"Newlove"-Virus Gefährlicher als "I love you"
London/Berlin - "New Love" war in der Nacht zum Freitag in den USA aufgetaucht, mehrere tausend Computer sind betroffen. In Europa ist es bisher nur vereinzelt entdeckt worden. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte mit, bei einer deutschen Bundesbehörde sei das Virus aufgetaucht. Es sei aber kein Schaden entstanden, sagte der Sprecher des Amtes, Michael Dickopf. Mehrere Experten sagten, es gebe keine weiteren Anzeichen für ein Auftreten in Deutschland.
Nach Angaben von Spezialisten verbreitete sich das neue Virus dank der schnellen Reaktionen bei den Unternehmen und der erhöhten Sensibilität auf Seiten der Benutzer zunächst nur langsam. Es sei schwer, "Newlove" zu entdecken, hieß es. Das Virus verändere seinen Code und seinen Namen mit jedem Sendevorgang. Wie das "I love you"-Virus greife es über das Outlook-Programm von Microsoft und die Adressdateien der Benutzer an. Es überschreibe auf Festplatten teilweise sämtliche Dateien. Der Programmcode habe aber keine Ähnlichkeit mit "I love you", sagte Raimund Genes von Trend Micro, die Anti-Viren-Programme herstellen. Die US-Bundespolizei FBI nahm inzwischen die Ermittlungen auf.
Symantec, eine andere Sicherheitssoftware-Firma, geht davon aus, dass das Virus aus Israel stammt. Von zwölf weltweiten Fällen seien zwei aus Großbritannien und zwei aus Israel gemeldet worden, sagte Stefan Hofmann von Symantec.
Experten hatten in jüngster Zeit gewarnt, die Marktmacht von Microsoft führe zu einer schnellen Verbreitung von Viren. "I love you" hat seit Anfang Mai weltweit Schäden von rund 15 Milliarden Mark angerichtet.
Als E-Mail taucht das neue Virus nach Angaben der Experten in der Betreffzeile unter jeweils neuem Namen auf, aber mit dem vorangestellten Kürzel "FW:" für "Forward", zu Deutsch "weitergereicht". Der gefährliche Anhang des Briefes trägt die Endung ".vbs" für die Programmiersprache Visual Basic Script, in der auch das "I love you"-Virus verfasst war.