Notebook-Trends 2004: Der Straßenkämpfer liebt es schlank - DER SPIEGEL
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Notebook-Trends 2004 Der Straßenkämpfer liebt es schlank

Eine "Traummaschine" mit Surround-Klang aber mit drei Kilo Gewicht - oder doch ein Superleichtmodell mit UMTS-Karte: Auf dem Markt für mobile Computer wird die Palette der Angebote immer breiter. Ein Blick auf die Trends für Laptops.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Entspannen am Arbeitsplatz: Der Manager lehnt sich gemütlich im Schreibtischstuhl zurück und knipst per Fernbedienung das TV-Programm auf seinem Notebook an. Ohne zuvor das Betriebssystem hochfahren zu müssen. Die neue Notebook-Serie Qosmio von Toshiba   könnte die Büros zudem mit Surround-Klang erfüllen: Angeblich wurden bisher in kein Notebook ähnlich große Lautsprecher eingebaut (34 Millimeter Durchmesser). Der Hersteller bezeichnet seine "4-in-1-Lösung" - DVD, Sound, TV und Notebook in einem - ganz unbescheiden als "Traummaschine".

Dieses Gerät auf dem Schreibtisch von Managern, das wird vermutlich tatsächlich ein Traum bleiben. Denn welcher Arbeitgeber würde seinen Führungskräften einen Laptop anschaffen, der zum extensiven Zeitvertreib anregt? "Der Manager ist immer auch ein Consumer", erklärt Toshiba-Sprecherin Tanya Quijano. Doch der Qosmio eigne sich eher "für das Home-Entertainment". Ob er sich im Wohnzimmer gegen den altgedienten Fernseher durchsetzen kann, ist eine andere Frage. Für häufig reisende Business-User könnte das Gerät jedenfalls zur Last werden - es wiegt mehr als drei Kilo.

Ein Knopfdruck genügt: Der User des Notebooks Qosmio von Toshiba kann TV, CD- oder DVD-Player per Fernbedienung starten, ohne das Betriebssystem booten zu müssen. Mit Hilfe der Software Windows Media Center lassen sich sogar Fernsehsendungen auf die Festplatte aufnehmen. Das Multimedia-Schwergewicht (3,6 Kilo) kostet rund 2200 Euro.

Ein Knopfdruck genügt: Der User des Notebooks Qosmio von Toshiba kann TV, CD- oder DVD-Player per Fernbedienung starten, ohne das Betriebssystem booten zu müssen. Mit Hilfe der Software Windows Media Center lassen sich sogar Fernsehsendungen auf die Festplatte aufnehmen. Das Multimedia-Schwergewicht (3,6 Kilo) kostet rund 2200 Euro.

Der kleine Schwarze: Das High-End-Modell der Toshiba-Serie Tecra M2 verfügt über eine 60 Gigabyte Festplatte, ein so genanntes DVD-Supermulti-Laufwerk sowie ein integriertes Bluetooth-Modul. Unverbindliche Preisempfehlung: 3399 Euro.

Der kleine Schwarze: Das High-End-Modell der Toshiba-Serie Tecra M2 verfügt über eine 60 Gigabyte Festplatte, ein so genanntes DVD-Supermulti-Laufwerk sowie ein integriertes Bluetooth-Modul. Unverbindliche Preisempfehlung: 3399 Euro.

Leichtgewicht: Das Toshiba Portégé R100 wiegt kaum mehr als ein Kilo. Darin steckt ein Pentium-M-Prozessor mit 1,6 Gigahertz, zudem eine Festplatte mit 40 Gigabyte. Dafür müssen die Benutzer auf integrierte optische Laufwerke verzichten und sich mit einem 12,1-Zoll-Display begnügen.

Leichtgewicht: Das Toshiba Portégé R100 wiegt kaum mehr als ein Kilo. Darin steckt ein Pentium-M-Prozessor mit 1,6 Gigahertz, zudem eine Festplatte mit 40 Gigabyte. Dafür müssen die Benutzer auf integrierte optische Laufwerke verzichten und sich mit einem 12,1-Zoll-Display begnügen.

