Netzwerke: Mit HiPath auf neuen Pfaden - DER SPIEGEL
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Netzwerke Mit HiPath auf neuen Pfaden

Siemens will seine Position als weltweite Nummer eins bei Telekommunikationsnetzen ausbauen - auf Grundlage des Internet-Protokolls.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Die Neuausrichtung habe bereits im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zu einem deutlichen Anstieg des Auftragseingangs bei Informations- und Kommunikationsnetzen geführt, sagte Vorstandsmitglied Anthony Maher - und zwar "um mehr als ein Viertel". Aufträge in Millionen-Umfang habe Siemens von der Deutschen Telekom und der Portugal Telecom erhalten.

Siemens wird über mehrere Jahre hinweg moderne Breitbandtechnik für rund 200 Millionen Mark an die Deutsche Telekom liefern. Die Technik ermögliche es, mit höheren Geschwindigkeiten auf das Internet, auf Firmennetze oder Service-Provider zuzugreifen.

Der gegen internationale Konkurrenz erkämpfte Auftrag in Portugal über die Lieferung von Internet-Protokoll-Technik sei für Siemens von strategischer Bedeutung. "Portugal kann sich damit an die Spitze der Anbieter von neuen Internet-Diensten für den professionellen Markt setzen", sagte Maher.

Große Hoffnungen setzt das Unternehmen auch auf eine neue Architektur namens HiPath. Die Technologie, deren Komponenten auf der Cebit vorgestellt werden sollen, ermöglicht es, Sprach- und Datenapplikationen weltweit über alle Netztypen hinweg zu integrieren.

Mit Hilfe der neuen Konzepte sollen die Unternehmen, so Siemens, ihre Kommunikation schrittweise und individuell auf IP-Technologien umstellen können. Das System setze auf offene Industriestandards und ermögliche es Kunden, neue Anwendungen einzusetzen oder die bereits vorhandene Infrastruktur weiterzuentwickeln.

Bei den Informations- und Kommunikationsnetzen will Siemens schneller als der Markt wachsen. Der lege, so Maher, jährlich um mehr als zehn Prozent zu und werde den Prognosen zufolge bis 2004 rund 600 Milliarden Mark erreichen.

Im vergangenen Geschäftsjahr 1998/99 sei die Umstrukturierung des Unternehmensbereichs Informations- und Kommunikationsnetze mit einem Jahresumsatz von 24 Milliarden Mark und 60.000 Beschäftigten abgeschlossen worden. Rund vier Milliarden Mark stecke Siemens dabei in die Forschung und Entwicklung.