Online-Banking: Durchbruch für die Chipkarte? - DER SPIEGEL
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Online-Banking Durchbruch für die Chipkarte?

Bald sollen Internet-Zahlungen einheitlich mit Chipkarte möglich werden - unabhängig vom Kreditinstitut.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Zahlungen per Internet können künftig unabhängig vom jeweiligen Kreditinstitut mit einer Chipkarte abgewickelt werden. Die im Zentralen Kreditausschuß vertretenen Banken und Sparkassen haben sich auf ein einheitliches Internet-Zahlungsverfahren mit Hilfe elektronischer Geldkarten geeinigt. Das teilte der Bundesverband deutscher Banken am Montag mit. Die Chipkarte könne jedoch erst genutzt werden, sobald zugelassene Terminals bereitstünden. Eine Reihe von Herstellern habe Interesse an der Entwicklung entsprechender Kartenlesegeräte zum Anschluß an den Computer des Kunden signalisiert.

Den Anbietern von Internet-Dienstleistungen stehe künftig ein Zahlungsverfahren zur Verfügung, das sich auf mehr als 50 Millionen ausgegebene wiederaufladbare Karten stütze und nicht auf eine bestimmte Bank beschränkt sei. Dem Zentralen Kreditausschuß gehören die privaten Banken, die Sparkassen und öffentlichen Banken, die genossenschaftlichen Institute sowie die Hypothekenbanken an.

Künftig würden zudem alle "elektronischen Geldbörsen" des "GeldKarte-Systems" nicht nur mit der reinen Zahlungsfunktion ausgestattet, sondern auch mit den Zusatzanwendungen "Fahrschein" und "Marktplatz". Mit dem elektronischen Fahrschein, den die Kreditwirtschaft mit dem Verband deutscher Verkehrsunternehmen entwickelt habe, biete das GeldKarten-System speziell für den öffentlichen Nahverkehr eine Zahlungsmöglichkeit. Sie soll in einem Pilotversuch von Juni an in Bremen getestet werden.

Mit der Zusatzanwendung Marktplatz könne die Chipkarte auch als Eintrittskarte, Rabattmarkenheft oder als City-Karte eingesetzt werden. Für bereits ausgegebene Chipkarten würden die kreditwirtschaftlichen Verbände ein Konzept der Online-Nachrüstung entwickeln. Damit ließen sich auch künftig Zusatzanwendungen in standardisierter Form auf Chipkarten laden. Derzeit werde die GeldKarte rund 1,7 Millionen Mal pro Monat zum Bezahlen eingesetzt.

Die aufladbare Geldkarte im bargeldlosen Zahlungsverkehr war bisher nach Ansicht des Einzelhandels eher ein Flop. Der Anteil der "elektronischen Geldbörse" als Zahlungsmittel liege im Einzelhandel bei weniger als einem Prozent. Im Sommer 1998 waren nach Angaben der Kreditwirtschaft rund 45 Millionen dieser Geldkarten im Umlauf. Die Zahl der aktiven Benutzer ist aber nach Expertenangaben wesentlich geringer. Die Geldkarten können mit bis zu 400 Mark aufgeladen und so für kleinere Zahlungen im Handel oder Nahverkehr benutzt werden.