Netzwelt-Ticker: Walgesänge in der U-Bahn - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Walgesänge in der U-Bahn

EMI will sich doch nicht so richtig von DRM verabschieden, die Preise für die ersten PS3-Spiele liegen vor, zwei MySpace-Erpresser machen vor Gericht einen Deal und in New Yorks U-Bahn singen demnächst die Wale. Das und mehr im Überblick.
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EMI zu Onlineshops: "Ohne DRM wird's teuer!"

Plötzlicher Gesinnungswandel bei EMI: Wurde die Plattenfirma noch gerade eben als Vorreiter bei beim Abbau von DRM-Systemen gesehen, dürften diese Träume wohl erstmal ad acta gelegt werden. EMI, so heißt es bei Bloomberg , hat bei Verhandlungen mit Online-Musikläden kalte Füße bekommen, nachdem dort keine Einigung über die Höhe der Vorauszahlungen für ungeschützte Musik getroffen werden konnte. EMIs Plan: Das angebliche Risiko des Verkaufs DRM-loser Musik sollen die Plattenläden tragen und dies auch finanziell der EMI zeigen. Das wäre natürlich ein traumhaftes Geschäft für die EMI: DRM-freie Musik verkauft sich offenbar besser als geschützte – und Vorauszahlungen garantieren ein gutes Geschäft, ohne tatsächlich überhaupt etwas verkauft werden müsste. Klar, dass die Onlineshops da nicht so einfach mitmachen wollen. Zumal es zu den großen vier Pro-DRM-Plattenfirmen ohnehin genügend Alternativen gibt, wie der nach iTunes zweitgrößte Shop - mit DRM-freier Musik - zeigt: eMusic.

Aber hinter dem Sinneswandel bei der EMI könnte auch der möglicherweise bevorstehende Zusammenschluss mit der Warner Music Group stehen. Warner gilt als größter Verfechter von DRM-Systemen. Schon nach den ersten Übernahme-Gesprächen vermutete Ars Technica ein Ende der liberalen DRM-Politik der EMI.

Die Warner Music Group positionierte sich selbst als die Speerspitze im Kampf für DRM, als Warner-Boss Edgar Bronfman auf der 3GSM-Messe eine kritische Antwort auf Steve Jobs offenen Brief gegen DRM gab.

Piep Deine Meinung in die Welt

Wenn bald in amerikanischen U-Bahnen ein zentralamerikanischer Giftpfeilfrosch klickety-click-click macht, ein mexikanischer Wolf heult oder ein arktischer Beluga-Wal singt, dann bekommt ein Umweltschützer gerade einen Anruf. Die amerikanische Umweltgruppe "Center for Biological Diversity" will mit Klingeltönen von vom Aussterben bedrohten Tierarten die Neugier der ansonsten unwissend schlummernden Mitfahrer in der U-Bahn wecken, so AP . Die Klingeltöne gibt es auf der Website der Umweltgruppe . Allerdings nur gegen Herausgabe von E-Mail-Adresse, Vor– und Nachname.

Sony kündigt Preise für PS3-Spiele an

Sony hat endlich Preise für PS3-Spiele bekanntgegeben. Eigene Titel werden demnach 61,95 Euro kosten. Zum Verkaufsstart der Euro-PS3 liegt außerdem eine Version von Gran Turismo HD Concept im PlayStation Network zum Herunterladen bereit. Dort gibt es weitere Spiele zwischen 2,99 und 9,99 Euro. Golem.de hebt jedoch hervor , dass Versandhändler PS3-Spiele bereits für deutlich unter 60 Euro anbieten.

Blu-ray wird günstiger

In einer anderen Meldung hat Sony zudem eine Preissenkung für einen Blu-ray-Player angemeldet. Statt 999 Dollar soll der BDP-S300 ab Sommer nur noch 599 Dollar kosten. Das wird bei AP als Antwort auf Toshibas HD DVD-Player gewertet , der mit nur 499 Dollar zu Buche schlägt. Ob die gesenkten Preise jedoch zu besseren Verkäufen führen, ist fraglich. Sonys PS3 kostet zwischen 499 und 599 Dollar – und ist als Blu-ray-Player und Spielekonsole damit ebenso teuer wie ein Standalone-Player.

MySpace-Erpresser vor Gericht

Die beiden jungen Männer, die MySpace mit einer selbstgeschriebenen Software erpressen wollten, haben vor einem amerikanischen Gericht auf "nolo contendere" plädiert – akzeptieren also jedes Urteil, ohne sich schuldig zu bekennen. Ihnen wird zur Last gelegt, mit einem Tracker-Tool, das die Besucher eines MySpace-Profils erkennt und deren Daten analysiert, MySpace unter Druck gesetzt zu haben. Das News-Corp-Unternehmen sollte 150.000 Dollar "Beratungsgebühren" im Austausch für Informationen über diese Software zahlen. Durch einen gemeinsamen Termin kam MySpace an die echten Personaldaten der ansonsten anonymen Programmierer.

Durch das nolo contendere konnten die Angeklagten erreichen, dass zwei Klagen wegen versuchter Erpressung und einer wegen illegalen Zugriffs auf einen Computer fallengelassen werden. Sie bekommen nun drei Jahre auf Bewährung anstatt einer möglichen vierjährigen Haftstrafe. Zusätzlich müssen der 19– und der 20-Jährige laut AP  strenge Auflagen erfüllen: So wird ihr Zugang zu Computern kontrolliert, die beiden dürfen nur noch jeweils eine E-Mail-Adresse führen, müssen 160 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und eine Wiedergutmachung über 13.500 Dollar an MySpace zahlen. Das Gericht hielt ihnen zugute, dass sie noch jung seien, einen Fehler gemacht hätten und eine zweite Chance bekommen sollten.

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