Netzwelt-Ticker Wikipedia "tötet" US-Komiker
Wikipedia "tötet" US-Komiker
Eine fröhliche Auferstehung konnte der US-Komiker Sinbad (alias David Adkins) feiern, war er doch von der Wikipedia für tot erklärt worden. Im Onlinelexikon hieß es, der 50-Jährige sei am 14. März einem Herzinfarkt erlegen . Die traurige Nachricht verbreitete sich schnell im Internet, auch wenn der Eintrag bald wieder entfernt worden war.
Prompt häuften sich die Kondolenz-Nachrichten: Der quicklebendige Komiker, der von einer Lawine von E-Mails und Telefonanrufen überrollt wurde, nahm die Sache nicht weiter tragisch. Solche Falschmeldungen seien eben Teil des sich öffnenden und wachsenden Internets.
Cisco kauft WebEx für über 3 Milliarden Dollar
Als Google YouTube kaufte, erbebte weltweit die Online-Gemeinde. Dieser Tage wurde ein noch weit größerer Deal weithin unbeachtet abgeschlossen: Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems legt 3,2 Milliarden US-Dollar auf den Tisch und kauft WebEx, die Nr. Eins im Konferenz-Bereich .
Damit geht Cisco seinen Expansionsweg weiter, der mit bis zu 90 Prozent Marktanteil bei Rechnernetzwerken an die Grenzen des Wachstums gestoßen ist. Im Bereich der Online-Konferenzen stecke aber noch viel Potenzial, so Cisco-Entwicklungschef Charles Giancarlo, denn gute Zusammenarbeit am Arbeitsplatz und optimaler Datenaustausch oder -Synchronisation werde immer wichtiger und damit auch der Markt für Kommunikations-Applikationen.
EU-Kommission: RFID hat noch zu schlechtes Image
Die EU-Kommission sorgt sich um das Bild der kleinen Funkchips, die in Ausweisen und Preisetiketten stecken. Zwar gebe es in der Öffentlichkeit einige Bedenken hinsichtlich des mangelnden Datenschutzes, aber Vorteile bei der "Bekämpfung von Produktfälschungen bis zur Verbesserung der Gesundheitsfürsorge bieten RFID-Funk-Chips gewaltige Chancen für die Wirtschaft und die Gesellschaft", so die Medien-Kommissarin Viviane Reding auf der Cebit.
Die EU-Bürger wüssten einfach noch zu wenig und legten vor allem deshalb noch großes Zögern gegenüber der neuen Technologie an den Tag. Interessant ist hier, wie datenschutzrechtliche Bedenken mit rein ökonomischen Gründen weggewischt werden: Immerhin wurden im vergangenen Jahr bereits über eine Milliarde RFID-Etiketten verkauft. Bis 2016 könne der Absatz auf das 500fache ansteigen, so Reding. Das käme dann auch dem europäischem Markt zugute, der den entsprechenden Umsatz in zehn Jahren auf sieben Milliarden Euro Umsatz erhöhen könne, zumal die Europäer im Bereich der RFID-Technologie derzeit führend seien.
ZDF: Neue Fernsehserie noch vor Ausstrahlung online
Da sage noch einer, das ZDF sei nichts als ein verschlafener Kukident-Sender. Schon wieder machen die Mainzer einen weiteren Schritt ins Internet, hin zu on-Demand und weg vom starren Sendeschema, das die Zuschauer entmündigt.
Die neue Science-Fiction-Serie "Ijon Tichy: Raumpilot" wird noch vor der Ausstrahlung im TV online abrufbar sein, wie Dwdl.de meldet. Die ZDF-eigene "Mediathek" wird so zunehmend zum weiteren Vertriebskanal für Sendungen. Der namensgebende Held Ijon Tichy, der ursprünglich in Stanislaw Lems "Sterntagebüchern" seinen Auftritt hatte, wird ab dem 26. März in einer sechsteiligen Serie über den Bildschirm fliegen.
Wer aber keine Lust oder Zeit hat, den Abenteuern des Weltraummünchhausen nächtens ab 23:55 zu folgen, kann sich schon eine Woche vorher, ab dem 19. März, die erste Folge online ansehen. Auch die übrigen Episoden werden jeweils eine Woche vor Ausstrahlung im Web verfügbar sein und das auch bis zum 14. Mai bleiben, sodass verpasste Folgen ohne Schwierigkeiten nachgeholt werden können. GEZ-Gebühr sei Dank ist dieses Angebot kostenlos, wenn man so will - denn in Wahrheit hat man ja schon dafür bezahlt.
Internet-Zensur weltweit auf dem Vormarsch
Mittlerweile wird Internet-Zensur weltweit von mehr als zwei Dutzend Staaten praktiziert, und der Bereich betroffener Anwendungen und Informationen wird ständig größer. Das ist das Fazit einer internationalen Studie, wie die "Financial Times" berichtet.
In den vergangenen sechs Monaten wurden an die 40 Staaten in Bezug auf ihre Eingriffe in die Meinungs- und Informationsfreiheit untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Zensur breitet sich aus, dabei lernen Neulinge von erfahrenen Zensoren wie China, wie sie technische Verbesserungen zu ihrem Vorteil nutzen können. Mittlerweile "schützen" neben China noch weitere Länder wie Iran, Saudi-Arabien, Tunesien und Burma ihre Bürger umfangreich vor unliebsamen Inhalten. Die Blockadetechniken sind inzwischen so ausgefeilt, dass bestimmte Applikationen gezielt gesperrt werden, so zum Beispiel Wikipedia in China oder Google-Blogs in Pakistan.