Online-Auktionen Allianz gegen eBay
Hamburg - Nahezu hundert Firmen sollen sich an dem Auktions-Netzwerk mit dem Namen "FairMarketPlace" beteiligen. Das gab am Freitag die Firma FairMarket bekannt, die das Netzwerk entwickelt hat. Zuvor hatte FairMarket schon für Internet-Dienste wie etwa Lycos eigene Auktionsseiten aufgebaut. "Um in Zukunft auf dem Markt zu bestehen, muss ein Online-Auktionator Teil eines größeres Netzwerkes sein", sagte FairMarket-Gründer Scott Randall.
Die Firma hat ein Verfahren entwickelt, durch das die Auktionsangebote auf einer Internet-Seite auch von den Webseiten der anderen Netzwerk-Partner aus zugänglich sind. So kann kann etwa um das Angebot eines Kunden auf Microsofts Auktionsseite auch bei Lycos oder Excite mitgesteigert werden. "Statt die Kunden zu zwingen, zu einer Auktion zu gehen, bringen wir die Auktion zu ihnen", sagte Randall.
Durch diese Vernetzung von Angeboten und Bietern wollen die Firmen die kritische Masse erreichen, um dem Überflieger eBay Konkurrenz machen zu können. Zur Zeit kommen die Teilnehmer des "FairMarketPlace" zusammen auf 70.000 angebotene Objekte. Der Marktführer eBay dagegen bietet über drei Millionen Objekte zur Versteigerung an. "Wir machen Auktionen und nichts anderes", sagte ein Sprecher von eBay. "Wir können auf die Wünsche unserer Kunden sehr schnell reagieren. Kann das auch ein Zusammenschluss vieler Firmen?"
Microsofts Internet-Dienst MSN hatte bereits am Freitag eine Auktionsseite gestartet, die auf den "FairMarketPlace" verweist. Die anderen Anbieter wollen sich innerhalb der nächsten 30 Tage dem Netzwerk anschließen. Amazon.com und Yahoo, die ebenfalls Auktionen anbieten, sind an dem Zusammenschluss nicht beteiligt. Die Aktie von eBay fiel am Freitag um mehr als 13 Dollar auf 138 Dollar, das Microsoft-Papier stieg dagegen um zwei Dollar auf 96 Dollar.