Netzwelt-Ticker Was Vista kosten wird
Wie gewonnen...
Nicht immer lässt sich Microsoft mit Updates Zeit. Geht es beispielsweise um den hauseigenen Musik-Kopierschutz, das sogenannte Digital Rights Management (DRM), reagiert das Unternehmen blitzschnell. Wie wir gestern berichteten kursiert seit einigen Tagen eine Software im Netz, mit der sich Songs aus Abodiensten die Microsofts Windows-Media-DRM benutzen "befreien" lassen. Damit soll schon bald wieder Schluss sein. Wie aus einer Rundmail an Nutzer des Microsoft-DRM hervorgeht, hat Microsoft bereits gestern ein Update für die "individualized blackbox component (IBX)" des DRM herausgegeben, welches den Kopierschutz wieder abdichten soll. Ob das auf Dauer hilft, oder ob die Hacker ihre Kopierschutz-Umgehung ebenso schnell anpassen, bleibt anzuwarten.
Was Vista kosten wird
Wohl nicht ganz absichtlich tauchten gestern auf der kanadischen Microsoft-Website Preise für die unterschiedlichen Versionen von Windows Vista auf und wurden kurz darauf wieder entfernt. Wie "The Register" meint, sei dies der bisher konkreteste Hinweis darauf, dass der Windows XP-Nachfolger tatsächlich ausgeliefert werden soll. Mit einem Preis von 449 US-Dollar wird das voll ausgerüstete Vista Ultimate die Spitze markieren. Die Geschäftskunden-Version Vista Business hingegen soll mit 341 US-Dollar bereits gut 100 Dollar billiger sein während Heim-Anwender die Home Basic-Variante bereits für 233 US-Dollar erhalten. Nur wenig mehr, nämlich 269 US-Dollar, wird die Home Premium-Version kosten, die unter anderem Media Center-Software enthält. Wie "The Register" ganz richtig schreibt werden allerdings nur wenige Anwender diese Preise zahlen müssen. Die Mehrheit wird Vista dagegen im Paket mit einem neuen PC erwerben.
Flickr mit Geotagging
Seit gestern bietet die Foto-Tausch-Website flickr offiziell sogenanntes Geotagging an. damit wird es möglich, Fotos einem bestimmten Ort zuzuordnen. Ein GPS-Modul oder eine spezielle Digicam mit GPS-Funktion ist dazu allerdings nicht nötig. Stattdessen hat man bei flickr ein Mashup konstruiert, in dem der Bilderdienst mit den Kartendienst Yahoo Maps kombiniert wird. Wie bei "TechCrunch" zu lesen ist, genügt es, ein Bild per Maus auf die Karte zu ziehen, um es mit den dazu gehörenden Geo-Koordinaten sowie Stadtplan-Informationen zu versehen. Eine sehr interessante Besprechung des neuen Dienstes kommt ausgerechnet von Thomas Hawk , der als Chief Evangelist für den flickr-Konkurrenten Zooomr arbeitet.
Mit der PS3 Krebs und Alzheimer heilen
Einem Artikel von "TechWeb" zufolge setzten Forscher der Stanford University große Hoffnungen in Sonys Playstation 3. Die Rechenleistung der Cell-Chips, aus denen die Spielkonsole ihre Kraft schöpft, soll genutzt werden, um in einem Distributed Computing-Projekt neue Erkenntnisse über die sogenannte Proteinfaltung zu gewinnen. Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson sollen auf Fehler innerhalb dieser biochemischen Prozesse zurückgehen. Mit einer einzigen Playstation 3, so die Forscher, könnten sie bereits eine Rechenleistung von 100 Gigaflops erreichen. Ein Verbund aus 10.000 dieser Konsolen soll sogar in den Petaflop-Bereich vordringen und damit das Niveau von Supercomputern erreichen. Da kann man nur hoffen, dass Sony nicht nur genug Playstations liefern kann, sondern, dass sich die frischgebackenen PS3-Besitzer auch in großer Zahl an diesem Projekt beteiligen.
AOL 9 als "böse" gebrandmarkt
Als hätte der Internet-Provider AOL nicht schon genug Ärger, fällt ihm nun noch die StopBadware.org-Koalition in den Rücken. Laut "eWeek" hat die von Google, Lenovo und Sun finanzierte Gruppe die Version 9.0 der AOL-Software als "Badware" klassifiziert. Ohne darauf hinzuweisen oder den Anwender um Erlaubnis zu bitte, werden bei dessen Installation zahlreiche weitere Komponenten auf den Rechner gespült, so die Begründung. Zudem würden Updates ohne vorherige Abfrage eingespielt und eine Deinstallation unnötig erschwert. Die Empfehlung der Organisation lautet daher, die getestete Version der AOL-Software nicht zu installieren.
Foxconn geht gegen Journalisten vor
Bei "Mac Essentials" ist zu lesen, dass der Elektronik-Konzern Foxconn mit harten Bandagen gegen jene Journalisten vorgeht, die im Juli auf schlechte Arbeitsbedingungen in den chinesischen Foxconn-Werken hingewiesen haben. So habe das Unternehmen eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe gegen die beiden Redakteure gestellt, da ihr Artikel in der "China Business News" die Reputation Foxconns beschädigt habe. Ein chinesisches Gericht ließ daraufhin die Vermögenswerte der Journalisten beschlagnahmen.
Besonderes Interesse weckte der Bericht der beiden Journalisten, da Apple in dem angeprangerten Werk unter anderen iPods herstellen lässt. Möglicherweise ist Foxconn-Inhaber Terry Guo nun sauer, dass er jetzt als Resultat der von Apple durchgeführten Überprüfung des Werks die dortigen Missstände beheben muss. Um mangelnden Rückhalt müssen sich die verklagten Reporter offenbar keine Sorgen machen. So verkündete ihr Auftraggeber bereits "fest zu seinen Journalisten" zu stehen. In einem ähnlichen Fall, so heißt es bei "Mac Essentials" habe Foxconn bereits vor zwei Jahren, auf Druck der taiwanesischen Journalisten-Vereinigung, eine Klage fallenlassen müssen.