Neue Tarife E-plus setzt aufs Internet
Hannover - Der Mobilfunkmarkt wird nach Einschätzung des Netzbetreibers e-plus noch zwei Jahre massiv wachsen, bevor der Verdrängungswettbewerb einsetzt. Ende 2000 werden nach der Vorhersage von Geschäftsführer Klaus Thiemann 37 Millionen Deutsche mobil telefonieren, Ende 2001 schon 50 Millionen.
E-plus hat derzeit vier Millionen Kunden. Noch in diesem Jahr hofft Thiemann, drei Millionen neue Kunden gewinnen zu können. Seine Taktik: massive Preissenkungen und ein eigenes Internet-Portal.
So hat e-plus in Hannover neue Tarife vorgestellt, bei denen in der monatlichen Grundgebühr von 35 Mark schon eine Stunde Gespräch enthalten ist. Der Mobilfunkanbieter präsentierte zudem eine Handy-Mailbox, die E-Mails vorlesen kann und empfangene Faxe automatisch weiterleitet.
Außerdem soll eine moderne Computer-Sprachsteuerung eingeführt werden, bei denen der Handytelefonierer nur "Börse" oder "Horoskop" sagen muss, um zu den gewünschten Diensten zu kommen. Schon heute bietet e-plus nach eigenen Angaben vierfach schnellere Datenübertragung als die anderen Mobilfunker.
Mit dem eigenen Portal bekommen die User Zugriff auf aktuelle Nachrichten, die unter anderem von SPIEGEL ONLINE zur Verfügung gestellt werden. Ein kostenloser E-Mail-Service mit SMS-Benachrichtigungen ergänzt das Angebot. Das Internet-Portal ist, so Thiemann, auf allen modernen Übertragungswegen zu empfangen: unterwegs übers WAP-Handy, per Laptop mit Funkkarte und über den heimischen PC.
Der Sicherheitsstandard liege dabei, so der Geschäftsführer, weit über dem anderer Onlineprovider und sei so hoch "wie sonst nur im Bankbereich". "Versteckte" Kosten wie eine Grundgebühr, ein Mindestumsatz oder zusätzliche Verbindungsgebühren verlange e-plus nicht.
Die Tarife für den Internet-Zugang seien "extrem günstig und klar". So könne die ganze Woche tagsüber von neun bis 21 Uhr für 4,4 Pfennig im Netz gesurft werden. Wer vom Handy aufs Internet zugreifen will, zahlt pro Minute 39 Pfennig.