Konventionelles Design, stolzer Preis: Modelle der IBM-Serie Thinkpad T42 kosten zwischen 2400 und 3800 Euro. Die Mittelklasse-Variante verfügt über ein 15-Zoll-Display und einen Pentium-M-Prozessor mit 1,7 Gigahertz Taktfrequenz. Die teure Variante bietet zudem einen DVD-Player mit Aufzeichnungsfunktion.

Konventionelles Design, stolzer Preis: Modelle der IBM-Serie Thinkpad T42 kosten zwischen 2400 und 3800 Euro. Die Mittelklasse-Variante verfügt über ein 15-Zoll-Display und einen Pentium-M-Prozessor mit 1,7 Gigahertz Taktfrequenz. Die teure Variante bietet zudem einen DVD-Player mit Aufzeichnungsfunktion.

Das massive Business-Modell: Fast drei Kilo bringt das Compaq Notebook nw8000 von HP auf die Waage. Aufs Gewicht drücken der integrierte Brenner und das DVD-Laufwerk. Die technischen Daten können sich sehen lassen: Die teurere Variante (3449 Euro) hat eine Taktfrequenz von zwei Gigahertz sowie 1024 Megabyte Arbeitsspeicher.

Das massive Business-Modell: Fast drei Kilo bringt das Compaq Notebook nw8000 von HP auf die Waage. Aufs Gewicht drücken der integrierte Brenner und das DVD-Laufwerk. Die technischen Daten können sich sehen lassen: Die teurere Variante (3449 Euro) hat eine Taktfrequenz von zwei Gigahertz sowie 1024 Megabyte Arbeitsspeicher.

Das Ultraportable: Das IBM Thinkpad X40 eignet sich für Geschäftsleute, die meistens unterwegs sind. Bis zu 7,5 Stunden hält der Akku bei dem teureren Modell durch, die Laufzeit lässt sich auf mehr als zehn Stunden erweitern. Der Pentium-M-Prozessor verfügt, je nach Modell, über bis zu 1,7 Gigahertz. Nachteile: keine integrierten optischen Laufwerke vorhanden, kleines Display.

Das Ultraportable: Das IBM Thinkpad X40 eignet sich für Geschäftsleute, die meistens unterwegs sind. Bis zu 7,5 Stunden hält der Akku bei dem teureren Modell durch, die Laufzeit lässt sich auf mehr als zehn Stunden erweitern. Der Pentium-M-Prozessor verfügt, je nach Modell, über bis zu 1,7 Gigahertz. Nachteile: keine integrierten optischen Laufwerke vorhanden, kleines Display.

20 Millimeter schlank: Das Dell-Gerät Latitude X300 gehört zu den besonders mobilen Notebooks, die sich für reisefreudige Manager eignen. Auf Wunsch lässt sich der Arbeitsspeicher auf bis zu 1152 Megabyte ausweiten. Optional baut der Hersteller auch CD- und DVD- Laufwerke ein. Dann dürfte das Notebook allerdings sein Standardgewicht von 1,3 Kilo kaum noch halten können.

20 Millimeter schlank: Das Dell-Gerät Latitude X300 gehört zu den besonders mobilen Notebooks, die sich für reisefreudige Manager eignen. Auf Wunsch lässt sich der Arbeitsspeicher auf bis zu 1152 Megabyte ausweiten. Optional baut der Hersteller auch CD- und DVD- Laufwerke ein. Dann dürfte das Notebook allerdings sein Standardgewicht von 1,3 Kilo kaum noch halten können.

