller als im Vorjahr nach Hannover gekommen. Und jetzt wird auch noch bekannt, dass die Messe AG im Vorfeld der Veranstaltung Eintrittskarten zu Schleuderpreisen verramscht hat .

Wie die "Hannoversche Allgemeine" berichtet, seien Pakete mit je 500 Tickets zum Preis von 490 Euro, also 98 Cent pro Karte, an mehrere Aussteller verkauft worden. "Wir haben 300 der Karten im Mitarbeiter- und Bekanntenkreis verteilt und haben Schwierigkeiten, die übrigen Karten loszuwerden", wird ein Aussteller zitiert. Ein Messesprecher habe das bestätigt und die Zahl der Ticket-Paketkunden "auf gut im dreistelligen Bereich" beziffert. Aller reden von der längst überfälligen Neuausrichtung der Messe - aber eine Cebit auf dem Grabbeltisch, das klingt nicht sonderlich zukunftsträchtig.

Personalisiertes Wlan-Radio

Aus San Diego kommt eine neue Form des Internetradios. Das "Slacker" (Drückeberger) getaufte Angebot kombiniert dabei Elemente von Internet, tragbarer Musik und Satellitenunterstützung . Jeder User, der sich auf der (noch in der Beta-Phase befindlichen) Seite einloggt, kann sich seine eigenen "Sender" erstellen, indem er angibt, welche Art Musik oder Songs er bevorzugt.

Das System - der "Slacker-DJ" - stellt dann ein komplettes Programm auf Basis dieser Angaben zusammen. Genauso kann der Anwender aber auch manuell seine eigenen Einstellungen vornehmen. Dazu hat er die Auswahl unter mehr als 10.000 Sendern, die um bestimmte Künstler oder vorprogrammierte Genres angeordnet sind. Spezielle, Wlan-fähige Radioempfänger machen es dann möglich, die persönliche Musikauswahl überall und nicht nur zu Hause am Rechner anzuhören. Dazu werden ab dem Frühsommer spezielle Taschenradios zum Preis zwischen 150 und 300 US-Dollar verkauft. Der Basis-Service ist gratis, aber werbefinanziert Wer seine Musik ohne lästige Reklame bevorzugt, muss im Monat 7,50 US-Dollar bezahlen.

Sicherheitsupdate für Mac OS X

Niemand bleibt verschont, auch Apple muss mittlerweile Sicherheitsflicken an die geschätzte Kundschaft austeilen. Macnews weist auf ein Sicherheitsupdate auf Mac OS X 10.4.9 hin, das möglicherweise die letzte Aktualisierung vor Leopard sein könnte. Die Verbesserungen betreffen vor allem die digitale Bildverarbeitung, die nun auch das RAW-Format neuer Kameramodelle unterstützt und mit sehr großen oder beschädigten Bildern absturzfrei zurechtkommen soll. Freuen können sich auch die Nutzer von Mac OS X 10.3.9, sie finden auf der Apple-Downloadseite 7 außerdem ein Security Update 2007-003.

"Per Anhalter durchs Web 2.0" (Artikel im "Spreeblick")

Wer einen kurzen Überblick über das ominöse "Web 2.0" erhalten will, kann sich durch viele medientheoretische Untersuchungen kämpfen. Oder den kurzen Überblick über die gängigsten Schlagworte bei "Spreeblick"  nachlesen.

Kostprobe: "Second Life ist ein virtueller Swingerclub für Journalisten. Die Plattform wird von den großen Medienhäusern der Welt finanziert, um in den kommenden Jahren die Redaktionskantine, Betriebsausflüge und Konferenzräume zu ersetzen und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz endlich auch denjenigen möglich zu machen, die gar keinen haben."

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