Online-Apotheken Kunden vermissen Beratung
Hamburg - Beim Kauf von Medikamenten im Internet ist für viele Nutzer die fehlende persönliche Beratung einer der größten Nachteile. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Online-Abteilung des Marktforschungsinstituts Emnid unter Besuchern der Messe Internet World in Berlin.
Mehr als ein Drittel der Befragten nannte auf Europas größter Internetfachmesse vergangene Woche das Manko in der persönlichen Beratung als Hemmnis Nummer eins. Apotheken genießen mit ihrem geschulten Fachpersonal demnach weiterhin großes Vertrauen.
67 Prozent der Befragten befürworteten aber den Vertrieb rezeptfreier Medikamente und äußerten die Vermutung, dass sich das weltweite Datennetz als Vertriebsweg künftig durchsetzen werde. Für 48 Prozent ist es sogar vorstellbar, dass auch der Vertrieb rezeptpflichtiger Medikamente über das Internet abgewickelt wird. 25 Prozent sehen im Internethandel mit Arzneien die Gefahr der illegalen Beschaffung von Medikamenten.
In der vergangenen Woche hatten sich für drei Tage rund 74.000 Fachleute, Aussteller und Branchenexperten auf der Internet World in Berlin getroffen.
Ein nicht gerade repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt - aber ein hochgradig "Net-affiner". Die Skepsis gegenüber den Online-Apotheken dürfte allgemein noch höher liegen. Das wiederum hat relativ wenig zu bedeuten: Ähnliche Umfragen und Ergebnisse hatte es in den letzten Jahren auch zu Versicherungen, zum Online-Banking oder zur Buchung von Reisen über das Web gegeben. Trotzdem boomen solche Angebote.