Die D-Klasse: Wie das Dell Latitude D600 ausgestattet werden soll, kommt ganz auf den Benutzer an. Er kann bezüglich der Taktfrequenz zwischen 1,3 und 1,6 Gigahertz wählen. Zudem bietet ein so genannter Multifunktionsschacht mehrere Möglichkeiten: Dort lassen sich verschiedene CD- oder DVD-Laufwerke, ein zweiter Akku oder auch eine weitere Festplatte einbauen. Nutzer des Latitude D600 kritisieren allerdings, dass die D-Klasse nicht mit der früheren C-Serie kompatibel sei.

Die D-Klasse: Wie das Dell Latitude D600 ausgestattet werden soll, kommt ganz auf den Benutzer an. Er kann bezüglich der Taktfrequenz zwischen 1,3 und 1,6 Gigahertz wählen. Zudem bietet ein so genannter Multifunktionsschacht mehrere Möglichkeiten: Dort lassen sich verschiedene CD- oder DVD-Laufwerke, ein zweiter Akku oder auch eine weitere Festplatte einbauen. Nutzer des Latitude D600 kritisieren allerdings, dass die D-Klasse nicht mit der früheren C-Serie kompatibel sei.

Safety first: Wer mit dem Samsung X30 arbeiten will, muss sich erst mit Hilfe seines Fingerabdrucks identifizieren lassen. Das Notebook verfügt über ein entsprechendes Lesegerät. Zudem bietet das X30 ein relativ großes Display (15,4 Zoll), 40 Gigabyte Festplatte und 512 Megabyte Arbeitsspeicher.

Safety first: Wer mit dem Samsung X30 arbeiten will, muss sich erst mit Hilfe seines Fingerabdrucks identifizieren lassen. Das Notebook verfügt über ein entsprechendes Lesegerät. Zudem bietet das X30 ein relativ großes Display (15,4 Zoll), 40 Gigabyte Festplatte und 512 Megabyte Arbeitsspeicher.


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Marketingexperten teilen Manager in zwei verschiedene Nutzertypen auf. Typ 1: "Road Warrior", der Straßenkämpfer. Er befindet sich zu mehr als 80 Prozent seiner Arbeitszeit auf Geschäftsreise. Seine Prämissen für ein Notebook lauten: schlank und leicht, aber stark in der Akkulaufzeit. Deshalb wird meist auf integrierte optische Laufwerke wie CD-Brenner oder DVD-Rom-Laufwerk verzichtet.

Für Typ 1 kommt beispielsweise das Toshiba-Notebook Portégé R100 oder das Modell Thinkpad X40 von IBM   in Frage. Beide wiegen nur zwischen einem und 1,5 Kilo und verfügen über einen Pentium-M-Prozessor. Die Betriebsdauer des Toshiba-Laptops beträgt satte sechs Stunden, die Akkus der Thinkpad X-Serie laufen je nach Modell zwischen 3,5 und 7,5 Stunden. Allerdings muss sich der "Road Warrior" mit einem 12,1 Zoll kleinen Monitor begnügen.

Anders sind die Ansprüche von Typ 2, dem Hausflurkämpfer ("Corridor Warrior"), in Deutschland auch Bürohengst genannt. Er verbringt mindestens 80 Prozent seines Arbeitstags am Schreibtisch. Sein Notebook kann ruhig etwas schwerer sein, wenn es dafür ein 14,1- oder 15-Zoll-Display sowie zusätzliche interne Laufwerke bietet. Zu den massiveren Bürogeräten zählen beispielsweise das IBM Thinkpad T42, das Toshiba-Modell Tecra S1 oder das Compaq Notebook nw8000 von HP. Bei allen dreien sind Brenner und DVD-Laufwerk integriert.

