Online-Spielbank Sicherheitsleck beim Internet-Roulette
Im Januar hatte der Hobby-Zocker Lutz H. aus der Nähe von Essen einfach angegeben, im Ausland zu sein - schon konnte er am Spiel teilnehmen, obwohl die Spielbank angab, sie könne auch anhand der Verbindungsdaten des Computers ermitteln, in welchem Bundesland der Spieler sich befinde und unzulässige Spieler ausschließen. Doch laut Konzession dürfen beim ersten Internet-Roulette in Deutschland nur Spieler mitzocken, die sich in Hamburg oder im Ausland aufhalten.
Nachdem die Finanzbehörde Hamburg eingeschritten ist, will die Spielbank nun durch einen Anruf bei einer Festnetznummer feststellen, wo sich ein Spieler aufhält. Bereits eine einfache Rufumleitung allerdings lässt nach Expertenmeinung eine solche Kontrolle ins Leere laufen. Auch die Überprüfung der Computerverbindungsdaten über die so genannte IP-Adresse sei ohne große Computerkenntnisse zu umgehen.
Wenn jemand "Energie reinsetze", sei es "technisch nicht zu 100 Prozent möglich", Manipulationen auszuschließen, gibt Tim von Törne zu, Geschäftsführer von Edict, der Firma, die die Software für die Spielbank entwickelt hat. "Wenn es schon hier Mängel gibt, frage ich mich, wie weit es mit dem Spielerschutz her ist", kritisiert die Hamburger GAL-Abgeordnete Dorothee Freudenberg.