Oracle verkauft Hardware: Der 1400-iPods-Server - DER SPIEGEL
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Oracle verkauft Hardware Der 1400-iPods-Server

Der Softwarehersteller Oracle will jetzt auch Hardware anbieten. Hochleistungscomputer mit Intel-Technologie sollen die Datenbanken der Firma schneller machen und näher an die Kunden bringen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit 31 Jahren gibt es Oracle. 31 Jahre lang war die Firma außerordentlich erfolgreich damit, Datenbanksoftware an Großunternehmen zu verkaufen. Milliardenumsätze machten Oracle zu einem der größten Unternehmen im Silicon Valley und den Firmengründer Larry Ellison zu einem der reichsten Männer der Welt. Aber all das scheint nicht genug zu sein: Künftig will die Firma auch noch ins Hardwaregeschäft einsteigen.

Mit finanziellen Problemen dürfte dieser Schritt freilich nichts zu tun haben. Rund 35 Milliarden Dollar (23,8 Milliarden Euro) investierte der Software-Hersteller in den vergangenen Jahren in den Zukauf von 50 kleineren Softwarefirmen. Geschadet hat die Einkaufstour nicht. Für das vergangene Jahr meldete der Konzern einen Gewinn von 5,5 Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro). Einnahmen, von denen auch Larry Ellison profitierte. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" taxierte seine Bezüge für 2007 auf 84,6 Millionen Dollar (57, 5 Millionen Euro).

Doch das will Ellison offenbar noch steigern. Zwei Hardware-Produkte will Oracle seinen Kunden künftig anbieten: Einen Server und einen Netzwerkspeicher. Beide sollen perfekt auf die Zusammenarbeit mit Oracles Datenbanksoftware optimiert sein. Zudem verspricht das Unternehmen, die Geräte würden im Rechenzentrum weniger Platz beanspruchen als vergleichbare Geräte anderer Produzenten.

Die Herstellung der Datenbank-Computer übernimmt Oracle allerdings nicht selbst. Ganz so sehr wollte man sich dann wohl doch nicht in das neue Geschäftsfeld stürzen. Stattdessen lässt Oracle seine Rechner bei Hewlett Packard fertigen. Für die Entwicklung der Oracle-Hardware haben sich die Ingenieure reichlich Zeit gelassen. Drei Jahre soll es von der Idee bis zum fertigen Produkt gedauert haben.

Diesen Aufwand will sich Oracle jetzt natürlich versilbern lassen. Lässige 650.000 Dollar soll der Datenbankrechner kosten. Nicht gerade ein Schnäppchen. Aber dafür bekomme man ja auch reichlich Gegenwert, argumentierte Larry Ellison bei der Vorstellung der Maschine. Schließlich böte der mit seinen 168 Terabyte mehr Speicherplatz als 1400 der größten aktuellen iPod-MP3-Player (deren Festplatte 120 Gigabyte fasst). Muss man da noch erwähnen, dass Apple-Chef Steve Jobs und Ellison beste Freunde sind?

mak/AP