Teil zwei: Neuer Funknetz-Standard in der Testphase

Egal, ob unterwegs oder im Büro - für beide Notebook-Gewichtsklassen gilt: "Der Trend geht sehr aggressiv in Richtung grenzenlose Kommunikation, verknüpft mit Sicherheit", wie Christoph Kaub, Produktmanager bei Dell  , erklärt. Deshalb reicht seiner Ansicht nach nur das Eintippen einer Geheimnummer nicht mehr aus, um Notebooks vor Missbrauch zu schützen. Um die Sicherheit zu verdoppeln, könne der User zusätzlich zum Passwort eine Smartcard benutzen, mit der er Zugang zu seinem Computer erhält, ähnlich einem Autoschlüssel. Skeptisch steht Kaub hingegen einem Fingerabdruck-Leser gegenüber: "Die Technologie ist teurer und braucht Platz". Mancher Konkurrent sieht das anders: Das X30 von Samsung   beispielsweise ist mit einem solchen Sensor ausgestattet, ebenso ausgewählte Modelle des IBM Thinkpad T42. Vorteil: Der Benutzer muss sich kein Codewort merken und spart sich das Eintippen.

Auch in punkto Datenkommunikation herrscht keine Einigkeit am Markt. Wird sich das Funk-Netzwerk Wireless Lan (WLAN) langfristig durchsetzen - oder beginnt trotz aller Schwierigkeiten doch noch der Siegeszug von UMTS? Netzbetreiber wie E-Plus und Vodafone   haben bereits damit begonnen, die bislang sehr teuren UMTS-Karten insbesondere für Geschäftskunden zu subventionieren. Man könne sich "dem Trend nicht entziehen", sagt eine E-Plus-Sprecherin.

Notebook-Hersteller hingegen trauen dem vermeintlichen Trend nicht. Toshiba installiere keine UMTS-Karten in seine Notebooks, sagt Sprecherin Quijano. Nutzer könnten sie aber problemlos nachträglich via PC-Card einsetzen. Dell-Produktmanager Kaub erklärt: UMTS biete bislang nur eine geringe Flächenabdeckung. Es sei "noch nicht absehbar, wann der Schwellenwert erreicht sein wird", so dass sich der Einbau von UMTS-Karten lohne.

Kaub prophezeit eine andere Entwicklung: Die W-Lan-Weiterentwicklung Worldwide Interoperability for Microwave Access (Wimax) werde "in ernsthafte Konkurrenz" zu UMTS treten. Während die derzeitige W-Lan-Technik lediglich eine Reichweite von 100 Metern hat, kommt Wimax auf nahezu 50 Kilometer. Wegen einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 70 Megabit pro Sekunde gilt Wimax auch als mögliche Alternative zu den analogen DSL-Leitungen. Doch diese Werte haben bislang rein theoretischen Charakter - die Technik ist bislang nicht kommerziell erhältlich und nur in Tests erprobt.

Vor allem der Chiphersteller Intel   setzt auf den neuen Funkstandard, den er bereits vom kommenden Jahr an vermarkten will. Dell-Produktmanager Kaub sieht noch einen weiteren Vorteil: Die notwendige Infrastruktur sei billiger aufzubauen, weil für Wimax lediglich lokale Basisstationen aufgebaut werden müssten. Für UMTS dagegen benötige man kostspielige Satellitentechnik.

Welcher Netztechnik auch immer die Zukunft gehören mag: Die Möglichkeit, unterwegs im Internet zu surfen, soll weiter ausgebaut werden. Der Trend geht zu mehr Mobilität, also auch zu noch kleineren Notebooks? IBM-Sprecher Stefan Pieper will sich da nicht festlegen: "Man kann ein Gerät flacher machen, aber nicht unendlich klein". Schließlich schrumpfe dann gleichzeitig die Display-Größe. Pieper will auch keine Prognose wagen, ob das Notebook irgendwann den PC ersetzen wird. Zwar setzten sich die handlicheren Geräte mehr und mehr durch, so der IBM-Sprecher, doch auch der konventionelle PC sei inzwischen kleiner geworden und nach wie vor für den Büroarbeitsplatz geeignet.

Fest steht jedenfalls für die Toshiba-Konkurrenz: Der Laptop werde es schwer haben, sich als Fernsehgerät der Zukunft zu etablieren. "Darauf legen wir unseren Schwerpunkt überhaupt nicht", sagt Pieper. Derartige Funktionen würden "von den Kunden nicht nachgefragt".