Netzwelt-Ticker: Zeigt her eure Hände - DER SPIEGEL
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Netzwelt-Ticker Zeigt her eure Hände

Jetzt geht's los: Ab März müssen Deutsche, die in einem von 20 ausgewählten Einwohnermeldeämtern einen Pass beantragen, erst einmal ihre Fingerabdrücke abgeben. Ab Herbst werden dann alle Erkennungsdienstlich behandelt. Außerdem: StudiVZ gehackt, HDRs aus Moskau, Spieler spielt sich zu Tode und mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Testlauf für Fingerabdrücke im Reisepass beginnt

Ab dem 1. November sollen die neuen biometrischen Reisepässe neben dem Gesichtsbild des jeweiligen Inhabers auch die Fingerabdrücke elektronisch gespeichert enthalten. Schon zuvor, ab Anfang März, beginnt in 20 Meldeämtern der Testbetrieb , der die Abläufe von der Antragstellung über die Datenübertragung bis zur Ausgabe des Dokuments überprüfen und verbessern soll. Jeder, der in den ausgewählten Ämtern einen ePass beantragt, soll auch die Abdrücke zweier Finger abgeben, die dann der Bundesdruckerei übermittelt werden.

Hier darf getrost mit einer Reihe von Kinderkrankheiten gerechnet werden, denn bereits die übermittelten Porträtfotos bereiten immer noch Probleme, da sie des Öfteren als nicht geeignet zurückgewiesen werden.

StudiVZ schon wieder gehackt

Wer sich gestern ins Studentennetzwerk StudiVZ  einloggen wollte, stieß auf eine Seite, die über die Zusendung eines neuen Passwortes informierte. Der Grund: Unbekannte hatten sich in die Datenbank gehackt und Zugriff auf E-Mailadressen, Zugangsdaten und Freundschaftsverbindungen erhalten.

Das ist für die Netzwerker besonders bitter, hatte man doch in Sachen Datenschutz Besserung gelobt, nachdem StudiVZ nicht zuletzt wegen erheblicher Sicherheitsmängel und ihrer laxen Behandlung wiederholt in die Schlagzeilen geraten war. In einer Pressemitteilung teilte Gründer Ehssan Dariani mit: "Wir gehen nach jetzigem Wissensstand davon aus, dass es dem Angreifer in der kurzen Zeit noch nicht gelungen ist, mit den ausgelesenen Passwörtern Schaden zu verursachen."

Zur weiteren Sicherung der Abläufe muss sich jeder Nutzer ein neues Passwort an seine Mailadresse schicken lassen. Der folgende Ansturm war so groß, dass die Datenbank gestern zeitweise in die Knie ging. Inzwischen sei die Lücke, die das Auslesen der Datenbestände ermöglicht hatte, wieder geschlossen. Das Unternehmen werde überdies "wegen der Schwere des Angriffes erstmals Strafanzeige erstatten".

Japan: Big Mac übers Handy

Japans größtes Mobilfunkunternehmen NTT DoCoMo kündigte ein ungewöhnliches Joint Venture an: Demnächst können McDonalds-Kunden ihren Big Mac übers Handy bezahlen . Bargeldloses Bezahlen über einen im Telefon eingebauten Chip wird in Japan mehr und mehr zum Trend. Das Handy wird über ein spezielles Lesegerät gezogen, die Summe erscheint dann auf der nächsten Handyrechnung oder wird über die Kreditkarte bezahlt. Für die Entwicklung und Bereitstellung der technischen Voraussetzungen wird NTT DoCoMo verantwortlich sein, der neue Service soll noch in diesem Jahr angeboten werden.

Verbotene Zonen: HDR-Fotos der Moskauer U-Bahn

Die beeindruckende Wirkung von HDR-Fotos war bei SPIEGEL ONLINE schon mehrmals Thema, doch natürlich weiß man auch im Ausland die Vorzüge der kontrastreichen Fotos zu schätzen. Auf dem Weblog "English Russia", das seinen Fokus speziell auf Ereignisse in der russischsprachigen Welt richtet, sind jetzt HDR-Bilder aus der Moskauer U-Bahn veröffentlicht worden. Der offizielle Fotograf der Moskauer Verkehrsbetriebe gelangte auch in viele abgesperrte Bereiche, die normalen U-Bahn-Kunden nicht zugänglich sind. Die dort gemachten Fotos bearbeitete er dann nach und so entstanden phantastische bis surreale Eindrücke aus einer verborgenen Welt .

Neuer Chipsatz von AMD

AMD geht mit zwei Mainboard-Chipsätzen an den Markt, die einen integrierten Grafikkern aufweisen . Die Speicherplättchen mit dem Namen 690G und 690V ermöglichen es Mainboard-Herstellern, Prozessoren und Mainboard-Chips aus einer Quelle zu beziehen. Das wird Windows Vista-Nutzer freuen, denn der Grafikkern soll schnell genug sein, um die ressourcenfressende Aero-Glas-Oberfläche des neuen Betriebssystems problemlos darstellen zu können. Außerdem sollen die Chipsätze die Wiedergabe hochaufgelöster Videos im HD DVD oder Blu-ray-Format erlauben.

Totgespielt

In Nordostchina hat sich ein 26jähriger Mann buchstäblich am Computer zu Tode gespielt. Wie Reuters meldet , war der Mann am Sonnabend zusammengebrochen, nachdem er beinahe eine Woche während der freien Tage anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes mit Onlinespielen verbracht hatte. Der Tote scheint solche ungesunden Marathoneinsätze schon seit längerem sportlichen Vergnügungen vorgezogen zu haben: Er wog 150 Kilo.

Automatisch Punkte machen mit dem xBot

Da ist die Erfindung eines Xbox-Spielers nur konsequent. Sie schützt den Gamer sogar zuverlässig davor, auch nur die Finger bewegen zu müssen: Um möglichst ohne Sehnenscheidenentzündung an die begehrten Gamer Points zu kommen, konstruierte ein Maniac den "xBot", einen automatischen Controller, der in vorbestimmten Intervallen nichts tut außer den Start- und "B"-Knopf zu drücken . Zehn Stunden Bastelarbeit sind eben manchmal spannender als 40 Stunden monotones Knöpfchendrücken.

Kein Zwang zur Werbung

Suchmaschinen wie Google und Yahoo finanzieren sich hauptsächlich über eingeblendete Werbeschnipsel ("Ads"), die passend zu den Ergebnissen einer Suche erscheinen. Allerdings haben Suchmaschinenbetreiber auch das Recht, keine Werbung zu schalten. Das jedenfalls bestätigte ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware, das die Klage eines Mannes abwies , der auf verschiedenen Seiten Werbung für seine eigene Homepage schalten wollte, die vorgebliche Veruntreuungen durch Beamte thematisiert. Das Gericht berief sich dabei auf den Ersten Verfassungszusatz, der unter anderem die Meinungs- und Pressefreiheit regelt.

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