New-Economy- Trend Alte "neue Helden"
Die "neuen Selbstständigen" in den Bereichen Informationstechnologie (IT) und Neue Medien sind einer Untersuchung zufolge meist gestandene Männer mit Frau und Kindern und langjähriger Berufserfahrung. Sie waren zuvor überwiegend als Angestellte tätig, oft in einer Leitungsfunktion, teilte das Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik (IAT) am Mittwoch mit. Die Erwartung, der "Single" sei die vorherrschende Lebensform der "Helden der Internetökonomie", habe sich nicht bestätigt.
Eine Online-Befragung von 205 Selbstständigen ergab, dass drei Viertel von ihnen zwischen 30 und 50 Jahre alt sind und ebenso viele in einer festen Partnerschaft leben, davon 38 Prozent mit Kindern. Gerade im IT- und Multimediabereich kursiere das Bild von den "Wirtschaftswunderkindern", die direkt von der Schulbank oder aus dem Hörsaal heraus ihre Firma gründen. "Tatsächlich gibt dieses Klischee nur einen kleinen Ausschnitt des Gründungsgeschehens wieder", betonte Achim Vanselow vom IAT.
"Nach anfänglicher Partystimmung ist bei den 'neuen Helden' der Internetökonomie Ernüchterung eingetreten, und der Blick wird freier für die Risiken dieser Erwerbsform", kommentierte Olaf Schröder vom DGB-Bildungswerk NRW. Auftragslage und Verdienstmöglichkeiten beurteilten die Befragten überwiegend als positiv. Allerdings empfände jeder Zweite die hohe Arbeitsbelastung als problematisch. 43 Prozent gaben an, länger als 50 Stunden die Woche zu arbeiten, davon 7,3 Prozent sogar über 70 Wochenstunden.