Netzwelt-Ticker Vorsicht vor dem Segway
Man könnte meinen, Rückruf-Aktionen seien der nächste große Trend. Von PKW-Herstellern ist man es ja schon gewohnt, dass sie gelegentlich einzelne Modelle aufgrund von Konstruktionsmängeln in die Werkstätten rufen. Von Notebook-Batterien weiß man auch, dass sie brandgefährlich werden können und deshalb zurückgerufen werden.
Aber ausgerechnet vom legendären Segway Elektro-Roller hätte man eine solche Aktion nicht erwartet. Ein Software-Fehler, so Infoworld , könne zu einem spontanen Wechsel in den Rückwärtsgang führen. Insgesamt soll dieses Problem bei sechs Segway-Fahrern zu Unfällen und Verletzungen geführt haben.
Um weiteren Schaden abzuwenden, sollen nun alle weltweit verkauften Segways bescheidene 23.500 Stück in die Werkstatt kommen. Dort soll den Ein-Personen-Fahrzeugen der eigenwillige Gangwechsel durch ein Software-Update ausgetrieben werden.
US-Kartellamt unterstützt iTunes
Während einer Rede vor internationalen Kartellrechts-Experten richtete US-Kartellamts-Chef Thomas Barnett deutliche Worte an seine Zuhörer aus dem europäischen Raum. Ausländische Regierungen, so Barnett, sollten lieber zweimal nachdenken, bevor sie sich populären neuen Technologien in den Weg stellen . Als Negativ-Beispiel führte er die Probleme an, denen sich Apples iTunes Store insbesondere in Frankreich sowie einigen skandinavischen Ländern gegenüber sieht. Dortige Regulierungsbehörden fordern von Apple, die Software auch für Audio-Player anderer Hersteller zu öffnen. Damit soll erreicht werden, dass bei Apple erworbene Inhalte nicht nur auf iPods, sondern auch auf Geräten anderer Hersteller abspielbar sind.
Laut Barnett behindern derartige Forderungen, neue Technologien zu öffnen, die Innovationskraft. Nach seiner Meinung sollte man Apple lieber dazu gratulieren, ein legales, profitables und einfaches Systeme für Musik-Downloads aus dem Internet eingeführt zu haben, statt dem iTunes-Betreiber Steine in den Weg zu legen.
Torgeir Waterhouse vom norwegischen Verbraucherschutz hingegen sagt, Barnett habe die europäischen Maßnahmen gründlich missverstanden. "Wir wollen niemandem sein geistiges Eigentum wegnehmen, sondern sagen nur, dass es auf eine Weise eingesetzt werden soll, die nicht vorschreibt, welchen Player man benutzen muss", sagt Waterhouse .
Darauf angesprochen, ob seine Bemerkungen sich auch auf das Kartellverfahren der EU gegen Microsoft beziehe, blieb Barnett eine Antwort schuldigt und sagte lediglich, er wolle "einige dieser Themen in einem anderen Kontext besprechen".
Vista für alle
Für alle, die bei der Anmeldung zum Vista Beta-Test zu spät kamen oder sich bisher einfach nicht trauten, eine Vorab-Version einer Microsoft-Software auf ihren Rechner loszulassen, hat Microsoft nun die Schleusentore weit geöffnet . Zusätzlich zu den bisher schon registrierten Testern sucht der Konzern jetzt weitere fünf Millionen Freiwillige, die sich den aktuellen Release Candidate von Windows Vista auf ihre PC ziehen wollen.
Mitmachen kann jeder. Man muss sich nur bewusst sein, dass es eben noch keine fertige Software ist, also gelegentlich noch Fehler auftreten können. Die Software kann entweder gegen Gebühr als DVD bestellt, oder direkt heruntergeladen werden. Eine schnelle Internet-Anbindung ist dafür allerdings Pflicht, da bei Download der 32 Bit-Variante drei, bei der 64 Bit-Version sogar vier Gigabyte durch die Datenleitung gepresst werden.
Vista, die Job-Maschine
Wie The Register berichtet, soll sich Windows Vista zum Heilsbringer für die europäische Wirtschaft werden. Dem Bericht zufolge kam das von Microsoft beauftragte Marktforschungsunternehmen IDC zu dem Schluss, Vista werden 100.000 neue Jobs schaffen und EU-weit für einen Umsatz in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar sorgen.
Erstaunlicherweise spricht eine von Microsoft verschickte Pressemeldungen dagegen nur von "50.000 neuen Jobs in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Spanien". Insgesamt sollen im nächsten Jahr eine Million Arbeitnehmer im IT-Umfeld mit Windows Vista befasst sein. Allein 320.000, so IDC, werden es in Deutschland sein.
Neben den IT-Firmen, die pro Umsatz-Euro, den Microsoft mit Vista erwirtschaftet, im Schnitt 13 Euro umsetzen werden, sollen vor allem die Hardware-Hersteller von Vista profitieren. Für jeden Euro, den Microsoft mit dem Betriebssystem umsetzt, werden in Deutschland Hardware-Hersteller 7,23, Software-Hersteller 4,86 und Dienstleister 2,63 Euro umsetzen, heißt es in der Pressemeldung. Was die Verbreitung der Software angeht, gibt sich der Hersteller optimistisch und errechnet, Windows Vista werde nach einem Jahr auf mehr als 100 Millionen PCs weltweit installiert sein.
Diese Zahlen mag man interpretieren wie man will. Sicher scheint jedoch, dass Firmen und Anwender für den Umstieg auf Vista tief in die Tasche greifen müssen.
Sprunghafter Roboter
Es mag ein kleiner Schritt für die Menschheit sein, ist wohl aber ein großer für die Robotik. Laut Gizmodo hat Toyota einen Roboter entwickelt, der hüpfen kann. Sagenhafte vier Zentimeter schleudert sich die einbeinige Maschine dem Himmel entgegen und landet stabil. Wozu genau das gut sein soll, weiß auch "Gizmodo" nicht. Elektrische Kängurus vielleicht?
Samsung verbessert HD-Player
Es ist alles halb so wild. Wie engadget berichtet, konnte sich der Jounalist Bill Hunt im furchtlosen Selbstversuch vor Ort bei Samsung davon überzeugen, das Blu-ray-Disks mit 50 GB Kapazität sehr wohl und ohne Firmware-Update auf Samsungs BD-P1000 abgespielt werden können. Anders lautende Berichte der vergangenen Woche haben sich damit nicht bestätigt. Dennoch will das Unternehmen das Gerät nachbessern . Nachdem Berichte auftauchten, in denen von mangelhafter Bildqualität des 1000 US Dollar teuren Players die Rede war, soll nun ein Rauschfilter überarbeitet und so die Bildschärfe erhöht werden.