Online-Steuermeldung: Sicherheitsmängel bei Elster - DER SPIEGEL
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Online-Steuermeldung Sicherheitsmängel bei Elster

Bei der Online-Meldung von Umsatz- und Lohnsteuer über das Elster-Verfahren bestehen gravierende Sicherheitslücken. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom können Steuerdaten von Firmen beliebig manipuliert werden.
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Ab 1. Januar müssen Unternehmen ihre Umsatz- und Lohnsteuer den Finanzämtern auf elektronischem Weg melden. Elster heißt die Schnittstelle, die auch bei der privaten Steuererklärung genutzt werden kann. Das Verfahren habe jedoch erhebliche Sicherheitslücken, erklärte heute der Branchenverband Bitkom.

Es sei möglich, Steuerdaten fremder Unternehmen ohne technische Hürden zu manipulieren und finanzielle Schäden anzurichten. "Damit wird dem Schindluder Tür und Tor geöffnet", sagte Bitkom-Steuerexpertin Anja Olsok. Die Finanzämter hätten bei der Steuermeldung für Unternehmen auf ein sicheres Verfahren verzichtet.

Bei Meldung der Umsatzsteuer via Elster müssten sich die Unternehmen nicht authentifizieren, sagte Olsok. Somit sei es jedem möglich, die Umsatz- und Lohnsteuer für jedes beliebige Unternehmen anzumelden, sofern er dessen Namen und Steuernummer kennt. Beides müsse jedoch auf jeder Rechnung der Unternehmen gedruckt werden und sei somit allen Geschäftspartnern und Kunden bekannt.

So könnten böswillige Wettbewerber oder Kunden mit wenigen Mausklicks völlig überhöhte Umsatzsteuern oder Lohnsteuern melden. Da die Finanzämter meist Einzugsermächtigungen für die Steuervorauszahlungen besitzen, droht Unternehmen nach Bitkom-Angaben der vorübergehende Verlust von Geld. "Bis der Fehler festgestellt und der Betrag rücküberwiesen ist, kann es gerade bei mittelständischen Firmen eng werden. Betriebliche Schäden sind nicht ausgeschlossen", warnt Olsok. Umgekehrt sei es möglich, besonders niedrige Umsätze zu melden - und damit eine Umsatzsteuer-Nachschau zu provozieren.

Erst zum Jahresbeginn 2006 wollen die Finanzämter das Verfahren sicher machen, teilte Bitkom mit. Der Einsatz einer digitalen Signatur scheitert bislang an ihrer mangelnden Verbreitung. Bitkom forderte die Finanzverwaltung auf, sich schneller technisch aufzurüsten und bereits vor 2006 ein sicheres Verfahren für die Steueranmeldung zu starten. Bis dahin empfahl Olsok den Unternehmen, den Finanzämtern die Einzugsermächtigungen zu kündigen und die Steuerschuld selbst zu überweisen.