Nintendo Wii: Der Weihnachtsmann aus Japan - DER SPIEGEL
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Nintendo Wii Der Weihnachtsmann aus Japan

Die Frage nach dem Wii ist gelöst: Die neue Nintendo- Konsole wird am 8. Dezember in den Läden stehen und 249 Euro kosten – und vor allem Weihnachten nicht verpassen, wie die Konkurrenzkonsole Playstation 3 von Sony.
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Etwas müde sieht Satoru Iwata aus, wie er heute Mittag in London auf der Bühne steht. Kein Wunder, denn der Nintendo-Chef kommt direkt aus Tokio, wo er seine frohe Botschaft schon Donnerstagmorgen verkündete: Wii wird kommen und wir alle sollen spielen. Und nur sechs Tage nach dem Start in Japan wird die neue Nintendo-Konsole auch in Europa im Handel sein, am 8. Dezember, um genau zu sein. In den USA kommt sie schon am 19. November.

"Noch 2006", betont der europäische Marketing-Chef von Nintendo Laurent Fischer mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung der Konkurrenz von Sony. Denn Sony musste gerade die Verschiebung des europäischen Verkaufsstarts der Playstation 3 auf März 2007 bekanntgeben. 249 Euro soll das Gerät von Nintendo nun kosten, im Preis ist ein Spiel enthalten, ein Sportspiel, das unter anderem Tennis, Baseball oder Golf enthält. Und das den Spaß an Wii jedem erklären soll.

Wii ist die Konsole, mit der sich die japanische Firma aus dem Wettstreit um die schnellsten Prozessoren, die schönste High-Definition-Grafik verabschiedet. Videospielen soll allen Spaß machen, das ist die Botschaft von Iwata, und Spaß kann auch ganz einfach sein. Wenn man nämlich nicht lernen muss, welche Knöpfe man zu drücken hat, sondern ein Spiel schlicht mit Bewegungen steuert, mit Gesten. Das passiert bei Wii mit einem Steuergerät, das seine Position im Raum kennt, weiß, ob es gedreht wird und wie schnell es bewegt wird. Weshalb man damit beispielsweise Schwerthiebe nachahmen kann, Golf spielen oder Tennis spielen. Wie zwei britische Profis - einer davon immerhin Tim Henman - auf der Bühne zeigen. Und juchzend beweisen, dass man sich in das Spiel gut hineinsteigern kann. Auch wenn es optisch weit entfernt ist von der Hochglanzgrafik der beiden Konkurrenzkonsolen.

Halb so teuer wie die Konkurrenz

Es sind nicht nur die Gamer, die Nintendo mit Wii erreichen will, sondern auch die, die wenig spielen und die, noch gar nicht spielen. Und die sollen über solch simple Spiele geködert werden – oder die so genannten Wii-Channels. Nachrichten oder Wetterberichte können übers Internet empfangen werden, mit einer auf Wii angepassten Version des Opera-Browsers kann im Netz gesurft werden, Emails können empfangen oder geschrieben werden. Helfen wird der Beliebtheit bei Wenigspielern auch der Preis: Mit 249 Euro ist die Konsole deutlich günstiger als die Xbox 360 von Microsoft, die im alles wichtige umfassenden Premiumpaket 400 Euro kostet, und noch billiger als die Playstation 3, die für knapp 600 Euro über die Ladentheke gehen soll.

Erfahrung mit der von vielen Spieleentwicklern erhofften Erweiterung der Gamergruppe hat Nintendo bereits mit dem Handheld Nintendo DS gesammelt. Das basiert ebenso wie Wii auf einem einfachen Bedienkonszept: Spiele werden gesteuert indem man mit einem Stift auf einem Touchpad lenkt oder ins Mikrofon ruft. Über sechs Millionen Stück hat Nintendo von dem Gerät inzwischen in Europa gekauft, mehr als 22 Millionen es weltweit. Erstaunlich sind nicht nur die guten Zahlen, sondern vor allem die Käufer: Knapp die Hälfte der Besitzer der Hundesimulation "Nintendogs" sind Frauen, beim Gehirntrainer "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" sind mehr als die Hälfte der Käufer über 26 Jahre alt. Genau auf diese Zielgruppen ist die ganze Industrie seit einiger Zeit scharf - sonst ist es aus mit dem Turbowachstum.

Auf den Erfolg bei diesen neuen Spielerschichten will Nintendo mit Wii aufbauen. Weshalb die Konsole mit kleinen Ideen gespickt ist, die nicht nur den Daddler in der Familie ansprechen. Ein Kalender, in den man Termine eintragen kann ist enthalten, und eine Pinwand. Da kann man den anderen Spielern Botschaften hinterlassen: In welchem Spiel man den Highscore geknackt hat zum Beispiel – und dass doch auch mal wieder jemand sein Zimmer aufräumen könnte. Und nicht nur Wii spielen.

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