Online-Lotto: Millionär per Mausklick - DER SPIEGEL
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Online-Lotto Millionär per Mausklick

Ab sofort können Schleswig-Holsteins Bürger auch übers Internet reich werden: Die Lottogesellschaft folgt dem Beispiel privater Anbieter und setzt auf digitale Lottoscheine.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als erstes staatliches Lotterieunternehmen in Deutschland bietet NordwestLotto Schleswig-Holstein  seit Dienstag Lotto übers Internet an. Die virtuelle Annahmestelle ist rund um die Uhr geöffnet. Neben dem Tippschein für Samstags- und Mittwochslotto kann dort auch der Wettschein für die Elferwette online ausgefüllt werden.

Nach der Anmeldung, bei der Name, Adresse und Bankverbindung angegeben werden müssen, stehen dem Lottospieler komfortable Eingabemasken zur Verfügung. So kann mit einem Mausklick bestimmt werden, wie viele Felder beim Lotto gespielt werden sollen und ob die Teilnahme an Spiel 77 und Super 6 gewünscht ist.

Anschließend wird dem User ein Tippschein präsentiert, auf dem - wie in der realen Annahmestelle auch - sechs Kreuze in den 49 Kästchen verteilt werden müssen. Wer es eilig hat, kann die Variante "Quick-Tipp" anklicken, in der ein Zufallsgenerator sechs Zahlen auswählt. Vielspieler haben zudem die Möglichkeit, ihre Stammzahlen zu speichern.

Bezahlt werden Spieleinsatz und Bearbeitungsgebühren relativ bequem: Entweder können die Spieler ihren Einsatz mit einem vorherigen Gewinn verrechnen oder sie greifen zur Kreditkarte. Auch die Teilnahme per Lastschriftverfahren ist möglich.

Gewinner werden per E-Mail über ihr Lottoglück informiert. Übersteigt der Gewinn 10.000 Mark, folgt zusätzlich noch ein Einschreiben per Post. Etwaige Gewinne werden einmal pro Woche auf das Bankkonto der Lottospieler überwiesen. Nicht abgeholte Gewinne, versichert die Lottogesellschaft, gibt es im Internet nicht.

Eine 128-Bit-Verschlüsselung soll, so NordwestLotto-Geschäftsführer Rolf Stypmann, größtmögliche Sicherheit beim Lottospielen garantieren. Auch würden den Spielern neben ihren Online-Kosten und den generellen Lottogebühren keine zuätzlichen Kosten entstehen.

Die Lotto-Gesellschaft hat nach eigenen Angaben 400.000 Mark in das Internet-Geschäft investiert und hofft auf einen Online-Umsatz von vier bis fünf Millionen Mark. 1999 hatte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 543 Millionen Mark erwirtschaftet.

Über die virtuelle Annahmestelle dürfen jedoch nur Menschen ihren Tipp abgeben, die ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben. Sowohl Adresse als auch Bankverbindung würden kontrolliert, sagt Stypmann. Wenn jemand zum Beispiel eine Bankverbindung in Bayreuth angebe, werde "nachgeguckt". Stypmann könne jedoch nicht ausschließen, "dass nicht alle erwischt werden". Verständlich, zumal Bankorte in Zeiten des Internet-Bankings zunehmend an Bedeutung verlieren.

Mit seinem Online-Angebot folgt das staatliche Lotterieunternehmen einem Weg, den private Unternehmen wie die Fluxx.com AG bereits vor einiger Zeit eingeschlagen haben. Mit ihrem Angebot Jaxx  bieten die Hamburger ein Online-Lotto an, bei dem sich nach Angaben von Fluxx.com rund 80.000 Kunden angemeldet haben. Ein Drittel davon spielt regelmäßig.

Online-Glückspiele scheinen eine lukrative Sache zu sein. Auf rund zwei Millionen wird die Zahl der bundesdeutschen Lottospieler mit Internet-Anschluss geschätzt. Kein Wunder, dass andere Lotteriegesellschaften bereits in den Startlöchern stehen. So plant die Westdeutsche Lotterie GmbH für den Frühsommer den Start ihres Internet-Lottos.

Auch NordwestLotto Schleswig-Holstein hat bereits Pläne für die Zukunft geschmiedet. So soll in einigen Monaten nicht nur die Sportwette "Oddset" ins Internet gehen, sondern auch ein "Online-Rubbelfix" angeboten werden.

Alexander Stirn

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