Nummernklau Hacker verlangt 100.000 Dollar
New York - Bis zu 25.000 eigentlich streng geheime Kreditkartennummern hat ein Hacker in den vergangenen Wochen auf seiner Web-Seite preisgegeben. Erst am Sonntag konnte die Seite, wie die "New York Times " meldet, vom Netz genommen werden. Sie war auf einem Server in Kirkland im US-Bundesstaat Washington am ersten Weihnachtsfeiertag eingerichtet worden.
Der Hacker, der sich selbst "Maxus", "Maxim" oder "Pi2000" nennt, will die sensiblen Daten beim CD-Händler CD Universe geklaut haben - 300.000 Nummern an der Zahl. Wie der Hacker der "New York Times" gemailt hat, habe er ein Sicherheitsloch auf der Web-Seite von "CD Universe" ausgenutzt, um an die Daten zu kommen.
Im Dezember hatte der angebliche 19-jährige Russe dem CD-Händler per Fax angeboten haben, die Datensätze zu löschen - gegen eine Zahlung von 100.000 Dollar. Doch CD Universe ging auf den Erpressungsversuch nicht ein. Als Folge begann der vermutlich osteuropäische Hacker, die Kreditkarten-Informationen im Internet zu veröffentlichen - auf einer Seite namens "Maxus Credit Card Pipeline". Darüber hinaus will er mit den fremden Nummern auch selbst eingekauft haben.
Zusammen mit dem FBI versucht die Firma eUniverse, Besitzerin von CD Universe, derzeit, den Hacker ausfindig zu machen. "Er hat definitiv Daten von CD Universe", so eUniverse-Vorsitzender Brad Greenspan. "Ob er unsere Seite geknackt hat oder anderweitig an die Informationen gekommen ist, wissen wir noch nicht." Die Firma hat inzwischen ihre Kunden über den Vorfall informiert und Kontakt mit den Kreditkarten-Unternehmen aufgenommen.
Als Beweis für seine Tat hat "Maxim" der "New York Times" 198 angeblich von ihm gestohlene Kartennummern gemailt. Alle Nummern haben sich, so die Zeitung, als echt herausgestellt. Zumindest eine der ermittelten Kreditkartenbesitzerinnen hat gegenüber der "New York Times" bestätigt, schon einmal bei CD Universe eingekauft zu haben.