Neue Software Yahoo stoppt Nazi-Auktionen
New York - Das Internet-Unternehmen wird nach eigenen Angaben das Angebot von NS-Devotionalien auf seiner US-Website nur noch eingeschränkt zulassen. Um den Handel mit Gegenständen wie dem Druck eines von Adolf Hitler gemalten Aquarells zu unterbinden, werde ein neues Überwachungsprogramm eingeführt, teilte die Firma in Palo Alto mit.
Die Einschränkungen beträfen auch andere Gegenstände, die mit Gruppen in Verbindung stehen, die Hass und Gewalt fördern oder verherrlichen. Yahoo nannte ausdrücklich Nazi-Militärandenken und Memorabilien der Rassistengruppe Klu Klux Klan. Trotz Überwachung werde es jedoch weiterhin eine Grauzone geben, sagte ein Sprecher.
Yahoo hat bei Auktionen auf seiner US-Website nach eigenen Angaben bislang das Angebot und den Verkauf von Objekten untersagt, die Rassenhass oder Gewalt anstacheln könnten. Nazi-Flaggen, Kriegsorden oder andere Objekte mit einem, so das Unternehmen, "historischen Wert" waren bislang nicht betroffen.
So konnten ein T-Shirt mit einem Hakenkreuz, ein Rekrutierungs-Plakat der SS und der Druck des Bildes von Hitler zuletzt ersteigert werden. Auf den regionalen Yahoo-Sites in Frankreich und Deutschland ist der Handel mit NS-Memorabilien wegen nationaler Verbote dagegen untersagt.
Ein Pariser Gericht hatte Yahoo Mitte November angewiesen, französischen Nutzern der US-Website den Zugang zu NS-Memorabilien zu sperren. Yahoo-Sprecher Brian Fitzgerald erklärte allerdings, die Entscheidung des Unternehmens habe nichts mit dem Urteil des französischen Richters zu tun.
"Wir haben entschieden, dass wir nicht von Dingen profitieren wollen, die Hass und Gewalt glorifizieren", sagte Fitzgerald. Die Gerichtsentscheidung habe innerhalb des Unternehmens ein Bewusstsein geweckt und die Entscheidung beschleunigt.
Yahoo will in Zukunft alle zur Versteigerung eingereichten Stücke mit Hilfe einer Software prüfen, die Verkäufer gleich abweisen kann. Das führende Internet-Auktionshaus eBay verbietet Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus nur in den Ländern Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien, wo der Besitz verboten ist.