Neue Notebook-Technologie Centrino fürs Wohnzimmer
Wer hätte das gedacht? Bei der neuen, der mittlerweile vierten Generation der von Intel für Notebooks entwickelten Centrino-Technologie, ist alles besser, schneller und neuer. Das betrifft natürlich den Prozessor, der weiterhin Core 2 Duo heißt, aber jetzt mit 800 MHz an dem Rest des Rechners angebunden ist. Bisher war bei 667 MHz Schluss.
Im Alltag deutlicher spürbar dürfte allerdings Intels neuer Turbospeicher sein. Hinter dieser Bezeichnung, die auch einem Hersteller von Auto-Tuningteilen gefallen könnte, verbirgt sich ein Zwischenspeicher, der oft benötigte Daten schneller bereitstellt als die Festplatte. Damit soll der Bootvorgang um bis zu 20 Prozent verkürzt und der Start von Programmen im laufenden Betrieb um den Faktor zwei beschleunigt werden. Zum Standardlieferumfang Centrino-basierter Notebooks wird der Turbospeicher jedoch nicht gehören. Stattdessen ist er nur optional erhältlich. Beim Notebookkauf sollte man also künftig auf dieses Feature achten.
Schnelleres WLAN
Sofern der Centrino-Aufkleber auf einem Notebook prangt, kann man sich dagegen sicher sein, dass darin das neue Netzwerkmodul "Wireless WiFi Link 4965AGN" steckt. Dessen herausragende Eigenschaft ist, dass es neben den etablierten Standards für drahtlose Netzwerke auch den neuen IEEE 802.11n-Vorab-Standard beherrscht, der von den Standardisierungsgremien bis jetzt noch in keiner endgültigen Version verabschiedet worden ist. Der Vorteil: Es ist bis zu fünfmal schneller als bisherige WLANs und kann doppelt so weit senden. Der Nachteil: Um es nutzen zu können, braucht man neue Hotspot-Hardware, also einen neuen WLAN-Router, der auch zu 802.11n kompatibel ist. Im öffentlichen Raum, also in Cafés, Hotels oder Flughäfen gibt es so etwas bisher nur in homöopathischen Dosen.
Trotz der neuen Features, verspricht Intel, sollen Notebooks auf Basis der unter dem Codenamen Santa Rosa entwickelten Technologie nicht mehr Strom verbrauchen als ihre Vorgänger.
Mit "Pro" für Profis
Statt wie bisher alle Anwender mit einem einheitlichen Satz Notebook-Komponenten zu versorgen, hat Intel seine Notebook-Technologie jetzt in zwei Sparten aufgeteilt. Während Heimanwender weiterhin mit dem Label "Centrino Duo Prozessortechnologie" gelockt werden sollen, wird die Business-Variante künftig "Centrino Pro" heißen. Als wesentlichen Unterschied stellt Intel heraus, dass in der Pro-Variante Bestandteile der "vPro"-Desktop-Technologie enthalten sein sollen. Die sollen es Systemverwaltern unter anderem ermöglichen Notebooks per Fernwartung zu pflegen.
Nicht nur für Notebooks
Womit wohl kaum jemand gerechnet hat ist, dass Intel die Centrino-Technologie künftig auch für Desktop-PCs anbieten will. Damit sollen vor allem kleinere und leisere PCs als bisher möglich werden. Kein dummer Gedanke. Schließlich scheitert der Wunsch vieler Anwender, einen Mediacenter-PC im Wohnzimmer zu platzieren bisher häufig an dem wenig charmanten Äußeren und der zu deutlich hörbaren Geräuschkulisse solcher Geräte.
Ob die Rechnung allerdings aufgeht, und Intel den enormen Erfolg der Centrino-Serie auf diese Weise in den Desktop-Bereich übertragen kann bleibt abzuwarten. Schon früher haben einige Hersteller versucht, Schreibtisch-Rechner auf Centrino-Basis zu bauen. Die fielen allerdings durchweg bei der Käuferschaft durch: zu teuer und zu lahm lautete meist das Urteil. Nun liegt der ball bei den Herstellern, die aus Intel-Technologiepaket brauchbare Rechner schneidern müssen.