Oberklasse Ring frei für die Schwergewichte
Konica Minolta Dynax 7D:
Nun hat es also auch Konica Minolta endlich geschafft. Vorgestellt worden war ein Prototyp der Dynax 7D bereits auf der PMA Las Vegas im Februar. Auf der Photokina ist die erste digitale Spiegelreflexkamera aus dem Hause Konica Minolta jetzt das Prunkstück am Stand des Herstellers. Die Dynax 7D ist mit nahezu allen vorhandenen AF-Objektiven aus dem eigenen Haus beziehungsweise kompatiblen Objektiven von Drittanbietern kombinierbar. Zum geplanten Verkaufsstart Mitte November stellt Konica Minolta außerdem noch zwei weitere, eigens für die 6,1-Megapixel-Kamera entwickelte, Objektive mit Brennweiten von 17-35 mm respektive 28-75 mm vor.
Wie viele andere Digitalkameras verfügt die Dynax 7D über ein System zur Bildstabilisation. Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein optisches Verfahren innerhalb des Objektivs, wie es die meisten Hersteller anbieten. Vielmehr arbeitet das Anti-Shake-System (AS-System) von Konica Minolta mit einem beweglich aufgehängten CCD, der durch die eigene Bewegung das Zittern des Fotografen ausgleicht. Dieses AS-System ist bereits in der Dimage-Reihe zum Einsatz gekommen, stellte die Dynax-7D-Entwickler aber trotzdem vor eine Herausforderung, da der CCD in der Spiegelreflexkamera um einiges größer ist als etwa in der Dimage2.
Ansonsten zeichnet sich die Dynax 7D unter anderem durch ihre robuste Bauweise, ein - dank Glasprisma - klares Sucherbild und einen hoch auflösenden 2,5-Zoll-LC-Farbbildschirm aus. Über den Preis schweigt man sich bei Konica Minolta zwar noch aus, er dürfte aber deutlich über der 1000-Euro-Marke liegen.
Noch etwas exklusiver geht es bei der Fujifilm FinePix S3 Pro zu. Die Spiegelreflexkamera gehört mit ihren 12,3 Megapixeln zur absoluten Oberklasse. Das besondere an diesem Profigerät ist sein - speziell für dieses Modell konzipierter - Sensor Super CCD-SR II, Nachfolger des bereits in der F700 zum Einsatz gekommenen Super CCD-SR. Dieser Sensor teilt die Pixel in unterschiedlich lichtempfindliche S- und R-Pixel auf, wobei die großen S-Pixel für dunkle und die kleinen R-Pixel für helle Lichtbereiche zuständig sind. Beim Fotografieren werden dann mit Hilfe der beidem Pixelarten sozusagen zwei Bilder gemacht. Aus diesen rechnet die S3 Pro ein einzelnes Foto zusammen, das dank des erweiterten Dynamikbereichs einen besseren Kontrast hat. Neu am Super CCD-SR II ist, dass Profifotografen jetzt den Dynamikbereich selbst bestimmen können, indem sie das Verhältnis der S- und R-Pixel festlegen.
Wie ihre Vorläufer S1 Pro und S2 Pro basiert auch dieses Modell auf einem Nikon-Gehäuse. Dem entsprechend passen auch alle Nikon-Objektive beziehungsweise die Objektive von Nikon-kompatiblen Drittherstellern wie Sigma oder Tamron auf die S3 Pro. Ihren Strom bezieht die neue Fujifilm aus vier AA/Mignon-Zellen und macht damit dem Batterienmix aus CR-123A-Batterien und AA-Zellen ein Ende. Außerdem verträgt sich die S3 Pro mit Nikons D-TTL-Blitzsteuerung und ist damit mit allen Nikon-kompatiblen Speedlights kombinierbar. Ein zusätzlicher Hochformat-Auslöser sowie Firewire- und USB-2.0-Schnittstelle sind weitere Merkmale des nicht ganz billigen Modells. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE gab ein Fujifilm-Sprecher einen groben Preisrahmen von 1000 bis 5000 Euro an.
Eine echte Spitzenkamera ist auch die Nikon D2X. Das Nachfolgemodell der D1X verbindet das, was Profifotografen bei digitalen Spiegelreflexkameras bisher vergeblich gesucht haben: Hohe Auflösung und Geschwindigkeit. Bei 12,4 Megapixeln schafft die D2X fünf Bilder pro Sekunde. Fotografiert man im abgespeckten Modus mit 6,8 Megapixeln, sind es sogar acht Aufnahmen pro Sekunde. Möglich macht das unter anderem der CMOS-Sensor, der die Bilddaten über vier Hochgeschwindigkeitskanäle weitergibt. Durch diese Technik verspricht Nikon neben der höheren Geschwindigkeit auch eine präzisere Aufbereitung der Daten und eine naturgetreue Farbwiedergabe. Um die ursprüngliche Bildinformation möglichst zu erhalten, erfolgt zum Beispiel auch der Weißabgleich vor der Umwandlung vom analogen zum digitalen Signal. Die Einstellung des automatischen Weißabgleichs ergibt sich aus den Messdaten von drei Sensoren, so dass ein manueller Abgleich laut Nikon nur noch in Ausnahmefällen nötig sein soll.
Was die Belichtungsqualität betrifft, hat Nikon die Technik der D2X-Vorläufer ebenfalls verbessert. Dafür sorgt die 3D-Color-Matrixmessung mittels 1005-Pixel-RGB-Sensor. Die bereits in der D2H verwendete iTTL-Blitzbelichtungsmessung und -steuerung ist zudem für die professionelle Qualität beim Fotografieren mit Blitz zuständig. Auch die übrigen Leistungsmerkmale der D2X genügen Profianforderungen. Dazu gehören unter anderem die geringe Auslöseverzögerung von 37 Millisekunden, der starke Akku (etwa 2000 Bilder pro Ladung) sowie der hoch auflösende 2,5-Zoll-LC-Farbbildschirm. Optional ist außerdem das GPS-Kabel MC-35 zu haben, so dass Angaben wie geografische Länge, Breite und Höhe mit Hilfe eines GPS-Geräts den Aufnahmedaten eines Fotos hinzugefügt werden können. So viel Hightech in einer Kamera kostet natürlich entsprechend. Als unverbindliche Preisempfehlung gibt Nikon stolze 4999 Euro an. Erhältlich soll die D2X dann ab Januar 2005 sein.