Online-Handel: Amazon.com wird zum Supermarkt - DER SPIEGEL
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Online-Handel Amazon.com wird zum Supermarkt

Der Online-Buchhändler Amazon.com hat ein riesiges elektronisches Einkaufszentrum für kleinere Firmen eingerichtet, in dem diese ihre Waren den mehr als zwölf Millionen Amazon-Kunden andienen können.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Amazon.com  bietet bisher selbst Bücher, CDs, Elektronikprodukte und Spielzeuge an. Nun kommen 500.000 neue Produkte von Fremdfirmen hinzu. Das entspricht einer Produktpalette, die viermal größer ist als die normaler Kaufhäuser. Kleinere Kaufleute können über die neuen elektronischen "zShops" bei Amazon.com gegen die bescheidene Monatsgebühr von 9,95 Dollar ihre Waren anbieten. Außerdem will Amazon.com etwa 60 Cents je Transaktion haben. Zusätzlich bekommt Amazon.com bis zu fünf Prozent des Wertes der verkauften Produkte, falls die Käufer ihre Kreditkartenkäufe über den Online-Buchhändler abrechnen.

Die zShop-Firmen versenden ihre Waren selbst. Kunden, die sich betrogen oder hinters Licht geführt fühlen, sollen von Amazon.com mit bis zu 250 Dollar entschädigt werden. Wickelt Amazon.com auch die Kreditkartenabrechnung ab, sollen geschädigte Käufer bis 1000 Dollar erhalten.

Mit dem neuen Online-Markt macht Amazon.com anderen elektronischen Einkaufszentren und den E-Commerce-Sektionen großer Portale wie AOL, Yahoo und Altavista Konkurrenz. Der Verkauf von Verbrauchsgütern über das Internet wird von rund 15 Milliarden Dollar im laufenden Jahr auf 108 Milliarden Dollar im Jahr 2003 ansteigen, schätzen Marktexperten. Bisher werden vor allem Computer, Software, Reisen und Flüge, Bücher, Musik und Bekleidung über das Internet verkauft. Der Amazon-Vertriebsweg gibt jetzt auch Anbietern von Nischenprodukten die Möglichkeit, in den elektronischen Handel einzusteigen. Die Wall Street bejubelte die Aktion: Der Amazon-Aktienkurs schoss am Mittwoch um rund 23 Prozent auf 80,75 Dollar.